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Noro-Virus-Gefahr in Hessen: Norovirus: Was hilft?

Von In Hessen gehen derzeit die Noroviren um. Die Patientenzahlen steigen. Sie leiden oft an Brech-Durchfall. Der Höhepunkt der Krankheitswelle könnte erst noch bevorstehen. Wie kann man sich schützen?
In Hessen wie auch in anderen Bundesländern  erkranken derzeit so viele Menschen am Norovirus wie schon seit Jahren nicht mehr. Foto: Patrick Pleul (dpa-Zentralbild) In Hessen wie auch in anderen Bundesländern erkranken derzeit so viele Menschen am Norovirus wie schon seit Jahren nicht mehr.
Frankfurt. 

In den Monaten Januar bis März haben Noroviren Hochsaison. Zu den Symptomen zählen Durchfall und Erbrechen. Wenn einen das Magen-Darm-Virus erwischt hat, sollte man zwei Tage nach Abklingen der Symptome noch zu Hause bleiben – das verringert die Gefahr einer weiteren Ausbreitung. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hin. Außerdem sollten Betroffene auch nach der Erkrankung besonders sorgfältig auf die Hygiene achten, weil der Körper die Viren noch ein bis zwei Wochen lang ausscheidet. Der wirksamste Schutz ist häufiges und gründliches Händewaschen.

Norovirus infection, illustration Norovirus infection, illustration. PUBLICATIONxINxGERxSUIxHUNxONLY PIXOLOGICSTUDIO/SCIENCExPHOTOxLIBRARY F016/1948

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Vermutlich neuer Erreger auch in Hessen Achtung, Norovirus!

Besonders viele Menschen leiden derzeit an Brech-Durchfall. Vielerorts in Hessen steigen die Patientenzahlen. Damit nicht genug: Der Höhepunkt der Krankheitswelle könnte erst noch bevorstehen.

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Wasser und Elektrolyte

Betroffene haben meist Durchfall und müssen sich übergeben, das entzieht dem Körper Wasser und Elektrolyte.

Stichwort: Norovirus

Hinter dem Begriff Norovirus verbirgt sich eine hochansteckende Krankheit. Norovirus-Infektionen sind die am häufigsten gemeldete Infektionskrankheit in Deutschland und weltweit.

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Deshalb sollte man viel trinken – am besten verdünnte Säfte, Brühe oder gezuckerten Tee. Bei Kindern unter fünf Jahren und Senioren kann die Erkrankung laut DGVS schwerer verlaufen. Geht ein Betroffener zum Arzt oder in eine Klinik, ist es wichtig, dort vorher Bescheid zu sagen, damit andere Patienten vor einer Ansteckung geschützt werden können. Angehörige von Betroffenen sollten so gut es geht Abstand halten und möglichst eine andere Toilette benutzen. Beim Waschen von Kleidung oder Handtüchern, die der Erkrankte getragen beziehungsweise benutzt hat, sollte man Einmalhandschuhe tragen. Das gilt auch beim Putzen der Toilette. Leider kann man beim Putzen noch so gründlich sein: Noroviren sind hartnäckig und überstehen laut DGVS Temperaturen zwischen minus 20 bis plus 60 Grad – und sind gegenüber vielen Desinfektionen unempfindlich.

Gerade bei Älteren

Eine Ansteckung mit dem Norovirus kann gerade bei älteren Menschen zu Komplikationen führen. Um eine Ausbreitung des Brechdurchfalls etwa im Seniorenheim zu verhindern, sind nicht nur die Pflegekräfte gefragt – auch die Bewohner selbst können etwas tun, erklärt die Zeitschrift „Senioren Ratgeber“ auf ihrer Internetseite. So sollten sie sich häufig die Hände waschen oder desinfizieren.

Es kann zum Schutz vor Ausbreitung auch Sinn machen, für drei oder vier Tage auf dem Zimmer zu bleiben. Außerdem hält man zu seinen Angehörigen am besten vorerst nur telefonischen Kontakt. Norovirus-Ansteckungen treten auch immer wieder bei Reisegesellschaften auf Schiffen auf. Zuletzt hatte sich im August vergangenen Jahres eine Urlaubsgruppe auf einer Flusskreuzfahrt auf dem Rhein mit dem Norovirus angesteckt. Von den 92 überwiegend aus Großbritannien stammenden Passagieren und Besatzungsmitgliedern hatten sich 37 mit dem hochansteckenden Norovirus infiziert.

Das Schiff stand deshalb in Germersheim unter Quarantäne. Drei Patienten mussten vorübergehend ins Krankenhaus. Die Behörden gingen davon aus, dass ein in Köln zugestiegenes Pärchen das Virus eingeschleppt hatte. Im Mai 2015 waren bei einem ähnlichen Vorfall auf dem Schiff schon einmal rund 50 Menschen an einem Norovirus erkrankt. Es geht aber immer noch eine Nummer größer. An Bord eines Kreuzfahrtschiffs vor der Küste Kaliforniens sind im Jahr 2015 rund 170 Menschen an dem Norovirus erkrankt. Die „Crown Princess“ der Reederei Princess Cruises mit mehr als 3000 Passagieren an Bord musste eine Kreuzfahrt nach Hawaii und Tahiti vorzeitig beenden und am Sonntag in San Pedro anlegen. Die Fälle von Erkrankungen auf Schiffen machen jedoch nur ein Prozent aller Erkrankungen aus, hat eine Studie in den USA der Centers for Disease Control ergeben.

Auch in Kliniken

Den weitaus größten Anteil haben Infektionen in Restaurants – wenn zum Beispiel infizierte Mitarbeiter mit Speisen in Kontakt kommen. Aber auch ganze Krankenhausbetriebe wurden schon von dem hochansteckenden Virus lahmgelegt, wie Anfang 2015 in Gelnhausen, als die Unfallstation in den Main-Kinzig-Kliniken geschlossen werden musste. Der ärztliche Direktor der Main-Kinzig-Kliniken, Hans-Ulrich Rhodius, erklärte, dass das Norovirus ein Krankheitserreger mit enorm hohem Übertragungspotenzial sei. „Dass diese Viren dann auch in ein Krankenhaus gelangen können, ist nicht ungewöhnlich.“

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