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Rückblick: Ein Jahr Fluglärm

Seit Eröffnung der Nordwest-Landebahn am Frankfurter Flughafen demonstrieren Tausende Menschen friedlich aber beharrlich gegen den Lärm über ihren Köpfen. Die Proteste sind nicht spurlos an der Politik vorbeigegangen. Wir präsentieren eine Bilanz der wichtigsten Ereignisse.
Frankfurt. 

landet ein Airbus A319 mit Bundeskanzlerin Angela Merkel an Bord auf der Nordwest-Landebahn. Die Kanzlerin weiht die neue Landebahn ein und fliegt anschließend zurück nach Berlin.

Am 15. November 2011 organisiert das Bündnis der Bürgerinitiativen (BBI) die erste Montagsdemo im Terminal 1: 400 Demonstranten fordern ein dauerhaftes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr und die Schließung der Nordwest-Landebahn.

Am 18. Januar 2012 gründen fluglärmgeplagte Sachsenhäuser die BI „Stopp Fluglärm“.

Am 16. Februar kullern Tränen bei einem Wahlkampfauftritt des OB-Kandidaten Boris Rhein (CDU) in Oberrad. Trauriger Höhepunkt des Abends ist die Wortmeldung einer zweifachen Mutter, deren 16 Monate alte Tochter wegen des Fluglärms an nächtlichem Nasenbluten leidet.

Am 1. März demonstrieren 5000 Ausbaubefürworter am Römerberg unter dem Banner der Imagekampagne „Ja zu FRA!“. Fraport-Angestellte können kostenlos vom Flughafen zur Hauptwache fahren.

Am 25. März besiegt Peter Feldmann seinen Konkurrenten Boris Rhein in der Stichwahl um den Posten des Frankfurter Oberbürgermeisters. Ein zentrales Wahlkampfthema war der Fluglärm.

Am 4. April bestätigt das Leipziger Verwaltungsgericht das Nachtflugverbot: Die Ausbaugegner sehen sich durch das Urteil bestätigt, und wollen weiter für die Stilllegung der Nordwest-Landebahn kämpfen. Wenig später verkündet die Lufthansa einen starken Rückgang in der Cargo-Sparte: Nach einem starken ersten Quartal 2011 sank die Zahl der transportierten Güter um 9,3 Prozent.

Im Mai beginnen die „Lärmbeschallungen“ der Privathäuser von Petra Roth, Roland Koch und Volker Bouffier. Die Aktion wird kontrovers diskutiert.

Bei der 25. Montagsdemo am 4. Juni protestieren 2000 Fluglärmgegner. Der Widerstand verliert nicht an Intensität. Am 11. Juni demonstrieren Hunderte Ausbaugegner vor der Paulskirche, in der die scheidende Oberbürgermeisterin Petra Roth geehrt wird. Am 24. Juni versammeln sich Tausende Ausbaugegner am südlichen Mainufer und bilden eine vier Kilometer lange Menschenkette, um ein Zeichen gegen Fluglärm zu setzen.

Am 30. Juli beginnen die Lärmmessungen an drei stark von Fluglärm betroffenen Grundschulen im Frankfurter Süden. Bildungsdezernentin Sarah Sorge verspricht unbürokratische Hilfe.

Am 12. August besucht OB Peter Feldmann ein Fluglärm-Straßenfest in der Niederräder Neuwiesenstraße und solidarisiert sich mit den Ausbaugegnern. Wenig später beklagt sich das Kollegium einer Niederräder Grundschule bei Kultusministerin Nicole Beer (FDP) über unzumutbare Lärmbelastung während des Unterrichts.

Am 30. August verkündet Ministerpräsident Bouffier die Einrichtung eines 265 Millionen Euro schweren Schallschutzfonds zur Abwehr von Fluglärm. Hiervon sollen etwa 17 300 Privathaushalte sowie Schulen und Kindergärten in der Nähe des Flughafens profitieren.

Im September besucht OB Peter Feldmann die Niederräder Friedrich-Fröbel-Schule und stellt in Aussicht, die anstehenden Sanierungen der von Fluglärm belasteten Schule zeitlich vorzuziehen.

Im Oktober tritt Peter Feldmann bei der Vollversammlung der BI Sachsenhausen als Redner auf und plädiert für die Ausweitung des Nachtflugverbots.

Im November korrigiert der Flughafenbetreiber Fraport seine Passagierprognose für das Gesamtjahr leicht nach unten auf 2 bis 3 Prozent Wachstum. Demnach legte die Zahl der Fluggäste im Oktober 2012 gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres nur noch um 1,3 Prozent zu.

Am 14. Dezember werden die Ergebnisse der Lärmmessung an den Schulen im Frankfurter Süden vorgelegt. Die Martin-Buber-Schule soll 2013 mit Lüftungsanlagen nachgerüstet werden.

Am 17. Dezember versammeln sich 1200 Menschen zur letzten Montagsdemo des Jahres am Terminal 1 und singen eine Protest-Version des Weihnachtsklassikers „Stille Nacht“.

(Mirco Overländer)
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