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Berufungsverfahren: OLG-Urteil stärkt Sportgerichtsbarkeit

Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer aus Holz. Foto: Uli Deck/Archiv Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer aus Holz.
Frankfurt. 

Wenn sich ein Profisportler verpflichtet, den Internationalen Sportgerichtshof als einzige Berufungsinstanz anzuerkennen, kann er sich nicht auf die Rechtswidrigkeit einer Dopingsperre berufen. So lautete das am Mittwoch veröffentliche Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt im Berufungsverfahren eines nicht namentlich genannten Berufsradsportlers. Er wollte vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) wegen einer gegen ihn verhängten Dopingsperre Schadenersatz erwirken.

Der Radprofi erhielt seine Lizenzen vom Weltverband UCI, deren Mitglied der BDR ist. Mit dem Lizenzantrag verpflichtete er sich zugleich das UCI-Reglement anzuerkennen, sich den Strafen zu unterziehen und das CAS als letzte Berufungsinstanz zu akzeptieren.

„Das Verlangen der Unterwerfungserklärung stelle bei Abwägung der beiderseitigen Interessen keinen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung durch den Beklagten dar”, hieß es in der Urteilsbegründung des OLG. Der Beklagte habe zwar auf dem Markt der Zulassung von Sportlern zur Teilnahme an Radsportveranstaltungen eine Monopolstellung. „Bei der Erteilung von Lizenzen handelt es sich aber auch um eine gewerbliche Leistung im geschäftlichen Verkehr”, so das OLG. Mit dem Spruch stärkt das Gericht die Sportgerichtsbarkeit und die umstrittene Athletenvereinbarung.

Das Bundessport- und Schiedsgericht des BDR (BDSSF) hatte gegen den Radsportler nach drei Meldepflicht- und Kontrollversäumnissen eine einjährige Sperre verhängt. Diesen Beschluss ließ der Kläger nicht vom CAS überprüfen und forderte vom BDR Schadenersatz wegen entgangenen Gewinns. Das Landgericht hatte zuvor die Klage abgewiesen.

Das Urteil des OLG kann noch mit der Nichtzulassungsbeschwerde vor dem Bundesgerichtshof BGH angegriffen werden.

(dpa)

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