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Übernachtungen: So ist der Hessen-Tourist

Von Für viele Besuchergruppen bietet Hessen etwas, der Tourismus boomt. Doch es gibt auch Verlierer, beklagt der Hotel- und Gastronomieverband Dehoga.
Erinnerungen an Frankfurt Foto: Sebastian Stenzel (dpa) Bild vor dem Frankfurter Römer? Kein Problem. Ein Selfie-Stick hilft diesen asiatischen Touristen beim Selbst-Fotografieren.
Frankfurt. 

Und der Gewinner ist . . . Offenbach! Mit einem 20-prozentigen Zuwachs an Übernachtungen glänzt Frankfurts Nachbarstadt im ohnehin boomenden Hessentourismus. Was aber sind es für Gäste, die unser Bundesland anzieht – und wer reist nach Offenbach? Der Versuch einer Typologie:

  Der Kulturtourist: Ein scheues Wesen, aber 2017 vor allem in Nordhessen in großen Populationen anzutreffen. Vom „Documenta-Effekt“ spricht Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), konnte doch Kassel eine Steigerung der Übernachtungen um 17 Prozent verbuchen. 2018 will Frankfurt bei diesem Publikum punkten, etwa mit der Eröffnung der Altstadt und der Rubens-Ausstellung im Städel.

  Der Städteurlauber: Frankfurt hat kein „kaltes Image“ mehr, freut sich Thomas Feda, Geschäftsführer der Tourismus+Congress GmbH Frankfurt. Deutschland-Urlauber, aber auch überdurchschnittlich viele ausländische Gäste entdecken die Stadt. Wiesbaden kann nun diejenigen anlocken, die sich auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin an dem digitalen Reiseführer „Cool Cities“ orientieren. Steht doch die hessische Landeshauptstadt dort sogar in einer Reihe mit London und New York.

  Der Durchreisende: Er ist vom Städteurlauber mit bloßem Auge manchmal nicht zu unterscheiden. Bekannt ist nur, dass der Tourist in Frankfurt durchschnittlich 1,8 Tage und in Hessen 2,2 Tage verweilt. Der Slogan „An Hessen geht kein Weg vorbei“ heißt also vielleicht für manche: „Hessen, da musst du durch.“

  Der Geschäftsreisende: Die Hälfte aller Gäste sind geschäftlich in Hessen. Aber immer mehr folgen offenbar dem „Bleisure“-Trend, der „business“ und „leisure“, also Geschäft und Freizeit, verbindet. Nach dem Besuch der Messe oder einer Tagung fahren sie etwa in den Rheingau oder den Odenwald. Deswegen ist es laut Feda wichtig, dass sich die Region touristisch gemeinsam vermarktet. Das will sie auch auf der ITB Anfang März.

  Feinschmecker: Er steht in diesem Jahr besonders im Visier der Touristiker, hat doch die Deutsche Zentrale für Tourismus das Motto „Kulinarisches Deutschland“ ausgegeben. Ob Lammwochen im Odenwald, Naschmarkt in Rotenburg an der Fulda oder Grüne-Soße-Festival in Frankfurt: Der Feinschmecker findet in Hessen viele attraktive „Futterstellen“.

  Der Naturfreund: Der Wanderer, der die hessischen Mittelgebirge durchstreift, hat sich – vielleicht durch den Naturkontakt – verjüngt. „Es ist nicht mehr der Senior mit den Wappen auf dem Wanderstock, sondern der junge Wanderer mit GPS“, umschreibt Al-Wazir den Wandel. Doch es gibt auf dem Land auch Verlierer des Tourismusbooms, erklärt Gerald Kink, Präsident des Hotel- und Gastronomieverband Dehoga Hessen. Das seien „die kleinen Gasthöfe landauf, landab“. So habe Hessen seit 2005 fast ein Drittel seiner familiengeführten Gasthäuser verloren.

  Der Gesundheitstourist: In München ist es ein vertrautes Bild, dass reiche arabische Großfamilien anreisen, weil sich eines ihrer Mitglieder behandeln lässt. An dieses Klientel richtet sich etwa die DKD Helios Klinik Wiesbaden, die nun in Dubai und Saudi-Arabien um Patienten wirbt. „Diabete ist in den Golfstaaten ein großes Problem“, so Martin Michel, Geschäftsführer der Wiesbaden Marketing GmbH. Auch die tourismuspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Landtag, Karin Wolff, erklärt: „Im Gesundheitstourismus sind wir gut aufgestellt.“ Auf der ITB werde das „auch für ein internationales Publikum erneut sichtbar.“ Jeder zwölfte Hessenurlauber ist Gesundheitstourist.

  Der Offenbach-Tourist: Wer ist dieses mysteriöse Wesen? Vielleicht ein Banker oder Chinese. Denn in Offenbach haben vier neue Hotels eröffnet, eines ist auf chinesische Gruppen spezialisiert. Und von Offenbach ist es nicht weit zur EZB im Frankfurter Ostend.

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