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Blaumeise und Amsel machen sich rar: Sorge um Singvögel

Deutschlands größte Vogelzählung startet wieder – die bundesweite Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ hat auch einen ernsten Hintergrund.
Blaumeise Foto: Roland Weihrauch (dpa) Wo sind die Blaumeisen?
Frankfurt. 

Die jährliche Vogelzählung des Naturschutzbundes Nabu soll klären, ob es in diesem Winter wirklich ungewöhnlich wenige Gartenvögel gibt. Je mehr Menschen bei der „Stunde der Wintervögel“ vom 6. bis 8. Januar die Vögel in Gärten oder Parks zählten, umso genauer seien die Ergebnisse, teilte der Nabu gestern in Wetzlar mit. Die Naturschützer erhoffen sich Hinweise auf mögliche Ursachen eines Rückgangs und Auskunft darüber, welche Regionen und Arten betroffen sind.

Bilderstrecke Leere im Futterhäuschen: Wo sind die Vögel?
Bislang in diesem Winter ein seltenes Bild: Eine Kohlmeise pickt sich eine Nuss von einer Futterstelle.Vogelfreunde und Naturschutzbände stellen fest, dass in diesem Winter bislang eine gähnende Leere an den Vogelfutterhäuschen herrscht. Diese Amsel macht sich darum ganz schön breit. Doch was ist der Grund für die wenigen Piepmätze?Einen Zusammenhang mit der Vogelgrippe schließt der Naturschutzbund (Nabu) allerdings aus. Singvögel seien von der aktuellen Form der Vogelgrippe nicht bedroht. Der Eichelhäher im Bild gehört allerdings zu den Rabenvögeln.

Im November und Dezember erhielt der Nabu Meldungen, dass weniger Vögel in den Gärten auftauchten als üblich. Ein Zusammenhang mit der Vogelgrippe bestehe aber nicht, da Singvögel nicht von der Geflügelpest befallen werden. Denkbar sei ein geringerer Zuzug von Vögeln aus dem Norden und Osten. Viele Vögel fänden wegen des bisher milden Winters zudem außerhalb der Gärten Nahrung. Auch sei es möglich, dass Gartenvögel im vergangenen Jahr besonders wenige Jungvögel aufgezogen haben.

Im Vorjahr beteiligten sich bundesweit 93 000 Menschen an der Mitmachaktion und zählten über 2,5 Millionen Vögel. Erste Auswertungen von gesammelten Beobachtungen haben ergeben, dass in der Tat einige Arten wie Kohl- und Blaumeisen, aber auch Eichelhäher und Amseln in diesem Jahr deutlich weniger häufig beobachtet werden.

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Winterliche Snackbar Wer frisst was? Bei der Fütterung heimischer Vögel gibt ...

Das Füttern von Vögeln im Winter ist nicht nur ein Naturerlebnis, sondern vermittelt obendrein Artenkenntnisse. Die meisten engagierten Vogelschützer haben einmal als begeisterte Beobachter begonnen. Doch was eignet sich als Vogelfutter? Und welche Art in den hessischen Gärten bevorzugt welches Futter?

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„Erst die große und bundesweit durchgeführte ’Stunde der Wintervögel’ wird klären können, ob es in diesem Winter wirklich außergewöhnlich wenige Gartenvögel gibt. Je mehr Teilnehmer, desto genauer werden die Ergebnisse sein. “, sagt Nabu-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Mit Spannung erwartet wird vor allem das Ergebnis zum Amsel-Bestand. Denn im Herbst 2016 kam es in Teilen des Landes erneut zu einem Amselsterben durch das Usutu-Virus, über 1300 Verdachtsfälle wurden dem Nabu gemeldet. „Ein Vergleich der Amselzahlen in den betroffenen Regionen mit denen Usutu-freier Gebiete wird zeigen, welche Auswirkungen diese neue Vogelkrankheit auf die Bestände hatte“, erklärt Lachmann.

Zur Zählung: Es geht darum, in der Zeit von Freitag, 6. bis Sonntag, 8. Januar, 60 Minuten Vögel im eigenen Garten zu beobachten und von jeder Vogelart die jeweils höchste Zahl zu notieren, die sie im Verlauf dieser 60 Minuten gleichzeitig beobachten werden konnten. Wer sich unsicher ist, wie die beobachteten Arten heißen, findet Porträts der 40 häufigsten Vogelarten auf der Internetseite www.nabu. de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-gartenvoegel/vogelportraets. Gemeldet werden können die Ergebnisse über die Internetseite www.stundederwintervoegel.de bis zum 16. Januar. Außerdem gibt es eine kostenfreie Hotline am Samstag, 7., und Sonntag, 8. Januar, von 10 bis 18 Uhr: 0800-1 15 71 15. (epd,ok)

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