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Islamist festgenommen: Terror-Razzia in Hessen: Was wir bislang wissen

Eine großangelegte Terror-Razzia der Polizei gegen Salafisten hält Hessen in Atem. Welche Details schon bekannt sind, erklären wir in unserem kurzen Faktencheck.
Polizisten im Stadtteil Griesheim. Foto: Boris Roessler (dpa) Polizisten im Stadtteil Griesheim.
Frankfurt/Wiesbaden. 

Bei einer Razzia gegen islamistischen Terror in Hessen hat die Polizei am Mittwoch einen 36 Jahre alten Tunesier festgenommen. Wir haben alle bislang bekannten Details zur großangelegten Aktion zusammengetragen.

Welche Orte hat die Polizei heute durchsucht?


54 Wohnungen, Geschäftsräume und zwei Moscheen in Hessen waren betroffen.

Wieviele Objekte nahm sich die Polizei in Frankfurt vor?
 

33 Wohnungen, Geschäftsräume oder Moscheen waren es laut Generalstaatsanwaltschaft.

War auch eine Moschee in Frankfurt betroffen?


Ja. Die Bilal-Moschee im Frankfurter Stadtteil Griesheim

Wieviele Beamte waren beteiligt?

1.100 Beamte waren in der Razzia involviert.

In welchen Städten und Landkreisen wurde noch ermittelt?

In Offenbach wurden 6 Häuser durchsucht, darunter die Wohnung eines Terrorverdächtigen. Die anderen 5 Objekte waren Wohnungen von Zeugen oder Firmen. In Darmstadt gab es 3 Durchsuchungen bei Nicht-Beschuldigten. In Wiesbaden wurden die Räume eines mutmaßlichen Mitglieds der Unterstützter durchsucht.

Im Kreis Marburg-Biedenkopf waren die Beamten in 2 Gebäuden in kleineren Orten im Einsatz. Darin wohnten aber keine Beschuldigten. In Limburg wurden die Räume einer Kontaktperson durchleuchtet.

Im Kreis Offenbach gab es einen Einsatz in einem nicht genauer genannten kleineren Ort. Im Kreis Groß-Gerau nahmen sich die Beamten fünf Gebäude vor, darunter war das eines unmittelbar Verdächtigen. Im Main-Taunus-Kreis standen zwei Objekte auf der Liste der Ermittler.

Warum ermitteln die Fahnder?

Ermittelt wird wegen des Verdachts der Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Was brachte die Razzia?

Ein "dringend Tatverdächtiger" konnte festgenommen werden. Gegen 16 weitere Beschuldigte im Alter zwischen 16 und 46 Jahren wird ermittelt.

Was ist über den Festgenommenen bekannt?

Der Mann ist Tunesier und 36 Jahre alt. Er wird dringend verdächtig, seit dem August 2015 unter anderem als Anwerber und Schleuser für den sogenannten "Islamischen Staat" (IS) tätig gewesen zu sein und ein Netzwerk an Unterstützern aufgebaut zu haben. Er habe ein Terrornetzwerk aufbauen wollen, um einen Anschlag in Deutschland zu verüben.

Hatten die Terroristen schon ein konkretes Ziel?

Laut Polizei: Nein. Die Planungen seien noch in einer frühen Phase gewesen. Es stand noch kein konkretes Ziel fest.

Was weiß man über die Hintergründe des Hauptverdächtigen?

Der Tunesier hat sich bereits von 2003 bis April 2013 in Deutschland aufgehalten. 2008 sei er wegen Körperverletzung zu einer Ersatzfreiheitsstrafe (Anmk. d. Red.: Strafe, die verhängt wird, wenn eine vom Gericht verhängte Geldstrafe nicht geleistet werden kann) verurteilt worden, habe sich seiner Festnahme aber entzogen. Im August 2015 reiste er erneut als Asylsuchender ein und wurde am 15. August 2016 festgenommen.

Was geschah dann?

Während der Mann die 43tägige Ersatzhaftstrafe verbüßte, beantragten die tunesischen Behörden seine Auslieferung. Hintergrund: In seiner Heimat wurde gegen ihn ermittelt – wegen einer mutmaßlichen Beteiligung an der Planung und Umsetzung des Anschlags auf das Bardo Museum in Tunis im März 2015 und des Angriffs auf die tunesische Grenzstadt Ben Guerdane Anfang März 2016. Zunächst schloss sich deshalb in Deutschland eine 40tägige Auslieferungshaft an.

Und danach? Warum wurde er nicht ausgeliefert?

Die tunesischen Behörden sollen es trotz mehrfacher Erinnerung von deutscher Seite versäumt haben, Unterlagen für die Auslieferung zu schicken. Weil bis zum Ende der Frist die vollständigen Dokumente nicht vorlagen, ist der Mann am 4. November 2016 aus der Haft entlassen worden. Von da an ist er laut Behörden bis zu seiner Festnahme am Mittwoch rund um die Uhr observiert worden.

Bilderstrecke Anti-Terror-Razzia gegen islamistische Szene in Hessen
Am 1. Februar 2017  hat die Polizei mehrere Objekte in ganz Hessen wegen Terrorverdachts durchsucht. Unter anderem auf dem Gelände der Bilal Moschee in Frankfurt im Stadtteil Griesheim.Insgesamt 54 Objekte seien betroffen gewesen, teilte die Oberstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main mit. Es folgen weitere Bilder der groß angelegten Razzia.
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