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Drohender Mangel: Tierarztmangel droht bei Notfallversorgung für Nutztiere

Tierärztin Susanne Lier prüft vor einer Behandlung die Medikamentenbestände in ihrem Auto. Foto: Hauke-Christian Dittrich/Archiv Tierärztin Susanne Lier prüft vor einer Behandlung die Medikamentenbestände in ihrem Auto.
Wiesbaden. 

Für hessische Tierhalter könnte es künftig immer schwerer werden, bei einem Notfall am Abend oder am Wochenende einen Tierarzt zu finden. Einen drohenden Mangel befürchtet der Präsident der Landestierärztekammer Hessen, Ingo Stammberger, speziell für Nutztiere auf dem Land. „Für Kleintiere in der Stadt gibt es eher keine Probleme”, sagt er. In ländlichen Gebieten sei es dagegen so, dass immer weniger Einzelkämpfer praktizieren.

Rund 90 Prozent der Studienabgänger bei der Tiermedizin seien Frauen, erläutert Stammberger. Sie suchten oft eine Stelle als angestellte Tierärztin mit geregelten Arbeitszeiten - nur so lasse sich der Beruf mit einer Familie unter einen Hut bringen. Immer weniger Veterinäre seien bereit, die Notdienste abends und am Wochenende zu übernehmen.

Ein Tierarzt könne nicht grundsätzlich jedes Tier versorgen. Ein Kleintier-Experte habe beispielsweise nicht alle Medikamente vorrätig, die bei Nutztieren eingesetzt werden dürften. Nicht jeder Tierarzt könne ein Pferd operieren, das eine schwere Kolik habe, gibt der Veterinär zu bedenken. Dann könnte es schon brenzlig werden, wenn ein Pferdebesitzer mit seinem kranken Tier im Hänger 150 Kilometer zur nächsten Klinik fahren müsse.

In den USA gebe es inzwischen Praxen, die sich auf die Notfallversorgung in Randzeiten spezialisiert hätten. Sie seien ausschließlich nachts geöffnet.

(dpa)

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