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Verkehr: RMV: Bei Verspätung Geld zurück

Der RMV will möglichst pünktlich sein. Das gelingt nicht immer. Ab sofort gilt: Bei Verspätung ab zehn Minuten gibt’s Geld zurück. Vom Fahrgastverband gibt es Lob, aber auch Kritik.
Pendler in Frankfurt am Main Foto: Christoph Schmidt (dpa) Ein Termin drängt, ein Anschluss muss erreicht werden – doch dann bringt eine verspätete S-Bahn, Straßenbahn oder ein zu langsamer Bus den ganzen Tagesplan durcheinander. Wer mit mehr als zehn Minuten Verspätung am Fahrtziel im RMV-Gebiet eintrifft, erhält jetzt Geld zurück.
Frankfurt. 

Wer hätte das gedacht: „Am Ziel pünktlich anzukommen, ist mit der wichtigste Wunsch der Fahrgäste“, sagt Knut Ringat, Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV). Dass das nicht immer selbstverständlich ist, müssen RMV-Fahrgäste täglich leidvoll erfahren. Verspätungen gibt es immer wieder auf den Strecken. Der RMV will weiter die Ursachen für die Verspätungen beheben. Bis Ende 2018 will man nach eigenen Angaben zu 96 Prozent auf den Linien pünktlich sein. Zusätzlich führt der Verband aber auch eine neue Kundengarantie ein, die in vielen Punkten über das hinaus geht, was es bisher schon an Erstattungsangeboten gab.

Überall im RMV-Gebiet

Konkret: Fahrgäste, die mit mehr als zehn Minuten Verspätung am Ziel ankommen, erhalten ab 1. Juni Geld zurück. Das soll für alle Busse, Straßen- und S-Bahnen im gesamten RMV-Gebiet gelten, also täglich in mehr als 1000 Linien. Bei Einzelfahrkarten wird der volle Fahrpreis bis maximal sechs Euro in der 2. Klasse und acht Euro in der 1. Klasse erstattet. „Wir wollen ein Bekenntnis zur Pünktlichkeit“, betonte RMV-Geschäftsführer Knut Ringat am Montag in Frankfurt.

Wie komme ich bei Verspätungen an eine Entschädigung?

Seit 1. Juni zahlt der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) seinen Fahrgästen Entschädigungen, wenn sie ihr Fahrziel mit einer Verspätung von zehn Minuten oder mehr erreichen. So funktioniert es:

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Bei Zeitkarten wie Monats- und Jahreskarten wird abhängig von der Preisstufe der Preis anteilig erstattet. Auszahlungen sind bereits ab 50 Cent möglich. Alternativ zur Fahrpreiserstattung werden nach 21 Uhr Taxikosten bis 25 Euro übernommen.

Die Kundengarantie gilt, egal was die Ursache für die Verspätung ist. Allein bei höherer Gewalt, dazu zählen Stürme, Unwetter, Bombendrohungen, Suizid oder Streik, ist die Anzahl der Garantiefälle pro Tag und Fahrgast auf zwei beschränkt. Verspätete Fahrten müssen innerhalb von sieben Tagen im Internet reklamiert werden (siehe gesonderten Text).

Alle bisherigen Entschädigungsmodelle gelten für die Kunden weiterhin, betont der RMV. Etwa die Mobilitätsgarantie für Fahrgäste mit persönlicher Jahreskarte zum Erwachsenentarif sowie die ohnehin gesetzlich geregelten Fahrgastrechte für den Schienenverkehr. Ähnliche Modelle gab es bereits in Offenbach oder in Darmstadt.

Der RMV ist nun bundesweit der erste große Verkehrsverbund in einem Ballungsraum, der Busse und S-Bahnen in eine solche fahrgastfreundliche Regel miteinbezieht und das im gesamten RMV-Raum. In anderen deutschen Großstädten gibt es zwar auch eine Garantie, wie in München oder Hamburg ab 20 Minuten Verspätung, jedoch enden die Rechte der Fahrgäste dort beim Umstieg zu einem anderen Unternehmen.

Bereits 3246 Anträge

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat das neue RMV-Angebot deshalb auch gelobt. Es sei ein mutiger Schritt. Der RMV mache sich damit zum Vorreiter für einen pünktlichen Nahverkehr in ganz Deutschland.

Laut RMV-Geschäftsführer Ringat hat es in den ersten zehn Tagen seit Einführung der Zehn-Minuten-Garantie 3246 Anträge auf Erstattung gegeben, die auch angenommen wurden. Dafür seien rund 7000 Euro als Entschädigung ausgegeben worden. Der RMV hofft auch auf Erkenntnisse aus der Auswertung von Beschwerden. So haben sich beispielsweise in den ersten Tagen vor allem die Linien S 8 sowie der Regional-Express 50 nach Fulda als die Strecken mit den meisten Beanstandungen in Sachen Pünktlichkeit herausgestellt, wie Knut Ringat sagt.

Schuld daran hätte vor allem das Eisenbahnnetz, sprich S-Bahnen und Regionalbahnen. Hier rächt sich nach RMV-Angaben, dass Investitionen in die regionale Schienen-Infrastruktur in den vergangenen 20 Jahren vernachlässigt worden seien.

Es wird beim RMV damit gerechnet, dass künftig bis zu 1000 Anträge auf Entschädigung pro Tag gestellt werden. Zunächst hat der RMV eine Million Euro im Jahr dafür eingeplant. Der Betrag stammt aus Abschlägen, die bereits von Verbundunternehmen einbehalten wurden, wenn es bei ihnen zu Verspätungen im Fahrplan kam. Ein Drittel vom Gesamtbudget ist für die Administration vorgesehen.

Kritisch merkt der Fahrgastverband Pro Bahn an, dass bislang sechs bzw. acht Euro maximal pro Fahrt erstattet werden. Kunden auf Langstrecken kämen leicht über diese Beträge, so der stellvertretende Bundesvorsitzende Lukas Iffländer.

Nicht so gut sei außerdem, dass Entschädigungen ausschließlich bei RMV-Verbundtickets akzeptiert würden. Viele Pendler kämen aber nach Frankfurt mit Ticktes der Deutschen Bahn, die von der neuen Regel ausgenommen sind.

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