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Zuschuss vom Verkehrsministerium: Tempo-30-Zonen im Trend

Kommunen und Anwohner wollen weniger Lärm: Deshalb werden Tempo-30-Zonen immer populärer. Das liegt auch an finanziellen Anreizen.
Ein Verkehrsschild steht am vielbefahrenen Alleenring in Frankfurt und soll dort das Tempo zwischen 22 Uhr und 6 Uhr auf 30 Kilometer pro Stunde beschränken. Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) Ein Verkehrsschild steht am vielbefahrenen Alleenring in Frankfurt und soll dort das Tempo zwischen 22 Uhr und 6 Uhr auf 30 Kilometer pro Stunde beschränken.
Frankfurt. 

Runter vom Gas heißt es in immer mehr hessischen Kommunen: Das Interesse an Tempo-30-Zonen im Umkreis von Schulen und Krankenhäusern oder in Wohngebieten wächst, wie das Regierungspräsidium Darmstadt bestätigt. Dies soll nicht nur mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer bringen, sondern auch weniger Lärm. Das Verkehrsministerium will künftig die Einrichtung von Tempo-30-Zonen in Ortskernen auch finanziell fördern. Jetzt hat Petersberg bei Fulda als erste Gemeinde knapp 350 000 Euro für die Einrichtung von fünf Zonen erhalten.

Info: Der Lärmaktionsplan

Für die Einrichtung von Tempolimits im Rhein-Main-Gebiet ist seit März dieses Jahres der Lärmaktionsplan des Regierungspräsidiums Südhessen wegweisend.

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Doch nächtliche Geschwindigkeitslimits an Hauptverkehrsachsen in den Großstädten, die mehr Ruhe bringen wollen, bleiben weiter ein Zankapfel. In Darmstadt wurde zwar ein Tempolimit an einer großen Straße inzwischen zur Regel gemacht. Auch in Kassel gibt es an drei Hauptverkehrsstraßen – zumindest stellenweise – Tempo 30.

Grüne senken Hürden

In Frankfurt ist jedoch wegen der neuen Regierungszusammensetzung ungewiss, ob ein laufendes Pilotprojekt zu Tempo 30 an vier Durchgangsstraßen tatsächlich langfristig beschlossen wird – zumal eine Studie ergeben hat, dass der Schadstoffausstoß bei manchen Fahrzeugen in Tempo-30-Zonen ansteigt. Dabei hatte sich Frankfurt 2012 mit seinen geplanten Tests zum Beispiel am Alleenring mit dem damaligen Verkehrsminister Florian Rentsch angelegt. Der FDP-Mann erklärte die Versuche der Kommunen für rechtswidrig. Sein Nachfolger Tarek Al-Wazir von den Grünen hat dann den Kommunen aber den nötigen Spielraum eingeräumt, den Kassel und auch Frankfurt nutzten.

Erfolg in Darmstadt

In Darmstadt dürfen Autofahrer an der Heinrichstraße schon seit vier Jahren nur noch mit Tempo 30 zwischen 22 und 6 Uhr unterwegs sein. In der Testphase hatte sich gezeigt, dass der Maximalpegel von einst 68 Dezibel auf bis zu 42 Dezibel gesenkt werden konnte, wie die Stadt berichtet. Zusätzlich wurde auf 400 Meter Länge ein lärmoptimierter Asphalt eingebaut, der laut Hersteller den Lärm um fünf Dezibel reduzieren kann. Auch Wiesbaden arbeitet derzeit an einem Plan für Tempo-30-Achsen. „Wir bewerten derzeit die Vorschläge“, sagt Umweltdezernent Arno Goßmann (SPD). Voraussetzung sei, dass der nächtliche Lärm an den Hauptverkehrsstraßen 57 Dezibel überschreite. Das Vorgehen der Stadt basiere auf dem seit März geltenden Lärmaktionsplan des Regierungspräsidiums Südhessen. Im November soll die Stadtverordnetenversammlung darüber entscheiden.

Auch auf Bundesebene laufen derzeit Bestrebungen, Tempo 30 an Hauptverkehrsachsen zu erleichtern. Das Bundeskabinett in Berlin will die derzeit noch hohen rechtlichen Hürden in der Straßenverkehrsordnung absenken. Der Bundesrat muss dieser Regelung noch zustimmen, wie ein Sprecher des Verkehrsministeriums in Wiesbaden sagt. lhe/ch

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