E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 28°C
1 Kommentar

Landtagswahlkampf: SPD-Chef Schäfer-Gümbel holt Gewerkschafter in sein Schattenkabinett

Von Wohnen ist eines der Topthemen im hessischen Landtagswahlkampf. Besonders die SPD möchte hier punkten und unterstreicht dies mit dem Plan, ein eigenes Ministerium einzurichten. Geführt werden soll es von einem Mann, den bisher kaum jemand auf der Rechnung gehabt haben dürfte.
Hans-Joachim und Thorsten, die Baumeister: Rosenbaum (links) und Schäfer-Gümbel wollen den sozialen Wohnungsbau ankurbeln.
Wiesbaden. 

Mit seinem roten Schutzhelm, dem karierten Hemd und den Sicherheitsschuhen wirkt Hans-Joachim Rosenbaum, als würde er selbst mit Hand anlegen bei der Konstruktion des Gebäudes. In diesem Fall ist Rosenbaum aber lediglich für ein Foto auf das Gerüst eines Neubaus in der Wiesbadener Dantestraße geklettert, wo die GWW Wohnungsbaugesellschaft ein neues Quartier errichtet. 199 Wohnungen sind dort für 250 bis 300 Menschen entstanden, 40 Prozent der Behausungen im zweiten Bauabschnitt öffentlich gefördert.

Für Hans-Joachim Rosenbaum ist das Wiesbadener Vorzeigeprojekt, das sich in der Endphase befindet, ein Beispiel für eine Richtung, die er selbst demnächst einschlagen möchte und die da heißt: bezahlbare Wohnungen für breite Schichten schaffen. Es ist ein Satz, den der 58-Jährige gesprochen hat, als ihn Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel etwa eine halbe Stunde zuvor als künftigen Minister für Wohnungsbau und Landesentwicklung präsentiert hat. Für den Fall eines Wahlsiegs seiner Partei.

Überraschende Wahl

Rosenbaum ist eine überraschende Wahl, gehört er doch nicht zum engeren Zirkel der hessischen SPD. Dafür ist er vom Fach oder anders ausgedrückt: Der gebürtige Dortmunder ist seit Ende 2009 Regionalleiter der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) und kann auf eine lange Karriere zurückblicken. „Seit meiner Lehre als Betonbauer habe ich die Baubranche nicht mehr verlassen“, kokettiert Rosenbaum mit seiner Vita.

Werkswohnungen

Rosenbaum wisse als Praktiker, Tarifexperte und Verhandlungsführer der Gewerkschaft, wo der Schuh drückt, sagt Schäfer-Gümbel, der dem Thema bezahlbaren Wohnraum besondere Priorität einräumt und deshalb auch nach einem Wahlsieg ein eigenes Ministerium für den Bereich schaffen möchte.

„Alle wichtigen Zuständigkeiten und Kompetenzen für den Wohnungsbau in einem Ministerium zu bündeln, ist die erste Voraussetzung, um mehr und schneller bauen zu können“, sagt Rosenbaum, der Schwarz-Grün „völliges Versagen“ in der Wohnpolitik vorwirft. Das Land müsse gegen Bodenspekulationen vorgehen, statt auf dem Wohnungsmarkt selbst als Spekulant aufzutreten. Es gelte, Landesflächen schnell und günstig für den Wohnungsbau bereitzustellen“. „Deswegen wollen wir einen Vorrang von Erbbau vor Verkauf, einen Vorrang von Konzeptvergabe vor Höchstpreis“, sagt Rosenbaum.

In den Bauaktivitäten brauche man einen Schwerpunkt auf dem öffentlich geförderten Wohnungsbau, „denn preisgebundene Wohnungen dämpfen den gesamten Markt“. Der Gewerkschafter spricht sich auch für eine Renaissance der Werkswohnungen aus. Ziel sei es auch, alle Betroffenen an einen Tisch zu bekommen.

Zur Startseite Mehr aus Rhein-Main & Hessen

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen