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Hohe Sicherheitsausgaben für Rüsselsheim: Schleppende Ticketverkäufe: Hessentag droht Millionen-Defizit

Von Die Ticketverkäufe für die Konzerte während des Hessentags erfüllen bislang nicht einmal ansatzweise die Erwartungen. Für die Stadt Rüsselsheim könnte das Landesfest zum Millionengrab werden.
Rüsselsheim hat sich für den Hessentag schick gemacht – doch es droht Ungemach. Foto: Robin Göckes Rüsselsheim hat sich für den Hessentag schick gemacht – doch es droht Ungemach.
Rüsselsheim. 

Die Stadt Rüsselsheim bleibt bisher auf vielen Karten für die Konzerte sitzen, die während des Hessentags eigentlich Tausende Besucher in die Stadt locken sollen. Obwohl für die Auftritte während des Landesfestes vom 9. bis 18. Juni klangvolle Namen verpflichtet wurden, kommt der Kartenverkauf bisher nicht in die Gänge.

Für die Buchung der Künstler hat die Stadt rund 3,7 Millionen Euro ausgegeben. Eingenommen werden konnten bislang gut 2,8 Millionen Euro. Kalkuliert wurde aber mit Einnahmen durch Ticketverkäufe in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro. Besonders die Auftritte in der Hessentagsarena auf dem Gelände des Autobauers Opel sind rund drei Wochen vor Beginn des Landesfestes noch lange nicht ausverkauft. Die Arena, die speziell für den Hessentag aufgebaut wird, soll bis zu 32 000 Besucher fassen können.

Nach Informationen dieser Zeitung wurden bislang gerade einmal 6371 Tickets für das Konzert der „Kings of Leon“, 5172 für den Auftritt von David Garrett und 5134 für die Scorpions verkauft. Und auch Peter Maffay oder etwa Zucchero droht ein Auftritt vor nur wenigen Tausend Besuchern. Lediglich für den vom Radiosender HR3 gesponserten Abend mit Silbermond, Andreas Bourani und Joris wurden bislang mehr als 10 000 Karten verkauft.

Besser als die normalen Konzerte laufen die beiden Partyabende "Just 90s" und "Just White" des Radiosenders FFH. Für die wurden bislang jeweils etwa 15000 Tickets abgesetzt. Allerdings profitiert die Stadt davon eher indirekt durch zusätzliches Publikum in der Innenstadt, als direkt finanziell.

Der Stadt drohen also wenige Wochen vor Beginn des Landesfestes nicht nur Bilder von äußerst mager besuchten Konzerten während des Hessentags, sondern auch ein drastisches Defizit. Denn die Konzerte sollten sich eigentlich nicht nur selbst finanzieren, sondern im besten Fall auch positiv auf die finanzielle Gesamtbilanz des Landesfestes wirken. Um in die Gewinnzone zu rutschen, müssten zwar nicht alle Auftritte in der Arena ausverkauft sein. Einige tausend Karten mehr als bislang müssten aber durchaus abgesetzt werden.

Unabhängige Veranstalterkreise gehen zwar davon aus, dass der Ticketverkauf für die Open-Air-Veranstaltungen in den letzten Tagen noch einmal anziehen könnte, das Risiko für die Stadt bleibt aber enorm. Sie ist auch stark abhängig von der Wetterprognose.

Rüsselsheims Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) setzt darauf, dass in den kommenden Wochen noch möglichst viele Musikfans Tickets erwerben. „Wir haben vor vier bis fünf Wochen die Werbung massiv erhöht, und das spüren wir auch bei den Verkaufszahlen“, sagt Burghardt. Optimal seien die Verkäufe bislang nicht gelaufen, räumt er ein. „Aber die Zahlen sind in Ordnung. Bei den günstigen Ticketpreisen werden sich auch einige Menschen spontan zum Konzertbesuch entscheiden“, glaubt er.

Der schleppende Ticketverkauf ist nicht die einzige finanzielle Unsicherheit, mit der die hoch verschuldete Hessentagsstadt Rüsselsheim derzeit zu kämpfen hat. Für die Gewährleistung der Sicherheit während des Landesfestes, zu dem etwa eine Million Besucher erwartet werden, musste die Kommune bislang schon mehr als 2,9 Millionen Euro einplanen. Vorgesehen waren dafür ursprünglich lediglich 1,6 Millionen Euro.

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