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Liste der EU: Plage oder doch Bereicherung?

Frankfurt. 

Kamberkrebs, Waschbär, Nutria, Nilgans und die chinesische Wollhandkrabbe haben eines gemeinsam: Sie leben nicht seit Hunderten von Jahren im heutigen Hessen, sind hier aber inzwischen „etabliert“. So steht es auf der länderspezifischen Anlage zur Verbreitung von sogenannten invasiven Arten, die Teil einer Verordnung der Europäischen Union vom August 2015 ist.

Auf der Liste der EU stehen inzwischen 49 Tier- und Pflanzenarten, die Nilgans und der Riesenbärenklau zum Beispiel kamen erst in diesem Jahr dazu. Die Bundesländer müssen nun die Verordnung umsetzen: Sie sollen beschreiben, wie sie mit den zugewanderten Tieren und Pflanzen umgehen wollen, ob sie eine Gefahr darstellen, ob und wie sie bekämpft werden sollen. In Hessen soll dieser Managementplan nach Auskunft des Umweltministeriums im Frühjahr 2018 fertig sein.

Das Ganze sei „kein Auftrag zur Ausrottung“, betonte Bernd Rüblinger vom hessischen Umweltministerium kürzlich bei einem Fachgespräch, zu dem die Fraktion der Grünen eingeladen hatte. Zuerst kämen Vorsorge und Früherkennung, erst an dritter Stelle gehe es darum, bestimmte Tiere und Pflanzen zu managen. Zudem müsse es möglich sein, Tierarten von der Liste zu entfernen, wenn sich herausstelle, dass sie nicht schädlich seien, sagte der Experte für Artenschutz. Dabei gehe es nicht um wirtschaftliche Schäden oder ein Gefühl der Belästigung, sondern um Biodiversität, also eine eventuelle Bedrohung anderer Arten.

Auch andere Fachleute warnten vor Aktionismus und Panikmache mit Blick auf Waschbären und Nilgänse. Schädlicher für einheimische Tiere und Pflanzen sei die Landwirtschaft, die ihnen ihre Lebensräume raube, hieß es. „Die Politik sollte sich eher die Agrarpolitik vornehmen“, sagte die hessische Umweltschutzbeauftragte Madeleine Martin.

 

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