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70 Jahre Hessen: Redakteure der FNP: Warum wir Hessen lieben

Hessen feiert Geburtstag. Heute ist es genau 70 Jahre her, dass die Bürger nach dem Krieg zum ersten Mal einen Landtag wählten und der Verfassung zustimmten.
Eine Fahne mit dem hessischen Landeswappen in Wiesbaden auf dem Gebäude des Landtags. Bilder > Foto: Daniel Reinhardt (dpa) Eine Fahne mit dem hessischen Landeswappen in Wiesbaden auf dem Gebäude des Landtags.
Frankfurt. 

Es gibt viele Gründe, das Land Hessen zu lieben. Redakteure dieser Zeitung haben aufgeschrieben, was sie mit ihrer Heimat verbinden. Auch Oigeplackte sind dabei, also solche, die zugezogen sind, und Hessen zu schätzen wissen – bis auf einen.

Es geht nichts über die Heimat

Für mich gibt es dieses eine Fleckchen Erde, an dem ich mich immer zu Hause fühle: Sulzbach am Taunus. Ich habe dort meine gesamte Kindheit und Jugend verbracht, und bin auch anschließend nicht weggekommen. Zu groß ist meine Verbundenheit zu diesem Fleckchen Erde und dem Bundesland, in dem es liegt. Denn ich bin stolze Hessin und liebe alles, was mit Hessen zusammenhängt. Da wäre natürlich das gute Stöffche, der Handkäs und die Grie Soß, der Taunus, Frankfurt und der Stadtwald, die Eintracht, das Gebabbel, die Kerb, die Weinfeste und noch vieles mehr. Ich möchte einige Dinge nicht unerwähnt lassen, die ich liebe, obwohl sie sich keiner großen Beliebtheit erfreuen. Da ist der Flughafen, den viele in der Region verteufeln, der aber das Tor zur Welt ist. Da ist die Frankfurter Zeil an einem Samstagnachmittag, die trotz Tausender Menschen immer zu einem gemütlichen Bummel einlädt. Und da sind die Autobahnen 3 und 5, die zwar sieben Tage die Woche völlig überfüllt, aber trotzdem irgendwie liebenswert sind. So wie der Rest von Hessen. An alle Kritiker noch ein kurzes Wort: An uns führt einfach kein Weg vorbei! Melanie Bäder, Volontärin

70 Jahre Hessen Quiz: Wie hessisch sind Sie?

Hessen feiert 70-jähriges Jubiläum. Wie gut kennen Sie Ihr Bundesland? Finden Sie es in unserem Quiz heraus.

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Euch gibt es doch eigentlich gar nicht!

70 Jahre Hessen, wollt Ihr das wirklich feiern? Den 70. feiert man doch eigentlich nur dann groß, wenn man an den 75. nicht mehr glaubt. Und überhaupt: Hessen – es gibt Euch doch eigentlich gar nicht. Ihr seid doch nur eine Verwaltungseinheit, zusammengefügt aus ein paar mittig liegenden Trümmern des Dritten Reichs. Machen wir uns nichts vor: Die meisten, die hessischen Boden betreten, tun dies nur, um gleich wieder davonzurauschen. Um über die Autobahn nach Bayern zu kommen oder nach Nordrhein-Westfalen (auch so ein seltsames Konstrukt) oder vom Flughafen aus in die Welt zu düsen. Nix wie weg. Dazu trägt auch euer Sprachfehler bei, den Ihr Dialekt nennt. Ist Sächsisch wirklich schlimmer? Wenn es Euch Hessen als Volksstamm wirklich gäbe, dann brächte nichts Euren leicht schizophrenen Volkscharakter besser zur Geltung als die Wendung „Komm, geh fort“. Versteht ihr nicht? Eben. Aber wisst Ihr was? Feiert nur den 70. Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Und eigentlich seid Ihr ja auch ganz nett. Wenn Ihr nicht gerade babbelt. Thomas Kurtenbach, Kultur-Redakteur

 

Hessisch babbeln: Martin "Maddin" Schneider kann es – wie gut können Sie es?
Testen Sie jetzt Ihren Dialekt! 70 Jahre Hessen: Haben Sie das Zeug zum Meister-Babbler?

Friedrich Stoltze konnte es, Maddin Schneider, Michael Quast und Badesalz können es: Hessisch babbeln, bis der Mund fusselt. Und Sie? Finden Sie es heraus in unserem Quiz aus Anlass des 70jährigen Geburtstages unseres Bundeslandes!

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Spannender Historie auf der Spur

Redakteur Thomas Schwarz mit der  Statue des Keltenfürsten im Museum  am Glauberg Bild-Zoom Foto: Corsmeyer
Redakteur Thomas Schwarz mit der Statue des Keltenfürsten im Museum am Glauberg
Wie – Hessen wird 70?! Da fehlen doch zwei Nullen! Zumindest wenn man es von den Menschen her sieht, die hier leben. Denn die Region erfreut sich schon ziemlich lange großer Beliebtheit! Neben dem Pariser Becken zählt die Wetterau im Herzen Hessens zu den ältesten Siedlungsgebieten in Europa! Schon vor rund 7000 Jahren jagten und sammelten unsere Vorfahren in der fruchtbaren Region nördlich von Frankfurt. Sie hinterließen uns viele sichtbare Spuren, die mich auch heute noch in den Bann ziehen. Nehmen wir zum Beispiel die Sandsteinstatue eines Keltenfürsten, der mit seinen Micky-Maus-ähnlichen Ohren im Museum am Glauberg steht. Oder den Limes, mit dem sich einst die Römer zu schützen versuchten. Oder die vielen Burgen und Schlösser jüngeren Datums. Hessen hat eine spannende Historie – es lohnt, sie sich anzuschauen! Thomas Schwarz, Redaktionsleiter in Bad Vilbel

Eine sehr liebenswerte Mischung

Als Frankfurterin mit norddeutschem Migrationshintergrund sehe ich Hessen vor allem als Mitte Deutschlands. Hier bilden Menschen aus vielen Regionen und Nationen mit den Einheimischen eine ganz eigene und sehr liebenswerte Mischung. Schlappmäuler oder schnäubische Zeitgenossen? So habe ich die Hessen nie erlebt. Inzwischen weiß ich auch, dass „Ei gude“ kein qualitativ hochwertiges Hühnerprodukt bezeichnet, und zucke bei „das ist mir“ für „das gehört mir“ nicht mehr zusammen. Nur den Werbespruch „An Hessen führt kein Weg vorbei“ finde ich seltsam. Klingt er doch wie: „Hessen – da musst du durch.“ Und diese Meinung ist einfach nicht mir. Pia Rolfs, Redakteurin "Blick in die Welt"

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