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Bike & Ride-Anlagen: Sichere Parkplätze fürs Rad

Bike&Ride-Anlagen sind an Bahnstationen im Rhein-Main-Gebiet weit verbreitet. Fahrradstellplätze gibt es inzwischen an 300 Bahnhöfen, Fahrradboxen an 77. Die Resonanz auf letztere ist jedoch sehr unterschiedlich. Das hat seine Gründe.
Anna Zink stellt ihr Fahrrad täglich an der Oberurseler Bike & Ride-Station ab. Sich eine Fahrradbox (r.) zu mieten, ist der Schülerin zu teuer.
Frankfurt. 

Wer seinen Drahtesel an Bahnhöfen im Rhein-Main-Gebiet abstellen möchte, hat üblicherweise zwei Möglichkeiten: Fahrradstellplätze oder Fahrradboxen. Erstere gibt es mittlerweile an 300 Bahnhöfen im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbunds, letztere nur an 77.

In Oberursel am Taunus wurden im Zuge der Bahnhofsneugestaltung 2011 zahlreiche überdachte Fahrradstellplätze eingerichtet sowie mittlerweile 16 abschließbare Fahrradboxen aufgestellt. „Gestartet sind wir damals mit acht Boxen. Da die Nachfrage jedoch riesig war, hat die Stadt aufgerüstet“, berichtet Heiko Scholl von der City Zweirad GmbH, welche die Vermietung der Boxen übernimmt.

Und noch immer übersteigt die Nachfrage das Angebot. Und das, obwohl Radler fünf Euro im Monat für den Service berappen müssen. „Wir führen eine Warteliste“, so Scholl. Dass die Boxen so gut angenommen werde, liege einerseits daran, dass sich Sachbeschädigungen ausschließen ließen und daran, dass der Bahnhof nicht für alle Nutzer der Öffentlichen Verkehrsmittel fußläufig erreichbar ist, erklärt Scholl.

Inzwischen gibt es Überlegungen, weitere sichere Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder zu schaffen, beispielsweise an Bushaltestellen, die wie „Am Zollhaus“ in Stierstadt an einer Regionalbusroute liegen. „Allerdings wären solche Abstellanlagen auch an Park&Ride-Anlagen denkbar. Angesprochen würden hier Fahrgemeinschaften“, sagt Scholl.

Ganz anders die Situation in Egelsbach, 20 Kilometer südlich von Frankfurt. Dort sind von 24 Fahrradboxen nur 5 vermietet. „Die Nachfrage ist sehr gering“, bedauert das städtische Bauamt. Eine Erklärung dafür haben die Verantwortlichen nicht. An der Miethöhe kann es nicht liegen, sie ist mit 5,11 Euro pro Monat nur unwesentlich teurer als in Oberursel. Jedoch ist die Gemeinde vergleichsweise überschaubar und der Bahnhof für viele auch fußläufig erreichbar. Pläne für neue Abstellanlagen gibt es deshalb nicht.

Förderung vom Land

Anders sieht es in Schwalbach am Taunus aus. „Es besteht schon länger der Wunsch, weitere Fahrradboxen aufzustellen. Im Haushalt 2016 hat er sich noch nicht realisiert“, berichtet die städtische Bauamtsleiterin Heike Hochheimer. 20 000 Euro sollen nun im Haushalt 2017 dafür vorgesehen werden. Zuvor müsste ein neuer Standort gefunden werden. Alle zwölf Boxen – sie sind vermietet und kosten sechs Euro pro Monat – sind bisher im Parkhaus am Marktplatz untergebracht. Eine Erweiterung sei dort nicht möglich, da dann Parkflächen für Autos wegfielen. „Aber wir wollen die Menschen unterstützen, die von Bike&Ride Gebrauch machen, und suchen nach einer Alternative“, sagt sie.

Fördermittel vom Land könnte die Kommune allerdings erst dann erhalten, wenn sie sich mit anderen zusammenschließt. Denn eine Förderung gibt es erst ab einem Betrag von über 100 000 Euro. Bei der Akquise von Partnern erhalten Kommunen nun Unterstützung vom Regionalverband FrankfurtRheinMain. „So können wir einen Beitrag zur Förderung des Rad- und Öffentlichen Nahverkehrs in unserem Ballungsraum leisten“, begründet die Erste Beigeordnete des Verbandes, Birgit Simon (Grüne).

Informationen vom RMV

Einen ersten Erfolg kann der Verband bereits verbuchen. Er hat unlängst sieben Kommunen mit einem Sammelantrag unterstützt, 270 000 Euro konnten so eingeworben werden. So müssen die beteiligten Kommunen – darunter Langen, Bad Vilbel, Neu-Isenburg, Dreieich, Niederdorfelden, Schöneck und Nidderau-Windecken – nur noch 80 000 Euro anteilig tragen. Deshalb ermuntert Simon alle Kommunen, bei ähnlichen Interessenlagen auf den Regionalverband zuzugehen. „Wir werden auch künftig – sofern möglich – beraten und Unterstützung anbieten.“

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) lobt das Engagement. Auch weil Bike&Ride ein wichtiger Baustein in der Stationsentwicklung ist, wie Pressesprecher Sven Hirschler verdeutlicht. Damit sich die Fahrgäste vor Fahrtantritt über Radabstellplätze an den Stationen erkundigen können, trägt der RMV auf seiner Webseite www.rmv.de alle nötigen Informationen zusammen. „Damit erleichtern wir Fahrgästen die Reiseplanung und machen den RMV für noch mehr Menschen attraktiv.“

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