Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 26°C

Festnahme im Saarland: Terrorverdächtiger Syrer lebte auch in Hessen

Ein Asylbewerber wollte laut Polizei Fahrzeuge kaufen und damit Anschläge verüben. Doch hatte er offenbar kein Geld dafür. Deswegen soll er die Terrormiliz IS darum gebeten haben. Eine Zeit lang lebte er in Hessen, dort soll es schon ein Strafverfahren gegeben haben.
Ein Polizist mit Handschellen und Pistole am Gürtel steht auf der Straße. Foto: Foto: Oliver Berg/Archiv Ein Polizist mit Handschellen und Pistole am Gürtel steht auf der Straße. Foto:
Saarbrücken.  Spezialkräfte der Polizei haben im Saarland einen syrischen Asylbewerber festgenommen, der die islamistische Terrormiliz IS um Geld für Anschläge gebeten haben soll. Die Überlegungen für Attacken in Berlin, München, Stuttgart, Dortmund und Essen seien aber nicht konkret gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag in Saarbrücken mit. Der 38-Jährige, der zwischenzeitlich auch in Hessen lebte, wird verdächtigt, 180 000 Euro gefordert zu haben, um Autos zu kaufen, mit Sprengstoff zu präparieren und in eine Menschenmenge zu fahren. In seiner Vernehmung habe der Mann Kontakte zum IS eingeräumt, terroristische Absichten aber bestritten.

Die bisherigen Ermittlungen brachten den Angaben zufolge keine Hinweise darauf, dass der Mann bereits fertig präparierte Fahrzeuge besaß. In seiner Wohnung seien auch «keine Hinweise auf Sprengstoff oder Zutaten» gefunden worden, sagte Oberstaatsanwältin Margot Burmeister. Konkret wird dem Mann Terrorismusfinanzierung vorgeworfen.

Er hat laut Staatsanwaltschaft am 12. Januar 2015 in Gießen Asylantrag gestellt, bis 1. August 2016 sei er in Frankenberg (Eder) (Landkreis Waldeck-Frankenberg) gemeldet gewesen, danach dann in Saarbrücken. In der Zeit in Hessen habe es ein Strafverfahren gegen den Mann «unter dem Gesichtspunkt der Erpressung» gegeben, sagte der Sprecher der Saarbrücker Staatsanwaltschaft, Christoph Rebmann. Nähere Informationen dazu gab es zunächst nicht. Auch über die Motive seines Umzugs nach Saarbrücken konnten die Ermittler noch keine Angaben machen.

Der 38-Jährige, der 2014 nach Deutschland kam, sei bei seiner Festnahme am Samstag gegen 4 Uhr nicht bewaffnet gewesen, es seien auch keine Waffen gefunden worden, hieß es weiter. Laut Polizei gab es «keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung anstehender Silvesterveranstaltungen». Wie genau der Beschuldigte vorgehen wollte, blieb zunächst unklar. Die Polizei sprach von einem «nicht näher konkretisierten Anschlagsszenario» in Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden.

Die Ermittlungen dauern noch an, der Beschuldigte sitzt derzeit in Saarbrücken in Untersuchungshaft. Bislang hat die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen nicht an sich gezogen. Es gebe aber einen permanenten Informationsaustausch über den Fortgang der Ermittlungen.

Hinweise hatte das Bundeskriminalamt (BKA) von einer nicht näher bezeichneten Quelle erhalten und diese dann am Freitag an die Behörden im Saarland weitergegeben. Dort nahm eine 30 Beamten zählende Gruppe die Ermittlungen auf und schlug binnen weniger Stunden zu.

Der Syrer soll über den Nachrichtendienst Telegram Kontakt mit einem Mann aufgenommen haben, von dem er wusste, dass er Gelder des IS zur Terrorfinanzierung beschaffen kann. Mit den geforderten 180 000 Euro habe er Fahrzeuge anschaffen, umlackieren und dann für einen Anschlag nutzen wolle, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Er habe seinem Kontaktmann vorgerechnet, der Anschaffungspreis für ein Fahrzeug betrage 22 500 Euro. Jedes Fahrzeug solle mit 400 bis 500 Kilogramm Sprengstoff bestückt werden, so dass er insgesamt 180 000 Euro benötige. Auf dem Handy des Beschuldigten konnten den Angaben zufolge entsprechende Chatverläufe festgestellt werden.

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Klaus Bouillon (CDU), der auch saarländischer Ressortchef ist, lobte die Arbeit der Sicherheitsbehörden und bekräftigte seine Forderung, die rechtlichen Möglichkeiten zur Überwachung von Messenger-Diensten wie Telegram zu erweitern. «Die Sicherheitsbehörden müssen im Kampf gegen organisierte Kriminalität und Terrorismus in der Lage sein, Kommunikation über Messenger-Dienste nachzuverfolgen», erklärte er laut Mitteilung.
 
Zur Startseite Mehr aus Rhein-Main & Hessen

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse