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Fastnacht: Narren sagen Alkohol den Kampf an

Immer dicker werden die Sicherheitskonzepte für die Fastnachtszüge – eine große Herausforderung für die Veranstalter. Dabei geht es um den Schutz vor möglichen Anschlägen ebenso wie um den Umgang mit betrunkenen Zuschauern.
Fastnachtsnarr Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) Fastnachtsnarr
Frankfurt. 

Absperrgitter, mehr Polizei, privates Sicherheitspersonal, Jugendschutzkontrollen, die den Schnaps auch schon mal vor Ort ausschütten: So wollen Veranstalter und Polizei in Eschborn in diesem Jahr verhindern, dass betrunkene junge Menschen am Samstag den Zug durch die Stadt stören und die Narren belästigen. Besonders im Stadtteil Niederhöchstadt in der Nähe einer Tankstelle versammeln sie sich.

„Als Aktiver im Zug ist es ganz und gar nicht schön, an den stark alkoholisierten Jugendlichen vorbeizulaufen“, sagt eine Teilnehmerin. Auch „weil man das Gefühl nicht los wird, dass die Stimmung jederzeit kippen könnte“. Oft hätten sie auch direkt auf der Straße gestanden und den Zug behindert, sagt die Zugmarschallin der AG Eschborner Fastnachtszug, Martina Förster von den Eschborner Käwwern.

Die Absperrgitter sollen nun Entlastung bringen, zudem verkaufe die Tankstelle keinen Alkohol, sagt Förster. Doch die jungen Leute „glühen woanders vor und bringen den Alkohol mit“, sagt sie und befürchtet: „Ganz verhindern können wir es wohl nicht.“

Probleme mit Alkohol

Mit dem Alkoholproblem sind die Eschborner bei weitem nicht allein. Auch in anderen Kommunen klagen Organisatoren der Fastnachtszüge über alkoholisierte, pöbelnde Zuschauer. Die Frankfurter Polizei kündigt verstärkte Kontrollen an. „Alkohol ist ein Dauerthema, weil dadurch schnell Aggression und Schlägereien entstehen“, sagt Heidi Nägel vom Polizeipräsidium Mainz. In Mainz würden zudem im Rahmen des Jugendschutzes sehr junge Leute von Polizei und Jugendamt bereits in Zügen, an Bahnhöfen und auf Plätzen kontrolliert.

In Seligenstadt, bekannt für seinen traditionsreichen Rosenmontagszug, klagt Richard Biegel vom Heimatbund über Gruppen von Jugendlichen, die von außerhalb kämen, „um zu randalieren und sich zuzuschütten“. Seine Erfahrung sei aber, sagt Biegel: „Übermäßiger Alkoholgenuss führt nicht automatisch zu mehr Humor.“

Lastwagen statt Poller

Doch auch abgesehen vom Alkohol haben die Seligenstädter alle Hände voll zu tun. Das Sicherheitskonzept ist mittlerweile auf 60 Seiten gewachsen, die Zahl der privaten Sicherheitsleute laut Biegel auf 100: „Der Aufwand ist fast nicht mehr stemmbar. Wir sind an einer Grenze angelangt.“

Auch für die großen Züge in Frankfurt, Fulda, Wiesbaden und Mainz laufen die Sicherheitsvorkehrungen auf Hochtouren. Zur Abwehr von möglichen Anschlägen setzen Polizei und Kommunen 2018 eher auf „mobile Zufahrtsperren“ wie Lastwagen und Linienbusse anstelle von Betonpollern. Vor einem Jahr, wenige Wochen nach dem Lastwagenattentat auf dem Berliner Breitscheidplatz, hatten die Sicherheitsbehörden noch mehr Betonsperren aufgestellt. Mobile Sperren hätten aber den Vorteil, dass sie zum Beispiel für Rettungswagen schneller zur Seite gerollt werden könnten, sagt Markus Hoffmann vom Polizeipräsidium Wiesbaden. Lastwagen sind weiterhin im Fokus: In Wiesbaden dürfen sie am Sonntag in Teilen der Innenstadt nicht fahren – ebenso nicht am Rosenmontag in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz.

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