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Am Mittwoch folgt ein weiterer „Blitzermarathon“: Rote Blitze über Hessen

Autofahrer sollten am 19. April aufmerksam auf den Tacho schauen. Denn dann nimmt die Polizei auch in Hessen wieder Tempokontrollen vor. Der ADAC bezweifelt den Nutzen der Aktion.
Spätestens jetzt ist es Zeit für die Erkenntnis, dass man zu schnell unterwegs war: Solche und ähnliche Blitzer schwärmen am Mittwoch aus. Foto: Daniel Bockwoldt (dpa) Spätestens jetzt ist es Zeit für die Erkenntnis, dass man zu schnell unterwegs war: Solche und ähnliche Blitzer schwärmen am Mittwoch aus.
Frankfurt. 

Die Polizei in Hessen nimmt am 19. April bei einer großen Blitzer-Aktion wieder Temposünder ins Visier. Zwischen 6.00 und 22.00 Uhr gibt es Geschwindigkeitskontrollen an 324 Messstellen im Land. Wie die Beamten mitteilten, machen die Polizei Hessen und teilnehmende Kommunen bei einem europaweiten Verkehrsaktionstag namens „Speedmarathon“ mit. Damit soll auf die Gefahren zu schnellen Fahrens hingewiesen werden.

Die Polizei betonte in ihrer Ankündigung: Geschwindigkeitsverstöße seien keine Kavaliersdelikte. „Mit dem Druck auf das Gaspedal beeinflusst jeder Verkehrsteilnehmer die Sicherheit im Straßenverkehr und damit die Lebensqualität aller“, hieß es. Die Geschwindigkeit sei mit deutlichem Abstand die Hauptunfallursache bei Verkehrsunfällen mit Getöteten und Schwerverletzten. 2016 registrierte die Polizei insgesamt 141 133 Verkehrsunfälle auf Hessens Straßen. 231 Menschen starben im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall.

Hier geht es zur Übersicht der Blitzstellen

Der letzte sogenannte Blitzermarathon war vor einem Jahr. Die Polizei nahm landesweit das Tempo von etwa 363 000 Fahrzeugen in den Blick. Rund 15 000 von ihnen fuhren zu schnell, 181 Fahrverbote wurden verhängt.

Vor dem nun anstehenden „Speedmarathon“ veröffentlichte die Polizei eine Liste der Kontrollorte im Internet. „Wir wollen nicht möglichst viele Knöllchen schreiben und für vollere Kassen sorgen, sondern auf Gefahrenstellen im Verkehr hinweisen, wo sich schwere Unfälle ereignen können“, sagte Polizeisprecher Christian Stahl.

Nach Ansicht der Polizei wirkt die Blitz-Aktion. Vergleichsmessungen vorher und nachher an den Kontrollorten zeigten, dass die Autofahrer einige Zeit vom Gas gingen und die Beanstandungsquote geringer sei, sagte Guido Rehr von der Polizei in Dillenburg.

Der ADAC begrüßt zwar, wenn Verkehrsteilnehmer mit dem „Speedmarathon“ sensibilisiert werden, zweifelt jedoch an der Nachhaltigkeit: „Da solche öffentlichkeitswirksamen Kontrollen nur einmal jährlich stattfinden, droht der Effekt schnell zu verpuffen“, sagte Oliver Reidegeld vom ADAC Hessen-Thüringen in Frankfurt.

Vorgeschmack am Freitag

Unterdessen hat die Polizei bei mehreren Treffen von Auto-Tuning-Fans am Karfreitag in Hessen zahlreiche Fahrzeuge und Fahrer kontrolliert. Einige Autos wurden wegen Mängeln aus dem Verkehr gezogen. Die Beamten erteilten zudem Fahrverbote und sprachen Platzverweise aus.

In Frankfurt wurden am „Car-Freitag“ 138 Fahrer, 94 Autos und 5 Motorräder kontrolliert. 29 Fahrzeuge seien aus dem Verkehr gezogen worden, weil durch Veränderungen die Betriebserlaubnis erloschen war, teilte die Polizei mit. Den Beamten ging außerdem ein 36 Jahre alter Mann ins Netz, der per Haftbefehl gesucht wurde. Bei Geschwindigkeitsmessungen wurden bis zum Abend mindestens 315 Schnellfahrer geblitzt. Einer von ihnen war bei erlaubtem Tempo 50 mit 145 Kilometern pro Stunde unterwegs.

In Groß-Gerau am Helvetia-Park hielten sich rund 200 Tuningfreunde laut Polizei zwar größtenteils an die Feiertagsruhe, die Beamten stellten aber etliche Verstöße fest. Gegen einen 24-Jährigen wird wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt. Auch hier hatte ein Fahrer so viel an seinem Fahrzeug verändert, dass die Betriebserlaubnis erlosch, wie die Polizei in Darmstadt mitteilte.

Vier andere Fahrzeuge wurden sichergestellt und die Weiterfahrt verboten. Die Polizisten ahndeten zudem 16 technische Mängel. Mehrere Autofans fuhren zu schnell, sieben waren so rasant unterwegs, dass sie mit Fahrverboten rechnen müssen. Zwei Fahrer auf der Autobahn 5 (Basel–Kassel) bei Weiterstadt waren statt der erlaubten 80 Kilometer pro Stunde mit Tempo 143 und 145 unterwegs. Insgesamt wurden 78 Fahrzeuge und 105 Menschen kontrolliert.

In Limburg waren an Karfreitag trotz eines ausdrücklichen Verbots rund hundert Fahrzeuge im Gebiet um den Bahnhof gezählt und 47 kontrolliert worden. Die Polizei sprach 17 Platzverweise aus.

Bei einem genehmigten Treffen am Karsamstag kontrollierte die Polizei erneut Geschwindigkeiten und Fahrzeuge. Rund 400 Autobegeisterte waren zum ICE-Bahnhof gekommen. An den Zufahrtstrecken wurden bis zum späten Nachmittag 254 Fahrer geblitzt, die zu schnell unterwegs waren. Die bereitgestellten Plätze am ICE-Bahnhof hätten sich im Laufe des Tages gut gefüllt, sagte ein Polizeisprecher. Wegen des wechselhaften Wetters seien aber weniger Besucher auf das Gelände gekommen als im vergangenen Jahr.

In Fulda blieb es dagegen weitgehend ruhig. An den bekannten Treffpunkten der Tuning-Szene habe es keine größeren Ansammlungen von Fahrern mit ihren Autos gegeben. Dennoch seien insgesamt 55 Fahrzeuge kontrolliert und 24 Platzverweise ausgesprochen worden.

(lhe)
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