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Sozialverband will Hilfe für private Pflege

Um die weitaus meisten Pflegefälle kümmern sich nicht professionelle Pflegekräfte, sondern die eigenen Familien. Doch diese Angehörigen sind oft überfordert: Pflege und Beruf sind kaum unter einen Hut zu bringen.
Für die private Pflege wird mehr Geld gefordert. Foto: Patrick Pleul/Archiv Für die private Pflege wird mehr Geld gefordert. Foto: Patrick Pleul/Archiv
Wiesbaden. 

Der Sozialverband VdK in Hessen fordert mehr staatliche Hilfen für Menschen, die Familienangehörige pflegen. Nötig seien Lohnersatzleistungen wie beim Elterngeld oder Elternzeit, erklärte der Verband am Mittwoch in Wiesbaden. Viele Angehörige litten unter der kräftezehrenden Doppelbelastung aus Pflege und Beruf.

Nach Angaben für 2011 leben in Deutschland 2,5 Millionen pflegebedürftige Menschen. Zu fast 70 Prozent wird die Pflege von Familienangehörigen privat geleistet, meist von Frauen. Im Durchschnitt dauert eine Pflege länger als acht Jahre. Es sei auch nicht immer so, dass nur Jüngere die Älteren pflegen, sagte der hessische VdK-Vorsitzende Karl-Winfried Seif. Zwei von fünf Pflegefällen seien unter 49 Jahre alt.

Mehrere Sprecher bei der VdK-Konferenz kritisierten das Familienpflegegesetz von 2012. Es räume zwar die Möglichkeit ein, für eine Pflege zwei Jahre lang beruflich kürzer zu treten. Aber es sei für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber schwierig zu handhaben und werde kaum genutzt. «Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch, es gibt keine finanzielle Absicherung», sagte die SPD-Abgeordnete Heike Habermann.

Das Bundesgesundheitsministerium arbeitet bereits an einem neuen Gesetz. VdK-Chef Seif forderte eine große Pflegereform. Sein Verband vertritt die Interessen Behinderter und Pflegebedürftiger.

(dpa)
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