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Lebensmittelprodukte im Test: Siegel für gutes Schulessen

Die Auswahl an vorgefertigten Nahrungsmitteln für die Gemeinschaftsverpflegung ist groß. Doch welche eignen sich fürs Essen in der Schulmensa?
Symbolbild Foto: Matthias Hoffmann Symbolbild
Fulda. 

Mit einem neuen Markenzeichen soll künftig schneller erkennbar sein, welche Lebensmittel sich besonders gut für die Schulverpflegung eignen. Entwickelt hat es die Hochschule Fulda unter dem Namen: „whatsEAT – Gute Schul-Catering-Produkte“. Es ist das bundesweit erste Markenzeichen seiner Art, wie die Forscher am wissenschaftlichen Zentrum für Catering, Management und Kulinaristik (ZCMK) am Samstag mitteilten. Welche vorbereiteten Gerichte sich eignen und welche nicht, soll damit künftig leichter zu überschauen sein. Das Label für gute Schul-Catering-Produkte basiere auf den Erkenntnissen mehrjähriger Forschungsarbeit des ZCMK, erklärte die Hochschule. Es soll Mensabetreibern und Anbietern von Schulessen die Auswahl aus der Fülle an Convenience-Produkten erleichtern.

Viel vorgefertigtes Essen

Da nicht jede Schule eine Frischküche anbieten kann, wird viel mit solchen vorgefertigten Lebensmitteln gearbeitet, die nur noch zubereitet werden, zum Beispiel nur noch erhitzt werden müssen. Dazu zählen etwa Gemüselasagne, Züricher Geschnetzeltes oder Tomaten-Kräuter-Sugo. Es gibt aber auch komplette Menüs wie Quinoa-Gemüse-Pfanne mit Süßkartoffeln und Ananas oder einzelnen Komponenten, die miteinander kombinierbar sind.

Die Leiterin des ZCMK, Stephanie Hagspihl, erklärte: „Für die Gemeinschaftsverpflegung gibt es eine breite Palette hochwertiger Lebensmittelzubereitungen, doch nicht alles trifft den Geschmack von Kindern und Jugendlichen. Wir wollen Caterer und Mensabetreiber dabei unterstützen, die richtige Wahl zu treffen.“

Aufgrund der steigenden Zahl an Ganztagsschulen und zahlreicher Unterrichts- und Betreuungsangebote am Nachmittag nähmen immer mehr Schüler ihr Mittagessen in der Schule ein. „Vor diesem Hintergrund wird es zunehmend wichtiger, eine qualitativ hochwertige Gemeinschaftsverpflegung anzubieten“, sagte die Wissenschaftlerin der Fuldaer Hochschule. Nach Angaben des hessischen Kultusministeriums in Wiesbaden haben hierzulande im aktuellen Schuljahr schon insgesamt 1071 von 1673 Schulen ein Ganztagsprogramm – allerdings bieten dies längst nicht alle an fünf Tagen in der Woche an.

Auch das Bundesernährungsministerium hat schon wiederholt betont, dass gutes Schulessen wichtig sei. Im vergangenen September etwa kündigte Ressortchef Christian Schmidt (CSU) eine Art TÜV für Schulessen an und gab die Einrichtung eines Nationalen Qualitätszentrums für Ernährung in Kita und Schule (NQZ) bekannt. Dieses soll ein Scharnier zwischen dem Bund und den Ländern sein. In Hessen wiederum existiert eine vom Land geförderte Vernetzungsstelle Schulverpflegung, die beraten soll.

Kinder brauchen Vielfalt

Zudem hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) im Auftrag des Bundesernährungsministeriums einen Qualitätsstandard für Schulverpflegung erarbeitet. Dieser Standard richtet sich – ähnlich wie „whatsEAT“ – an Schulträger, Schulleitungen, Schulgremien, Vertretungen der Schülerschaft und Eltern sowie an Hersteller von Schulessen wie Caterer. Darin heißt es etwa, besonders Kinder und Jugendliche benötigen zur Prägung ihrer Sinne ein Angebot an Lebensmitteln, das „eine Vielfalt in Geschmack sowie in Geruch, Konsistenz, Aussehen und Hörerlebnissen bietet“.

Empfohlen werden in dem DGE-Standard beispielsweise für das Frühstück frisches oder tiefgekühltes Obst ohne Zuckerzusatz sowie Fleisch- und Wurstwaren mit maximal 20 Prozent Fett; für das Mittagessen ein tägliches Angebot an Rohkost, Salat oder gegartem Gemüse sowie eine Stärkebeilage. Zu Convenience-Produkten heißt es, es solle stets auf den Zucker- und Salzgehalt sowie die Art des verwendeten Fettes geachtet werden. Bei Gemüse und Obst sind demnach wegen des höheren Nährstoffgehalts tiefgekühlte Produkte Konserven vorzuziehen.

Im Fall des neuen Fuldaer Markenzeichens werden Lebensmittelprodukte zertifiziert, die ein dreistufiges Verfahren erfolgreich durchlaufen und sich für die Ernährung von Kindern und Jugendlichen als besonders geeignet erweisen. Sie erhalten dann für drei Jahre das Markenzeichen.

Drei-Stufen-Test

Bewertet werden im ersten Schritt der Energie- und Nährstoffgehalt und die Frage, ob Zusatzstoffe enthalten sind. Die Ergebnisse der Prüfungen fließen zu 38 Prozent in die Endnote ein. In der zweiten Stufe untersuchen die Wissenschaftler, wie schnell und einfach sich das Produkt in der Gemeinschaftsverpflegung verarbeiten lässt. Dieser Punkt fließt mit zwölf Prozent ein. Im dritten und letzten Schritt testen rund 100 Schüler das Produkt geschmacklich in ihrer Mensa. Das Ergebnis dieses Akzeptanztests macht 50 Prozent der Bewertung aus.

20 Produkte verschiedener Hersteller haben die kostenpflichtige Zertifizierung bereits absolviert, wie die Hochschule berichtet. Es folgen weitere Testzyklen mit weiteren Produkten. „Die Hersteller reichen ihre Produkte zur Bewertung ein. Das Markenzeichen ist für sie Anreiz, sich dieser Zertifizierung zu unterziehen“, erläutert Hagspihl.

Die Wissenschaftler des ZCMK wollen das Portfolio an zertifizierten Produkten laufend erweitern. So soll ein breites Angebot aufgebaut werden, aus dem Caterer und Mensabetreiber auswählen können. Bis Ende dieses Jahres soll schließlich ein Portal entstehen, das dann alle zertifizierten Produkte präsentiert.

(lhe)
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