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Mehrere tausend Polizisten im Einsatz: Rosenmontag in Mainz: Laster-Verbot beim Umzug

Von Nach den Laster-Attacken von Nizza und auf dem Berliner Weihnachtsmarkt wird nun die Fastnacht für die Polizei zum Großeinsatz. In Mainz rüstet man sich mit viel Personal, Beobachtung im Vorfeld und einem Lkw-Fahrverbot für den Rosenmontag.
Die Zugente darf auf dem Rosenmontagszug in Mainz natürlich rollen, für Laster will die Stadt allerdings ein Durchfahrverbot verhängen. Archivfoto: gik
Mainz. 

Mehrere tausend Polizisten sollen an Fastnacht die Narren in Rheinland-Pfalz vor Terror und Unglücken schützen. Rund 1 000 Veranstaltungen gebe es zwischen Fastnachtsdienstag und Aschermittwoch. „Wir sind intensiv vorbereitet“, sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Montag in Mainz.

Der größte Umzug des Landes tobt in Mainz, rund 550 000 Menschen werden zum Rosenmontagszug in der Innenstadt erwartet, viele Besucher kommen auch aus Hessen. Die Polizei nimmt schon die Anreisenden ins Visier: In enger Zusammenarbeit mit der Bundespolizei in den Bahnhöfen würden schon die Anreiseströme aus dem Umland beobachtet, sagte Polizeiinspekteur Jürgen Schmitt. Verdächtige Gruppen sollen so schon frühzeitig gestoppt werden können.

Ínfo Fahrverbot in Wiesbaden, Poller in Frankfurt

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Das Konzept stammt größtenteils noch aus dem vergangenen Jahr: Nach der Silvesternacht in Köln, als Scharen junger Ausländer auf der Domplatte Frauen überfielen, wurden die Sicherheitskonzepte auch in Mainz grundlegend überarbeitet und auf flexiblere Tätergruppen angepasst. Mehr als 500 Seiten stark sei das Sicherheitskonzept inzwischen, berichtete Michael Bonewitz vom Mainzer Carnevals-Verein (MCV), allein für die Sicherheit müsse der MCV als Organisator der Straßenfastnacht 100 000 Euro ausgeben. Seit 2016 gilt vom Schillerplatz bis zum Höfchen ein striktes Glasverbot, ein Rucksackverbot soll es aber nicht geben.

Die Polizei setzt bei ihren Maßnahmen vor allem auf frühzeitiges Erkennen und Eingreifen: „Es wird umfassende Aufklärungsmaßnahmen durch zivile und uniformierte Polizei geben“, sagte Lewentz, „Spezialeinsatzkräfte im Hintergrund stünden für schnelle Intervention bereit“. Die Videoüberwachung werde an neuralgischen Punkten ausgeweitet, die Polizei Bodycams an ihren Uniformen einsetzen.

Neu in diesem Jahr sind Konsequenzen aus dem Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt: Bei großen Fastnachtsumzügen oder Freiluftparties sollen Blockaden zum Einsatz kommen. Das könnten Betonblöcke sein, aber auch große Sonderfahrzeuge der Polizei, die quer gestellt würden, um zu verhindern, dass ein Attentäter einen Lkw in eine Menschenmenge steuern könne, sagte Lewentz.

In Mainz will der Stadtvorstand am Dienstag ein Durchfahrverbot für Lkw über 3,5 Tonnen für den Rosenmontag beschließen. Das solle von 9 Uhr bis 19 Uhr gelten, sagte der Mainzer Polizeidirektor Achim Zahn. Betonblockaden wird es hingegen in Mainz nicht geben, man wolle die Fluchtwege für einen Notfall offen halten. Die Mainzer Innenstadt ist am Rosenmontag ohnehin großflächig für den Autoverkehr gesperrt, die Zufahrtsstraßen inklusive der Theodor-Heuss-Brücke über den Rhein sind dicht.

Die 2016 geplanten Rückzugsräume für Frauen werden in Mainz hingegen nicht umgesetzt: „Unsere Analysen haben gezeigt, dass das nicht nötig ist“, sagt Zahn. Es gelte weiter der Grundsatz: „Jeder Uniformierte ist ansprechbar.“ An Rosenmontag werden aber im Kernbereich rund um die Ludwigsstraße sogenannte Sicherheitspunkte mit Polizeipräsenz eingerichtet, erkennbar an großen Flaggen. Dazu werde es viel zivile Polizeikräfte in der Menge geben, Hubschrauberstaffeln würden zur Beobachtung aus der Luft eingesetzt. Eine eigens eingerichtete Informationsstelle im Landeskriminalamt soll alle Erkenntnisse sammeln, bewerten und an die Dienststellen weiter leiten.

„Wir gehen davon aus, dass es eine friedliche Veranstaltung wird, und dass das Wetter mitspielt“, sagte Lewentz noch mit Blick auf die 2016 ausgefallenen Rosenmontagsumzüge. Im Notfall würden Polizei und Rettungskräfte umfangreich über das Warnsystem Katwarn, sowie über Twitter, Facebook und die Medien informieren.

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