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Heilbäder in Hessen: Therme in Bad Hersfeld bietet Wellness, Wärme und Weckgläser

In den Nordosten des Landes führt uns diesmal unsere Rundreise durch die hessischen Heilbäder. So ist die Kreisstadt Bad Hersfeld nicht nur für ihre alljährlichen Festspiele und als Logistikstandort bekannt, sondern auch als Kurstadt.
Bilder > Alfred und Michael kommen jeden Freitag ins Kurbad, vor allem wegen der Sauna.

Langsam rinnt das warme Öl über den Haaransatz und bahnt sich seinen Weg über die Kopfhaut. Die Hände der Masseurin gleiten mit sanftem Druck über Kopf, Gesicht und Nacken: Shiroabhyanga heißt die ayurvedische Behandlung, die mit kreisenden und streichenden Bewegungen tiefe Entspannung bringt – allerdings auch ziemlich fettige Haare, aber nach zweimal Shampoonieren bleibt allein das Wohlbefinden zurück. Besonders intensiv wirkt die Massage nach einem vorherigen Besuch des Odoriums, wo bei etwa
45 Grad mit duftenden Kräutersäckchen unter einem Tuch die gesamte Körpermuskulatur aufgewärmt und gelockert wird.

Viele Gäste der Bad Hersfelder Therme buchen ihre Anwendungen schon vorab, denn das Bad ist für sein Wellness-Angebot bekannt. Allerdings ist nicht jede Anwendung nach jedermanns Geschmack. So ist etwa das „Spa Cleopatra“ auf der Soft-Pack-System-Wasserliege nichts für Menschen mit Platzangst. Das reichhaltige Ziegenbutter-Öl-Gemisch, das die Masseurin auf die Haut streicht, pflegt zwar wunderbar, wirkt aber gerade deshalb so intensiv, weil die Kunden anschließend in Tücher eingewickelt in einer Art Wasserbett einsinken.

Wer die Enge nicht mag, kann eine Etage höher in die Therme eintauchen. Was viele Badegäste überrascht, ist, dass es sich bei dem Kurbad nicht um ein Thermalbad handelt. Zwar sprudeln im Kurpark vor der Tür der Vitalis- und der Lullusbrunnen mit mineralhaltigem Wasser. „Das ist aber nur für Trinkkuren geeignet“, erklärt die Chefin der Therme, Maria Moog. Warme Quellen aus der Erde hingegen gebe es in Bad Hersfeld nicht, erklärt sie. Deshalb ist das Schwimmbecken mit Chlorwasser gefüllt. Therme werde das Bad nur wegen der relativ hohen Wassertemperatur genannt. Doch mit etwas über 31 Grad ist das Wasser zwar wärmer als in Sportschwimmbädern, aber keineswegs so wohlig warm wie in manchen Thermalbädern.

Bad Hersfeld hat mehr zu bieten als die Stiftsruine

Von der Therme aus gelangt man nach einem kurzen Spaziergang durch den Kurpark mit geschmackvollen Themengärten zur Stiftsruine – berühmt als Schauplatz der Bad Hersfelder Festspiele.

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Dennoch lässt es sich in dem Becken unter dem schönen Kuppeldach angenehm baden. Alfred und Michael aus Bad Hersfeld genießen fast jeden Freitagabend einen Besuch in der Therme. Sie kommen vor allem wegen der Saunalandschaft, um sich „abseits der Alltagshektik zu entspannen“. Sie finden aber auch das abends hellblau leuchtende Schwimmbecken mit den angrenzenden Badenischen und der die gesamte Badelandschaft überspannenden Holzkonstruktion sehr einladend.

Auch der Musiklehrer Georg Kreutzer findet regelmäßig Ruhe in der Therme, in der man auch wunderbar „einfach mal gar nichts machen kann“, wie er berichtet. Er mag die 90-Grad-Sauna mit Aufguss, den heute Dana Fey mit „Skandinavia“ zelebriert und der nach Tannennadeln duftet. Anschließend treffen sich einige dampfende Saunagänger auf der schön angelegten Aussichtsdachterrasse.

Wer anschließend eine Stärkung braucht, hat im kleinen Bistro am Ausgang die Wahl zwischen frischen Salaten, die originell in Weckgläsern serviert werden und einem leckeren Konditorkuchen im XXL-Format.

Die Kurbad Therme, Am Kurpark 10, ist aus Richtung Frankfurt über die A 5 zu erreichen, am Kirchheimer Dreieck auf die A 4 in Richtung Eisenach wechseln, Abfahrt Bad Hersfeld. Für Bahnreisende bietet Bad Hersfeld einen eigenen ICE-Haltepunkt auf der Strecke Fulda – Kassel. Die Öffnungszeiten der Therme: Montag bis Mittwoch 14-22 Uhr, Donnerstag bis Samstag 10-22 Uhr, Sonntag und Feiertage 10-20 Uhr. Eintritt für Bad und Sauna für 1,5 Stunden: 10 , Mehrbetrag pro 0,5 Stunden: 1 , Tageskarte: 18,00 , Sondertarife und weitere Infos auf www.kurbad-therme.de oder telefonisch unter (0 66 21) 7 95 09 10.

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