Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige LS Lederservice Sie suchen einen Spezialisten aus Rhein-Main? Frankfurt am Main 29°C

Volkshochschule Frankfurt: VHS-Kurs: Hessisch babbeln für Anfänger

Von Sie wohnen im Rhein-Main-Gebiet, aber der hessische Dialekt macht Ihnen irgendwie zu schaffen? Macht nichts, zum Glück gibt's den Hessisch-Kurs an der Frankfurter Volkshochschule.
Hessisch lernen und dann Äppler trinken. Foto: dpa Hessisch lernen und dann Äppler trinken. Foto: dpa
Höchst. 

„Die Frankfurter Mundart ist eng mit dem Lebensgefühl der Stadt verknüpft; sie vereint Charme und Bodenständigkeit, Esprit und handfeste Erfahrung.“ Das sagt Katharina Schaaf. Die Rödelheimerin weiß, dass das auch für andere Mundarten gelten mag – aber welche kann schon von sich behaupten, Goethes Muttersprache gewesen zu sein? Hochdeutsch für Katharina Schaaf allenfalls eine weitere „Mundart“, die sie neben Oxford-Englisch und Frankfurterisch spricht: Die Schauspielerin, Übersetzerin und Dozentin wird von Oktober an den ersten Hessisch-Kurs der Frankfurter Volkshochschule (VHS) leiten. Als Schauspielerin ist sie echten Mundart-Freunden aus vielen Rollen bekannt. Sie spielt die Frankfurter Marktfrau Zwiwwelels, Mutter Goethe, Marianne von Willemer, Bettine Brentano oder Käthchen Paulus. In Rödelheim tritt sie als Äbbel-Ännche bei Possmann auf. Als Äbbel-Ännche holte sie Mario Gesiarz vom Mundart-Theater Rezi-Babbel nach Höchst, wo sie seit vorigem Jahr mit ihm im Höchster Schlosscafé auftritt – zuletzt als Stoltze-Enkelin Lydia, die den besten Freund ihres Großvaters, den „Strimpehändler“ Hampelmann (Gesiarz), dazu bezirzen möchte, sie gegen den Widerstand der Familie auf ihrem Weg zur Bühne zu unterstützen.

 

In London studiert

 

Den Weg zur Bühne nahm Katharina Schaaf, die Latein, Geschichte und Englisch mit Staatsexamen studierte, an einer Londoner Schauspielschule. Motiviert hatten sie dazu erste Bühnenerfolge – als Schneewittchen und als Königin in „Rumpelstilzchen“. Die Zeit in London war prägend: Katharina Schaaf legte sich ihren Rufnamen „Kate“ zu und ist seitdem recht affin allem gegenüber, das typisch britisch ist. Dabei ist sie jedoch immer „Frankforder Mädche“ geblieben, liebt den heimischen Dialekt und hat die Klassiker von Vater und Sohn Stoltze bis Ettlinger und Co. im Repertoire. Sie spielt mittlerweile 25 verschiedene Rollen im Wechsel. „Lehrerskind von zwei Seiten her“ sei sie, „also erblich vorbelastet“. Katharina Schaaf leitet an der Frankfurter Goethe-Universität den „Lateinkurs für Fortgeschrittene“ und den „Lektürekurs zur Vorbereitung auf das Latinum“, spielt Querflöte, jongliert, übersetzt.

 

Acht Sprachen

 

Sprachen sind ihre Welt, denn außer Englisch, Latein, Frankforderisch und Hochdeutsch spricht sie Italienisch, Französisch, Hebräisch und Altgriechisch. Vor zwei Jahren hat sie Mario Gesiarz in seiner Rolle als Friedrich Stoltze in der „Brotfabrik“ gesehen, im Sommer, bei gefühlten 48 Grad Celsius. „Ich habe den Mann im Frack bewundert“, sagt sie. Sie sprach Gesiarz an. Man habe „zusamme en Schoppe gepetzt“, aber es habe „drei Mal Schoppe trinken gebraucht“, bis die Zusammenarbeit stand. Gesiarz „vererbte“ ihr ein Engagement in der Möbelstadt Kelkheim, wo er einen Schreiner spielen sollte – jetzt spielt sie dort das „Babettche“, das aus der Kelkheimer Historie erzählt.

Katharina Schaaf gibt Kurse im Hessisch Babbeln. Bild-Zoom
Katharina Schaaf gibt Kurse im Hessisch Babbeln.

An diesem Donnerstag, 28. August, tritt sie um 18 Uhr zusammen mit Mario Gesiarz noch einmal im Höchster Schlosscafé als Lydia Stoltze und Fabian Sebastian Hampelmann auf; im September kommt sie solo ins Schlosscafé, denn da macht Herr Hampelmann Ferien. Am Sonntag, 14. September, spielt sie zwischen 14 und 18 Uhr beim „Tag des offenen Denkmals“ im Rödelheimer Petrihaus die Marianne von Willemer, der Goethe sein berühmtes Gedicht „Gingko Biloba“ widmete. Auch bei Possmann wird sie als Äbbel-Ännche wieder zu sehen sein. Ab 21. September ist sie als Marianne von Willemer auch im Goethehaus im Rahmen der Ausstellung „Goethe und Marianne“ zu sehen.

Im Herbst beginnt ihr Volkshochschulkurs in Hessisch. In einer Doppelrolle als Clemens und Bettine Brentano ist sie dann am 29. November zu sehen, und im Dezember schließlich als Alice von Dieskau, geborene Rodewald, erste Besitzerin des Tudorschlösschens beim Rettershof in Kelkheim. Als alice lädt die zu einer viktorianischen Weihnacht ins Schlosshotel Rettershof.

Von 14. Oktober bis 9. Dezember geht der VHS-Kurs „Hessisch für ,Hergeloffene‘ und ,Eigeplackte‘“ (Kurs-Nr. 4353-01, 90 Euro), den sie in der Sonnemannstraße jeweils dienstags von 18.30 Uhr bis 20.45 Uhr hält. „Dieses neue Konzept wird sich ganz den hessischen Mundarten widmen, vor allem den Frankfurt und Sachsenhäuser Varianten“, sagt Katharina Schaaf. Es geht um bekannte und unbekanntere Autoren, um Sprichwörter, Schimpfwörter, Kinderreime, Goethe, die Familie Hesselbach und eine Stadtbegehung auf den Spuren der Sprachwurzeln – natürlich mit Besuch einer Apfelwein-Wirtschaft. Ebenfalls eine VHS-Veranstaltung ist der Frankfurter Mundart-Theaterabend (4353-02), den sie am Freitag, 12. Dezember, zusammen mit Mario Gesiarz und Rainer Weisbecker vom Mundart-Theater „Rezi-Babbel“ in der VHS Sonnemannstraße bestreitet.

 

Alle Termine unter www.dj-cat.de

 

Zur Startseite Mehr aus Rhein-Main & Hessen

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse