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Samtpfoten suchen neues Zuhause

Reichelsheim.  Der kleine Mio wächst mit fünf Katzen auf. Da wundert es nicht, dass der Zweijährige mit der nötigen Vorsicht, aber völlig angstfrei auf Samtpfoten zugeht. Im Tierheim Elisabethenhof in Dorn-Assenheim durfte er am Tag der offenen Tür ausnahmsweise mit seinem Vater ins Katzenhaus hineingehen und die Miezen unter dem regen Interesse vieler Besucher behutsam mit Leckerlies verwöhnen.

„Kinder schützen Tiere“ – unter diesem Motto hatte der Förderverein Tierheim Elisabethenhof eingeladen. An den beiden Tagen nutzten mehr als tausend Besucher die Gelegenheit, sich ein Bild von der Arbeit der Tierschützer zu machen und sich Informationen zur artgerechten Haltung von Haustieren zu holen. „Wir wollen die Beziehung Mensch-Tier verbessern“, sagt Jutta Breitwieser. Sie ist Tierheimleiterin und Vorsitzende des Bundes gegen Missbrauch der Tiere (bmt), dem der Elisabethenhof angeschlossen ist. 31 Hunde und 80 Katzen warten dort ebenso auf ein neues Zuhause wie Chinchillas, Farbmäuse, Ratten, Kaninchen und Minischweine.

Das größte Problem seien die vielen Katzen, die im Tierheim landen. Breitwieser bedauert, „dass zu viele Menschen die Kosten einer Kastration scheuen“. Um künftig Tierleid zu verringern, wollen die Tierschützer vor allem Kinder im Grundschulalter motivieren, denn sie gelten als die Tierschützer von morgen. „Wer im Kindes- und Jugendalter Tiere achtet, sie schützt und ihnen hilft, wird diese Grundeinstellung sein Leben lang behalten“, versichert Jutta Breitwieser. Deshalb bietet der bmt Lehrern eine Tierschutzmappe an und begleitet Erzieher bei Projekten. Außerdem können sich Kinder und Jugendliche für den Preis der Ehepaar-Quade-Stiftung bewerben, mit denen die Schüler geehrt werden, die sich aktiv für den Tierschutzgedanken stark machen.

Katzentherapeutin Anja Demandt weiß so ziemlich alles über Katzen. Damit es nicht zu Verhaltensauffälligkeiten kommt, solle die richtige Katze – besser zwei – ganz gezielt ausgewählt werden. „Mensch und Tier müssen zueinander passen“, sagt sie. Jeder brauche ein anderes Tier, je nach Temperament und Lebensverhältnissen. Frühestens mit zwölf Wochen, wenn die Erziehung in der Katzenfamilie abgeschlossen ist, darf ein Katzenjunges seine Mutter verlassen.

In der neuen Familie sollte schon katzengerechtes Zubehör sein. Ein stabiler Katzenbaum, Fressgeschirr und Spielzeug wären ideal, dazu ein großes Katzenklo. Das Wichtigste aber sei der soziale Kontakt zum Menschen. Da sich die Katze dem Lebensrhythmus des Menschen anpasst, wechseln ihre Bedürfnisse nach Ruhe mit Tobe-Phasen ab. „In der Abenddämmerung kriegen sie meist ihre verrückten fünf Minuten, in denen die Katze noch einmal ausgelassen spielen möchte, bevor Mensch und Katze um den besten Platz im Bett kämpfen“, sagt die Expertin lachend.

Auf dem Gelände des Tierheims wurden Vorführungen im Hundesport angeboten, auch Hindernisläufe und ein Mischlingshunde-Wettbewerb. Jede Menge Spiel und Spaß boten Kurzweil für Jung und Alt, die Mitarbeiter haten ein riesiges Angebot an Büchern und Flohmarktartikeln, Pflanzen und schönen Steinen vorbereitet.

Am Sonntag stellte Miriam Deforth, die Moderatorin der HR-Sendung „Herrchen gesucht“ Tierheimhunde vor. Wer sich für ein Tier entschieden hatte, musste sich allerdings noch einige Tage gedulden, denn am Tag der offenen Tür wurden keine Tiere vermittelt. (rec)

Am Sonntag, 1. Oktober, findet im Tierheim ein Kurs „Erste Hilfe für Ihren Hund“ statt. Mehr Infos im Internet unter http://www.tierheim-elisabethenhof.de und beim bmt unter der Telefonnummer (0 60 35) 59 16.
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