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Unwetter: Sturm bremst Pendler im Rhein-Main-Gebiet aus

Ein umgewehter Weihnachtsbaum in Usingen und ein wankendes Baugerüst in Wiesbaden – das sind neben herumgewirbelten Dixitoiletten, umgestürzten Bäumen und überfluteten Straßen die auffälligsten Schäden, die das Tief „Burglind“ mit Starkregen und orkanartigen Böen nach Hessen brachte. Verkehrsbehinderungen trafen Pendler und Flugreisende. Schwer verletzt wurde aber niemand – und auch eine Suche endete glücklich.
. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Der Sturm riss einen 15 Meter hohen Götterbaum in der Fichardstraße im Frankfurter Nordend um. Eine Person trug Schürfwunden davon, Autos wurden beschädigt.
Frankfurt. 

Bis zum Nachmittag kämpfte in Wiesbaden die Feuerwehr mit vereinten Kräften mit einem Baugerüst, das durch Sturm „Burglind“ zu kippen drohte. Das 15 Meter hohe Gerüst an einem Wohnhaus in der Nähe des Kurparks hatte sich am Vormittag von der Wand gelöst, einzelne Teile seien bereits abgestürzt gewesen, meldete die Feuerwehr. Sie entfernte die Plane und sicherte die Stangen mit Seilzügen am Gebäude. Danach habe die Gerüstbaufirma das Gerüst abgebaut.

Glück hatten die Usinger. Dort stürzte der Sturm am frühen Morgen den Weihnachtsbaum auf dem Schlossplatz um. Der Baum fiel über den schmiedeeisernen Zaun auf den Innenhof der Christian-Wirth-Schule – zum Glück waren Ferien und keine Kinder da.

Flüge gestrichen, Bahnwagen entgleist

Durch das Sturmtief „Eleanor“, das in Deutschland unter dem Namen „Burglind“ Schäden verursachte, sind gestern in Frankreich ein Mensch getötet und mehrere weitere verletzt worden.

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Gleich fünf Fahrzeuge und die Hausfassade erwischte laut Feuerwehr ein 15 Meter hoher Götterbaum, der am Vormittag im Frankfurter Nordend in der Fichardstraße umfiel. Eine Person trug leichte Schürfwunden davon. Das Grünflächenamt stellte fest, dass sich im Stamm Wurzelfäule ausgebreitet hatte. Dadurch war die Standfestigkeit beeinträchtigt. Aus gleichem Grund stürzte eine etwa zwölf Meter hohe Kastanie in der Bockenheimer Anlage und verursachte leichte Sachschäden. Ein Radfahrerin berichtete von so heftigen Böen in Frankfurt, dass sie fast ins Gebüsch geweht worden sei. Die Friedhöfe Höchst, Griesheim, Nied, Sossenheim sowie an der Kurmainzer Straßewurden geschlossen.

Baum auf Oberleitung

Mit teils heftigen Böen ist „Burglind“ gestern über Hessen gefegt, am stärksten in Mittelhessen. Vielerorts stürzten Bäume um und verursachten Verkehrsbehinderungen im Berufsverkehr. Bei Limburg fiel ein Baum auf die Oberleitung und bremste Züge auf der Strecke Limburg – Frankfurt aus. Die Route war für rund fünf Stunden gesperrt. Im Kreis Gießen konnte die Main-Weser-Bahn kurzzeitig zwischen Langgöns und Kirch-Göns nur eingleisig fahren.

Auch am Frankfurter Flughafen gab es Verspätungen. Nach Angaben eines Sprechers musste das Anflugsystem wegen des Sturms verlangsamt werden. Dadurch waren nur noch 40 statt der sonst etwa 60 Starts und Landungen pro Stunde möglich. Zusätzlich mussten wegen des Wetters 25 Flüge annulliert werden, hieß es mittags.

Das sollten betroffene Auto-, Hausbesitzer und ...

Welche Versicherung zahlt bei Sturmschäden? Sturmschäden am Haus sind in der Regel über die Hausrat- oder die Wohngebäudeversicherung abgesichert.

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Wie alle anderen registrierte auch das Polizeipräsidium Westhessen zahlreiche umgestürzte Bäume. Es gingen laufend Meldungen ein, vor allem für den Rheingau, Hochtaunus und Limburg, sagte ein Sprecher. Die Polizei riet auch über den Kurznachrichtendienst Twitter, vorsichtig zu sein, gerade in Waldgebieten. Im Kreis Limburg-Weilburg fuhr zwischen Villmar und Aumenau gegen 5.40 Uhr ein leerer Bus gegen einen umgestürzten Baum. Der Fahrer blieb unverletzt.

Pegel der Flüsse steigen

Spitzenreiter bei den Windgeschwindigkeiten im Flachland war Ennerich, ein Stadtteil von Runkel im Landkreis Limburg-Weilburg. Dort blies der Wind mit 106 Stundenkilometern, wie der Deutsche Wetterdienst berichtete. Das fällt unter „orkanartige Böen“.

Durch den Regen steigen nun auch die Pegel der Flüsse. So wächst nach Angaben des Regierungspräsidiums Darmstadt die Kinzig mit ihren Seitengewässern stark an. Auch im Wetterau-Kreis haben die Pegelstände die Warnstufe 1 überschritten. In Friedberg würden bereits die Hochwasserschutzwände entlang der Usa gestellt, berichtete der Kreis. Die Wasserverbände Nidda und Nidder-Seemenbach erklärten, die Böden seien völlig durchnässt und könnten kein weiteres Wasser mehr aufnehmen. Bis zum Wochenende erwartet der Hochwassermeldedienst auch einen weiteren deutlichen Anstieg des Rhein-Pegels. Dann werde voraussichtlich in Mainz die Hochwassermarke II erreicht, ab der Schiffe nicht weiterfahren dürfen.

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