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Land Hessen und Stadt Frankfurt arbeiten eng zusammen: Standortmarketing der Region: Eitelkeiten überwunden

Von Dass man miteinander redet und kooperiert, das scheint zwischen der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen hinsichtlich Wirtschaftsförderung keine Selbstverständlichkeit zu sein. Aber seit einem Jahr ist alles anders.
Exklusive Aussicht über Frankfurt Foto: Boris Roessler (dpa) Ende der Konkurrenz: Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz werben gemeinsam mit der Frankfurter Skyline für die Rhein-Main-Region.
Frankfurt/Wiesbaden. 

Für Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) ist es ein wenig wie die Geschichte vom „Phönix aus der Asche“. 2005 gegründet geriet die Standortmarketing FrankfurtRheinMain GmbH (FRM) ein paar Jahre später in eine Krise, als Städte, Landkreise und schließlich sogar das Land Hessen austraten.

Vor einem Jahr kehrte das Land Hessen in die Organisation zurück. Und auch andere „Abtrünnige“ ließen sich zur Umkehr bewegen. Der Diskussionsprozess, der in Folge der Krise angestoßen worden sei, habe dazu geführt, „dass eigentlich alle wieder zurückgekommen sind, und sogar noch besser: Neu-Isenburg, die Stadt Eschborn, Dreieich und der Odenwaldkreis sind sogar noch dazu gekommen.“ Der Landkreis Miltenberg, Mainz und die Region Rhein-Hessen haben auch Absicht bekundet, der FRM beizutreten. Es gebe Synergieeffekte bis Nordhessen. Die FRM entwickele sich zu einer länderübergreifenden Vertretung der Region. Das Land Hessen empfiehlt ausdrücklich, sich der Standortmarketinggesellschaft anzuschließen, sagte Feldmann gestern in einer Pressekonferenz.

Das Land Hessen und die Stadt haben eine enge Zusammenarbeit vereinbart. So unterstützt das Land die FRM mit einem jährlichen Betriebskostenzuschuss in Höhe von 130 000 Euro. Außerdem werden Kooperationsvorhaben durch die Hessen Trade and Invest GmbH (HTAI) unterstützt, sprich die Standortmarketinggesellschaft des Landes.

Ein Jahr nach Rückkehr des Landes in die FRM lautet das Resümee von Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Oberbürgermeister Feldmann: Jetzt seien das alte „Konkurrenzdenken und Eitelkeiten der letzten Jahre überwunden“ und man arbeite hervorragend zusammen. Man habe erkannt: „Was der Stadt nutzt, nutzt der Region, und was der Region nutzt, nutzt auch dem Land und umgekehrt“, so Tarek Al-Wazir.

Info: Die Standortmarketinggesellschaft

Die Standortmarketinggesellschaft FrankfurtRheinMain (FRM), deren Aufsichtsratsvorsitzender Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann ist, hat die Aufgabe der Standortwerbung im Ausland.

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Natürlich wolle man auch die Chancen nutzen, die der Brexit bieten könne. Doch wie diese Chancen konkret aussehen, da will man sich nicht festlegen. War vor kurzem noch die Rede davon, dass man damit rechne, dass bis zu 10 000 Banker aus London nach Frankfurt kommen könnten, so will man sich jetzt nicht mehr festlegen. Zahlen seien nur schwer zu prognostizieren, so Feldmann und Al-Wazir.

Anfragen aus London

Abgesehen davon habe die britische Regierung noch nicht einmal den Austrittsantrag gestellt. Man müsse den März abwarten. Und das Thema Börse klammert Tarek Al-Wazir gänzlich aus und beschränkt sich auf die Aussage: „Es hat sich an der Grundsituation nichts geändert. Wir werden sehen, was am Ende bei uns landet.“

Es gebe Anfragen abwanderungswilliger Banken und Unternehmen aus London, die sicherlich mit dem Brexit zusammenhingen. Zahlenmäßig bestimmen könne man die aber nicht. „Wir sind im Gespräch mit etlichen Nachfragenden, teilweise auch schon sehr konkret. Wir gehen davon aus, dass die ersten Entscheidungen im ersten Halbjahr 2017 fallen werden. Aber auch dann wird es nicht so sein, dass Knall auf Fall 1000 Leute kommen“, so Tarek Al-Wazir mit Blick auf Bedenken, dass es in Frankfurt eng werden könnte. Und Feldmann schließt an: „Niemand muss Angst haben, wenn Menschen aus anderen Ländern hierher kommen, um hier zu arbeiten. Ich weise darauf hin, dass große Unternehmen wie die Commerzbank und die Deutsche Bank große Abbauprogramme angekündigt haben.“

Feldmann relativiert außerdem: „Außer dem Brexit gibt es noch vieles anderes mehr, dass wirtschaftlich interessant ist.“ Als Beispiel nennt er die Ansiedlung von chinesischen Firmen. Frankfurt sei „der Motor der Region, das Powerhaus des Landes, die Quelle der Steuereinnahmen“, wirbt Feldmann. Aber es gebe viele Vorurteile gegenüber der Region und des Landes, sowohl was beispielsweise das Arbeitsrecht angehe, das viel flexibler sei, als man im Ausland denke, als auch die Lebensqualität in Frankfurt, die besser sei, als Ausländer vermuteten. „Wir sind gut aufgestellt“, das müsse man den Interessenten nur klar machen und auch wie schön es hier sei, dass es zum Beispiel 30 internationale Schulen gebe und mehr als 50 bilinguale Kindergärten. Für diese Standortwerbung gebe es gemeinsame Auftritte von Stadt und Land im Ausland, die wechselweise Teilnahme an Delegationsreisen, Auftritte auf Messen, man nutze Studien gemeinsam und führe sie gemeinsam durch.

Aktuell werden 5000 hessische Unternehmen befragt, die Wirtschaftsbeziehungen mit Großbritannien haben. Mit der Studie soll herausgefunden werden, wie die hessische Wirtschaft den Brexit einschätzt und welche Veränderungen das für sie bedeutet. Im März soll dann das Ergebnis vorgestellt werden.

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