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Wasserkuppe ist Touristenmagnet: Viele hessische Orte profitierten vom Trend zum Deutschlandtourismus

Der Sommer war an vielen Tagen verregnet. Dem Tourismus in Hessen hat das allerdings keinen Abbruch getan. Die Regionen profitieren von Wochenendtouristen und ihrem breiten Angebot. Esgibt allerdings Herausforderungen für die nächsten Jahre.
Wasserkuppe Foto: Uwe Zucchi (dpa) Sehr beliebter Ort: Wanderer genießen bei einer Rast auf der Wasserkuppe (Hessen) den Ausblick über die Rhön.
Wiesbaden. 

Wandern, Weinprobe und viel Kultur: Hessen bietet Touristen ein abwechslungsreiches und zum Teil auch wetterunabhängiges Programm. Das hat sich auch in diesem Sommer bewährt. Die Tourismusregionen blicken zufrieden auf die ersten acht Monate des Jahres. Das zeigt eine Umfrage am gestrigen hessischen Tourismustag. Die einzelnen Regionen:

Rheingau: Die Zahl der Übernachtungen im ersten Halbjahr stieg leicht um rund 2000 auf 303 300 im Vergleich zur Vorjahresperiode. Hinzu kommen laut Kulturland Rheingau rund 100 000 Übernachtungen von Schiffstouristen, die in Rüdesheim anlanden. Bei den eher vom Wetter bestimmten Ausflüglern geht die Tendenz ebenfalls nach oben – die traditionell stärksten Monate August und September sind in der Statistik der Rheingau-Taunus Kultur & Tourismus allerdings noch nicht enthalten.

Besuchermagnete in der von Rhein und Reben geprägten Region sind das Kloster Eberbach, die Schlösser Johannisberg und Vollrads sowie das Niederwald-Denkmal und die Drosselgasse in Rüdesheim. Sie steht nach Angaben von Tourismusmanager Rolf Wölfert auf der Liste der 100 meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Deutschen Zentrale für Tourismus. Verbessern will der Rheingau die Qualität von Hotellerie und Gastronomie – einschließlich einer Imagepolitur für die Drosselgasse.

Nordhessen: 2017 könnte ein sehr gutes Tourismusjahr werden: Bis Ende Juni wurden laut dem dortigen Regionalmanagement 1,2 Millionen ankommende Gäste (plus 5,5 Prozent gegenüber Vorjahr) und 3,6 Millionen Übernachtungen (plus 4,3 Prozent) gezählt. „Für das zweite Halbjahr 2017 erwarten wir weitere Zuwächse“, sagte Ute Schulte vom Regionalmanagement. Die documenta in Kassel, die ausverkauften Bad Hersfelder Festspiele und eine gut gebuchte Nationalpark-Region Kellerwald-Edersee stützen diese Prognose.

Die großen Herausforderungen für die nächsten Jahre seien der demografische Wandel und die Digitalisierung. So arbeite man daran, das Angebot im ländlichen Raum zu verbessern. Zudem plane man für die Jahre 2018 bis 2020 eine Marketingkampagne mit einem Gesamtvolumen von 1,2 Millionen Euro, um den Bekanntheitsgrad Nordhessens zu erhöhen.

Odenwald: „Die Bilanz ist gut“, sagte die stellvertretende Geschäftsführerin der Odenwald Tourismus GmbH, Hannelore Holuscha. Das Wetter habe mitgespielt. „Es war meistens trocken.“ Bei der Zahl der Gäste und der Übernachtungen gebe es ein leichtes Plus. „Der Trend, in Deutschland Urlaub zu machen, setzt sich fort.“ Das sei auch im Odenwald zu spüren.

Schon jetzt seien im Buchungssystem bis Ende August genauso viele Urlaube gebucht worden wie im gesamten Vorjahr – und es seien noch vier Monate übrig. „September und Oktober sind Wandermonate“, sagte Holuscha. „Die Kurzfrist- und Spontanbuchungen nehmen immer mehr zu.“

Frankfurt: Positiv fällt auch die vorläufige Bilanz mit der Tourismus und Congress GmbH Frankfurt aus. Geschäftsführer Thomas Feda sagte, die Stadt Frankfurt sei dank ihrer zahlreichen künstlerischen und kulturellen Angebote auch bei Regen für Städte- und Wochenendtouristen interessant. Als „einzigartig und herausragend“ bezeichnete Feda das Museumsuferfest im August. Die Stadt hatte schon zuvor gemeldet, dass die Zahl der Übernachtungen und Gäste im ersten Halbjahr 2017 die Rekordzahlen im Vorjahreszeitraum überboten hatte. „Wir rechnen für das restliche Jahr mit weiterem Wachstum“, sagte Feda.

Rhön: Der Touristen-Zuspruch ist bislang zufriedenstellend. „Das erste Halbjahr war durchwachsen, von Juli an lief es besser. Aber es ist noch Luft nach oben“, sagte Roland Frormann vom Rhön Info Zentrum in Gersfeld. Besonders stark gefragt sei Fulda. Die Barockstadt stehe bei Übernachtungsgästen wie auch bei Tagesausflüglern hoch im Kurs. Gut entwickelt habe sich auch Bad Salzschlirf, beliebt seien die Grenzgedenkstätte Point Alpha sowie das Rote und Schwarze Moor. Touristen-Magnet bleibt aber die Wasserkuppe, Hessens höchster Berg: Dort werde weiter an Angeboten gearbeitet, um den Sternenpark für die Besucher „besser erlebbar zu machen“, wie Frormann sagte. Auch das Wanderwegenetz solle optimiert werden.

Mittelhessen: Im Lahntal drehte sich in dieser Saison vieles um den Lahnwanderweg, der sein fünfjähriges Bestehen feierte. Um diesen bekannter zu machen, setzte der Lahntal Tourismus Verband auf Aktionen und andere Marketingmaßnahmen. Offenbar mit Erfolg: „Die Anfragen haben sich im Vergleich zu 2016 verdoppelt“, sagte Sprecherin Ulrike Petersen in Wetzlar. Das Lahntal lockt neben Wanderern vor allem Radler und Kanufahrer an. Allerdings sei der verregnete Sommer doch zu spüren gewesen. „Bei schönem Wetter kommen Leute auch spontan in die Region.“

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