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Neue Airline für Kassel Airport - Schäfer: Letzte Chance

Nach vielen Nackenschlägen kann der Flughafen Kassel einen Erfolg verbuchen: Die Stationierung eines Ferienfliegers im kommenden Jahr. Der Flughafen sieht es als Startschuss, für die Politik in Wiesbaden ist es die letzte Chance.
Das Terminal des "Kassel Airports" in Calden (Hessen). Foto: Uwe Zucchi/Archiv Das Terminal des "Kassel Airports" in Calden (Hessen). Foto: Uwe Zucchi/Archiv

Kassel (dpa/lhe) - Der krisengeschüttelte Flughafen Kassel macht mit der erstmaligen Stationierung eines Ferienfliegers 2017 einen Schritt in Richtung nachhaltiges Wachstum. Flughafen-Geschäftsführer Ralf Schustereder sagte am Freitag in Kassel: „Das ist ein Meilenstein in der Entwicklung des Flughafens.” Der Flughafen habe einen Coup gelandet.

Die neue deutsche Fluggesellschaft Sundair hatte zuvor zugesagt, vom 1. Juli 2017 ein Flugzeug vom Typ Airbus A319 auf dem 2013 eröffneten Regionalflughafen zu stationieren. Insgesamt sind 13 Flüge pro Woche geplant - nach Mallorca, Fuerteventura, Gran Canaria, Kreta und Antalya. Derzeit ist der Flughafen im Winterschlaf - einen Winterflugplan gibt es nicht. Zwischen Januar bis Oktober waren es 53 332 Passagiere.

Verantwortlich für den Vertrieb der Airline ist der Reiseveranstalter Schauinsland-Reisen, der auch Anteilseigener der Sundair ist. „Die Nachfrage ist da”, sagte Detlef Schroer, Leiter Vertrieb bei Schauinsland-Reisen. Am ersten Tag habe es bereits 100 Buchungen gegeben. Sundair erwartet für 2017 rund 30 000 Kunden.

Für den Flughafen-Aufsichtsratschef, Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU), ist der Deal die letzte touristische Chance für den Flughafen. „Sollte es mit diesem Angebot nicht gelingen, einen touristischen Verkehr am Flughafen zu etablieren, ist eine Rückstufung zum Verkehrslandeplatz die logische Folge.” Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit seien aber gut.

Auch für die Grünen im hessischen Landtag ist es die letzte Möglichkeit, sich als Verkehrsflughafen zu bewähren. Der Airport müsse zum Verkehrslandeplatz rückgestuft werden, wenn es nicht gelingt, „dauerhaft einen touristischen Flugverkehr zu etablieren”, erklärte der Fraktionsvorsitzende Mathias Wagner.

Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) widersprach dem Minister in puncto möglicher Herabstufung. Schäfers Position decke sich nicht mit der Haltung der drei kommunalen Gesellschafter. „Wir wollen, dass der Airport seine bisherige Qualifizierung behält.” Am Flughafen sind außer dem Land auch die Stadt und der Landkreis Kassel sowie die Gemeinde Calden beteiligt.

Für nächstes Jahr steht zudem fest, dass zwischen Ende März und Juli der Anbieter Aegan Airlines anlässlich der Weltkunstausstellung documenta zwischen Kassel und Athen fliegt. Zudem gibt es einige Gruppenflugreisen zu verschiedenen europäischen Zielen und fast täglich Frachtflüge.

(dpa)
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