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Schnee und Unfälle: Wintersturm „Egon” zieht über Hessen

Das Tief beschert den Hessen ungemütliche Stunden, das ganz große Chaos bleibt aber aus. Dennoch brauchen die Menschen vielerorts starke Nerven.
Schneepflug. Foto: Uwe Zucchi Schneepflug. Foto: Uwe Zucchi
Frankfurt/Main. 

Das Tief „Egon” hat den Hessen stürmische Stunden mit teils heftigem Schneefall beschert. Die Auswirkungen waren dabei am Freitag vielfältig im Land zu spüren, das befürchtete große Chaos blieb aber aus. Während die Polizei in Nordhessen von einem „normalen Wintertag” mit wenig Behinderungen sprach und die Beamten in Mittelhessen nur zu „relativ wenigen” Einsätzen ausrückten, gab es gerade im Osten des Landes Probleme. Bei Fulda starb ein 21-jähriger Autofahrer nach einem Überholmanöver auf glatter Straße.

WETTERLAGE: Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurden in Südhessen und Wiesbaden Orkanböen gemessen. Auf der Wasserkuppe fielen 40 Zentimeter Schnee. Auch in Waldeck-Frankenberg und im Taunus schneite es teils heftig, Schnee fiel ebenso in den Höhenlagen um den Meißner und in Willingen.

VERKEHR: Landesweit krachte es auf den glatten und verschneiten Straßen, mehrere Menschen erlitten leichte Verletzungen. Die Polizei in Osthessen berichtete von „massiven Verkehrsproblemen”. Auf der Autobahn 7 (Fulda-Würzburg) stellten sich an der Landesgrenze zu Bayern auf der eis- und schneeglatten Fahrbahn einige Lastwagen quer und blockierten den Verkehr. In der Hohen Rhön waren viele Straßen verschneit und vereist. „Je höher man kommt, desto schwieriger wird die Lage”, sagte ein Polizeisprecher.

Im Vogelsberg stürzten Bäume unter der Schneelast um und blockierten den Verkehr. Im Taunus kam es zu Behinderungen im Berufsverkehr, auch der Winterdienst wurde teils ausgebremst. Im Odenwald sperrte die Polizei mehrere Straßen. Bei Grebenstein in Nordhessen rutschte ein mit 45 Kindern besetzter Schulbus in einen Graben, verletzt wurde aber niemand. Auch rund um Wiesbaden gab es wegen starker Schneefälle und Sturmböen viele Auffahrunfälle.

SCHÄDEN: Die Böen knickten vielerorts Bäume um. In Mittelhessen wurden vereinzelt Dächer ab- und Bauzäune mitgerissen. Außerdem wirbelte „Egon” drei Garten-Trampoline umher, wie ein Polizeisprecher berichtete. Eben alles, was durch die Luft fliegen könne. Auch Weihnachtsbäume wurden demnach zu Flugkörpern. In Südhessen gab es allein am frühen Morgen mehr als 100 Alarme - meist ging es um umgestürzte Bäume oder umgewehte Straßenschilder.

ZÜGE: Bei der Bahn gab es ebenfalls Probleme. Die Strecken Darmstadt-Bensheim und Gießen-Frankfurt mussten früh morgens für einige Zeit gesperrt werden, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Auch der Rhein-Main-Verkehrsverbund meldete Verspätungen und Ausfälle. Nach Angaben der Feuerwehr wurde in Dreieich-Buchschlag ein Zug mit 23 Fahrgästen evakuiert. Dieser war mit einem Baum kollidiert.

FLÜGE: Am Frankfurter Airport wirbelte „Egon” den Flugplan erheblich durcheinander. 130 der rund 1100 Flüge seien annulliert worden, sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport. „Der Sturm war so stark, dass die Flugzeugabfertigung zeitweise eingestellt werden musste.” Am Vormittag entspannte sich die Lage am größten deutschen Flughafen wieder etwas.

SCHULE: Viele Schüler durften sich freuen, denn „Egon” bescherte ihnen einen freien Tag. An rund 90 Schulen habe es unterrichtsfrei gegeben, berichtete ein Ministeriumssprecher in Wiesbaden. Im Odenwaldkreis fiel der Unterricht komplett aus. Auch in zahlreichen weiten Kommunen sorgten Schnee, Schneeverwehungen und Sturm für schulfrei, etwa im Hochtaunuskreis, im Rheingau-Taunus-Kreis, im Kreis Limburg-Weilburg, im Lahn-Dill-Kreis, im Kreis Marburg-Biedenkopf oder im Vogelsbergkreis.

WINTERFREUDEN: Hessens größtes Skigebiet in Willingen erwartet nun sehr gute Ski- und Rodelbedingung. „Nachdem Sturmtief „Egon” auch im Sauerland sowie dem Upland langsam abzieht, werden im Skigebiet Willingen nach und nach die Lifte in Betrieb gehen”, heißt es in einer Mitteilung.

WARNUNG: Auf einen Waldspaziergang sollte man in den kommenden Tagen besser verzichten - der Hessische Waldbesitzerverband warnt vor umstürzenden Bäumen. Denn „Egon” habe überall einzelne Bäume angedrückt, die in den nächsten Tagen jederzeit umstürzen könnten. Zudem hänge in den Baumkronen nasser und schwerer Schnee. „Unter der Last brechen immer wieder Äste ab, fallen zu Boden oder bleiben in der Baumkrone hängen”, warnten die Waldbesitzer.

WEITERE AUSSICHTEN: Der DWD erwartet in der Nacht zum Samstag weitere Regen-, Schnee- und Graupelschauer in Hessen. Auch tagsüber soll es Schnee oder Schneeregen geben. Der Wind weht mäßig, Böen sind aber weiterhin möglich.

(dpa)
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