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Getreideernte in Gefahr: Regen vermiest die Ernte: Landwirte beklagen Ertragseinbußen

Hessens Landwirte sind mit der diesjährigen Saison nicht zufrieden. Vor allem beim Getreide liegen die Erträge deutlich unter den Erwartungen. Auch beim Wein gibt es Einbußen.
Weinlese am Böddiger Berg Foto: Swen Pförtner (dpa) Die Lese in Hessens nördlichstem Weinberg, dem Böddiger Berg bei Felsberg, hat begonnen. Die Winzer hoffen auf einen guten Jahrgang.
Bad Arolsen. 

Ob Weizen, Gerste oder Raps – die hessischen Landwirte beklagen eine miese Ernte. Nach Angaben des hessischen Bauernverbandes wurde die schlechteste Getreideernte seit drei Jahren eingefahren. Die erste Jahreshälfte 2016 sei vor allem in Südhessen viel zu nass gewesen. Das sagte Bauernverband-Generalsekretär Peter Voss-Fels in Bad Arolsen, wo am Sonntag das Landeserntedankfest gefeiert wird.

Zudem seien in diesem Erntejahr durch die feucht-warme Witterung Pilzkrankheiten ein Problem gewesen. Die Preise für Getreide lägen seit Monaten unter dem Vorjahresniveau und seien „nicht wirtschaftlich“. Insgesamt wurden 1,99 Millionen Tonnen Getreide geerntet, das waren rund 150 000 Tonnen weniger als 2015 (minus 7,2 Prozent). Einige Ernte-Ergebnisse im Detail:

Weizen: Mit 7,42 Tonnen pro Hektar liegen die Erträge deutlich unter dem Vorjahr (8,06 Tonnen pro Hektar). Insgesamt wurden 1,19 Millionen Tonnen Winterweizen geerntet und damit 105 000 Tonnen weniger als 2015.

Gerste: Die Erntemenge bei Wintergerste lag bei 465 700 Tonnen und damit rund zehn Prozent über dem Fünfjahres-Durchschnitt. Allerdings sank der Ertrag je Hektar von 7,21 Tonnen (2015) auf durchschnittlich 6,93.

Raps: Beim Winterraps wurden in diesem Jahr je Hektar 3,74 Tonnen und damit in etwa so viel wie im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre geerntet. Dies sei enttäuschend, sagte Voss-Fels. Je nach Witterung, Krankheiten und Region lagen die Erträge zwischen 2,5 und 4,5 Tonnen je Hektar. Die Erntemenge pendelte sich mit 228 100 Tonnen etwa 10 000 Tonnen unter dem Fünfjahres-Durchschnitt ein.

Triticale: Das Futtergetreide – eine Kreuzung aus Weizen und Roggen – konnte sowohl bei Ertrag als auch Erntemenge zulegen. Diese lag bei 118 000 Tonnen (Fünfjahres-Schnitt: 110 100 Tonnen), der Ertrag bei 6,54 Tonnen pro Hektar (Fünfjahres-Durchschnitt: 6,5 Tonnen).

Wein: Regen im Frühling und Frühsommer haben den Winzern im Rheingau und an der Bergstraße Einbußen bei der Lese beschert. Die Erträge liegen nach Angaben des Umweltministeriums hinter dem langjährigen Durchschnitt. Aber: Sonne und Wärme im weiteren Jahresverlauf hätten für einen guten Jahrgang mit guten Mostgewichten gesorgt.

Laut Bauernverband sanken im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2015/2016
(1. Juli 2015 bis 30. Juni 2016) die Unternehmensergebnisse der hessischen Landwirte dramatisch. Dafür wurden Daten von 17 000 Bauern ausgewertet. Insgesamt bliebe pro Familien-Arbeitskraft nicht einmal 2000 Euro pro Monat – ein Rückgang von 16,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Das Geld fehle für Investitionen, zum Beispiel in neue Geräte, sagte Voss-Fels weiter. „Damit leiden auch andere Wirtschaftszweige, wenn in der Landwirtschaft kein Geld verdient wird.“ Voss-Fels erwartete zudem weiter Druck bei den Milch- und bei Schweinepreisen. „Wir rechnen mit weiteren Einkommensverlusten im laufenden Jahr, in der Summe von zehn Prozent.“

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