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1115 Vereine und gemeinnützige Organisationen: Straftäter müssen für gemeinnützige Einrichtungen blechen

Grenzüberschreitungen und kriminelle Machenschaften können indirekt auch Gutes bewirken. Die Gerichte können steuern, wohin Geldbußen und Geldauflagen für Straftäter fließen. Davon profitieren viele Hilfseinrichtungen.
Gemeinnützige Einrichtungen profitieren von Geldauflagen gegen Straftäter. Foto: B. Wüstneck/Archiv Gemeinnützige Einrichtungen profitieren von Geldauflagen gegen Straftäter. Foto: B. Wüstneck/Archiv
Wiesbaden. 

Zahlreiche gemeinnützige Einrichtungen in Hessen profitieren von den Geldauflagen, die Gerichte gegen Straftäter verhängen. Auf insgesamt 23,5 Millionen Euro belief sich die Summe, die von Hessens Gerichten und Staatsanwaltschaften im Jahr 2015 zugewiesen wurde, wie das Justizministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden mitteilte. Davon profitierten 1115 Vereine und andere gemeinnützige Organisationen im Land.

Wer Geld bekommt, liege im Ermessen des jeweiligen Richters in dem Verfahren, erklärte ein Ministeriumssprecher. Es werde jedoch oft eine Verbindung zum Opferschutz hergestellt. Unter den Vereinen sind unter anderem Einrichtungen wie ein Täter-Opfer-Ausgleichs-Fonds, ein Verein für Anti-Aggressions-Training, die Bahnhofsmission, die Tafeln oder eine Stelle gegen Drogen und Alkohol im Straßenverkehr. Bedacht wurden aber auch Fördervereine an Grundschulen sowie Hospizvereine.

Im Vergleich zum Jahr zuvor sind die verhängten Geldauflagen, die Straftäter an gemeinnützige Einrichtungen zahlen mussten, deutlich gestiegen. 2014 hatten die Gerichte noch 12,2 Millionen Euro an 1270 hessische Vereine zugewiesen. Für das Jahr 2016 soll die Liste im Mai veröffentlicht werden, kündigte der Ministeriumssprecher an.

Für eine Aufnahme auf die Liste können sich Vereine mit einer entsprechenden Bescheinigung der Gemeinnützigkeit beim Oberlandesgericht Frankfurt melden. Die Aufnahme begründet aber nach Angaben des Gerichts keinen Rechtsanspruch und stellt auch keine Empfehlung an die Gerichte und Staatsanwaltschaften dar.

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