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Interview mit Michael Schacht:: Spieleautor als Hauptberuf

Letzten Monat ist „Kingdomino“ als das neue Spiel des Jahres gekürt worden. Kingdomino“ ist ein Brettspiel, das sich an den Spielklassiker Domino anlehnt. Dabei müssen die Spieler durch das richtige Zusammenlegen der Karten ein Königreich bilden. Je größer die Ländereien und je mehr Häuser in ihnen liegen, desto mehr Punkte gibt es. Doch wie kommt man auf so aufgefallene Ideen und wie entwickelt man überhaupt ein Spiel? Bei Frankfurts Spieleautor Michael Schacht klappt es beim Socken sortieren.
Bilder > Foto: imago
Frankfurt.  „Die in der Branche wichtige Auszeichnung „Spiel des Jahres“ hat auch mal ein Frankfurter gewonnen. Michael Schachts Brettspiel „Zooloretto“ hat 2007 diesen Titel erlangt. Wir haben mit dem  Spieleautor über seinen Beruf gesprochen, auch seine Familienspiele Mondo, Tohuwabohu und das Kartenspiel Coloretto erzielten internationale Erfolge. Er weiß, wie schwer es ist, auf Knopfdruck kreativ zu sein und warum Socken sortieren die beste Inspiration sein kann.
 

Wie wird man Spieleautor?

So richtig infiziert haben mich seinerzeit die Spiele für die damals neuen Heimcomputer und das Programmieren. Später habe ich mich dann auch an Brettspielen versucht und konnte über einen Nachwuchswettbewerb zu meinen ersten Veröffentlichungen kommen. Seitdem haben mich Brettspiele dann einfach nicht mehr losgelassen.

Woher nehmen Sie Ihre Ideen?

Die meistens Anregungen für Ideen bekomme ich aus dem täglichen Leben. Man muss dafür einfach nur die Augen offen haben.  Als ich einmal Socken sortiert habe, ist mir zum Beispiele die Idee für ein Kinderspiel gekommen, bei dem man möglichst schnell die passenden Paare finden muss. Die nötige Ruhe und Konzentration für die weitere Entwicklung finde ich dann oft beim Radfahren. 

Und was sind die nächsten Schritte, so gesehen von der „Sockenintuition“ bis zum fertigen Spiel?

Zuerst muss die Idee soweit durchdacht werden, dass man eine Prototyp basteln kann. Dann muss man es  immer wieder testen und nachbessern, bis nichts mehr verbessert werden kann. Den Prototyp kann man dann einem Verlagsredakteur vorstellen. Hat der Interesse, testet der Verlag dann selbst das Spiel. Kommt es zu einer positiven Entscheidung, wird die Idee lizensiert – ähnlich wie bei einem Buch. Die Ausgestaltung, Produktion und Vermarktung liegt dann beim Verlag. Der ganze Prozess  zieht sich üblicherweise über mehrere Jahre hinweg. Dabei kann ein gutes Thema bei der Entwicklung inspirieren, ist aber zunächst gar nicht mal so wichtig. Die Idee des Spiels selbst sollte jedoch  wirklich originell sein und muss optimal ausgetestet werden. Nur so hat man eine Chance auf eine Veröffentlichung.

 An welcher Art von Spiel tüfteln Sie am liebsten?

Da versuche ich eigentlich immer offen zu bleiben und mich nicht festzulegen. Es gibt so viele Kategorien von Spielen, in denen es immer noch etwas zu entdecken gibt. Wie gesagt, die Idee muss originell sein.

Spielen Sie privat selbst gerne?

Tatsächlich spiele ich immer noch sehr gern. Die Spiele wechseln bei uns daheim ständig, denn ich muss bei den wichtigsten Neuerscheinungen auf dem neusten Stand bleiben. Aber natürlich haben wir auch ein paar ständige Favoriten, vor allem für den Urlaub. Wenn wir zu zweit spielen, wären das beispielsweise Quadropolis, Marco Polo und Burgen von Burgund. 

Kann man von dem Beruf leben?

Es gibt unter den Autoren nur sehr wenige Hauptberufler, wie mich. Es liegt einfach daran, dass die Auflagen üblicherweise nicht so groß sind. Für 99% der Autoren ist es ein mehr oder weniger professionalisiertes Hobby.

An was arbeiten Sie aktuell?

Aktuell arbeite ich an der Online-Umsetzung eines eigenen Spiels für meine Webseite. Im Anschluss werde ich mich um eine anstehende Kinderspielproduktion für 2018 kümmern. Da gibt es noch vieles auszuprobieren und zu verbessern.

Wie finden Sie das neue Spiel des Jahres „Kingdomino“?

Wir spielen "Kingdomino" schon eine ganze Zeit – vor allem zu zweit mit meiner Frau, gerne am Wochenende nach dem Frühstück oder einfach mal zwischendurch. Es spielt sich angenehm flott, bietet aber genügend interessante Entscheidungen und Abwechslung und garantiert so dauerhaften Spielspaß.
 

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