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Feuerwehr schickt Fotos an die Polizei: Rettungsgasse blockiert: Autofahrern drohen Konsequenzen

Wenn ein Unfall passiert, muss eine Rettungsgasse gebildet werden, damit Einsatzfahrzeuge durchkommen. Auf einer Autobahn in Hessen machten Fahrer nicht mit. Das wird möglicherweise Folgen haben.
Ein neun Meter langes Banner mit der Aufschrift „Rettungsgasse“ hängt an einer Brücke über der A5 bei Eschborn. (Symbolfoto) Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) Ein neun Meter langes Banner mit der Aufschrift „Rettungsgasse“ hängt an einer Brücke über der A5 bei Eschborn. (Symbolfoto)
Mörfelden-Walldorf/Darmstadt.  Eine durch Autofahrer blockierte Rettungsgasse auf der Autobahn 5 in Südhessen könnte ein Nachspiel haben. Möglichen Verursachern drohe ein Bußgeld, teilte die Feuerwehr Mörfelden-Walldorf am Freitag mit. Beweisfotos von etwa 30 Fahrzeugen seien an die Autobahnpolizei Darmstadt geschickt worden.

 
«Die Autos haben kreuz und quer gestanden», sagte der
stellvertretende Stadtbrandinspektor Theo Herrmann. Nachdem erste
Einsatzfahrzeuge noch hätten durchkommen können, seien «einige
Schlaumeier hinterhergefahren», um dem Stau zu entkommen, meinte der
59-Jährige. «Dann haben die aber gemerkt, es geht doch nicht weiter.»
 
Auf der Autobahn bei Weiterstadt war am Mittwoch ein Bauarbeiter von
einer Brücke etwa fünf Meter in die Tiefe gestürzt und schwer
verletzt worden. Autofahrer hätten Rettungskräfte in ihren
Einsatzfahrzeugen behindert, teilte Herrmann mit. «Wir mussten die
letzten 800 Meter bis zum Einsatzort laufen. In voller Montur.» Laut
Polizei könnte es Verfahren mit einem Bußgeld von 20 Euro geben.
Herrmann zeigte sich verärgert über diesen Betrag. In anderen Ländern
müsse deutlich mehr bezahlt werden.
 
Feuerwehrmann sei er seit 46 Jahren. «Aber so etwas habe ich noch
nicht erlebt», schilderte Herrmann seine Eindrücke. Die Einsatzkräfte
hätten noch «höflich darum gebeten», doch Platz zu machen. Den
Feuerwehrleuten seien aber dumme Kommentare an den Kopf geworfen
worden - «Stellt Euch nicht so an» und «Macht doch nicht so einen
Zirkus»'.
 
Laut Polizei muss das von der Feuerwehr eingeschickte Material «erst
noch geprüft werden». Es werde dann zur zentralen Bußgeldstelle nach
Kassel weitergeleitet, sie schreibe womöglich die Halter der
Fahrzeuge an. «Dann wäre es ein ganz normales
Ordnungswidrigkeitsverfahren.» Anders sei es, wenn Einsatzkräfte
beleidigt worden seien. Dann könnte auch von einer Straftat die Rede
sein. Wirklich beleidigt hätten die Autofahrer die Feuerwehrleute
nicht, meinte Herrmann. «Es waren blöde Antworten.»

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