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Trillern im Terminal - Tausende protestieren wieder

Neue Woche, alter Protest: Bei der Montags-Demo im Frankfurter Flughafen haben wieder Tausende gegen Lärm demonstriert. Am kommenden Samstag werden noch etliche mehr erwartet.
Frankfurt. 

Wieder hat die wöchentliche Montags-Demonstration gegen den Fluglärm im Rhein-Main-Gebiet mehrere tausend Menschen in den Terminal 1 des Frankfurter Flughafens gezogen. Am Montagabend demonstrierten nach Angaben der Veranstalter zwischen 4000 und 5000 Menschen unter der Abflugtafel der Flughafenhalle, bevor sie trillernd und lautstark durch das Gebäude zogen. «So viele dürften wir noch nie gewesen sein», zeigte sich Veranstalterin Ingrid Kopp überzeugt. Die Demonstranten trugen Plakate mit Aufschriften wie «Fluglärm ist Flugterror» und «Ihr tretet unsere Gesundheit mit Füßen».

Die Polizei sprach dagegen am Abend von rund 2400 Demonstranten und einer «friedlichen Veranstaltung». Bereits seit mehreren Wochen versammeln sich die Fluglärm-Gegner vor allem aus der Region im Terminal, um ihrem Ärger Luft zu machen. Veranstalter ist das «Bündnis der Bürgerinitiativen», das sich gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens wehrt und ein striktes Nachtflugverbot zwischen 22.00 und 6.00 Uhr fordert. Ziel sei es, «den Lärmterror am Himmel in der gesamten Region zu beenden».

Die Lufthansa ist mit Hilfe der umstrittenen neuen Landebahn am Frankfurter Flughafen nach eigenen Angaben deutlich pünktlicher und sogar leiser geworden. Die zusätzliche Kapazität des Flughafensystems habe dazu beigetragen, bislang notwendige Warteschleifen zu vermeiden, teilte die größte europäische Fluggesellschaft am Montag in Frankfurt mit. Die Lufthansa erreicht nach eigenen Angaben an ihrem wichtigsten Drehkreuz nun regelmäßig über 80 Prozent pünktliche Ankünfte. Vor Inbetriebnahme der neuen Landebahn habe der Pünktlichkeitswert in Frankfurt mehr als 14 Prozentpunkte darunter gelegen.

Im vergangenen Oktober war die neue Landebahn am Frankfurter Flughafen eröffnet worden. Seitdem hat der Streit über Fluglärm an Schärfe gewonnen. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel hat Mitte Oktober ein vorläufiges Nachtflugverbot verfügt, bis das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ein endgültiges Urteil fällt. Die hessische Landesregierung wollte bislang mit einer Klage in Leipzig Ausnahmen erlauben, spricht nun allerdings vor allem von einer Rechtssicherheit. Im März soll darüber verhandelt werden.

Großdemo am Samstag

Von ihrem Protest erwarten die Bürgerinitiativen deutlich mehr Druck, je näher die Leipziger Verhandlung rückt. «Bislang hat die Landespolitik in Hessen unseren Protest zwar vernommen, aber wir haben nach wie vor weder ein Angebot vorliegen noch zeigt sich ein wirkliches Entgegenkommen», sagte Kopp.

Am kommenden Samstag werden bei einer Großdemonstration am Flughafen nach Erwartungen der Veranstalter rund 10.000 Menschen gegen den Lärm am Himmel demonstrieren.

(dpa)
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