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Behandlung von allerlei Zipperlein mit Moor- und Mineralbädern: Volle Packung in Bad Schwalbach

Schon Kaiserin "Sisi" labte sich am Heilwasser in Bad Schwalbach. Heute locken zahlreiche andere Wellness-Angebote. Doch die Quellen stehen immer noch im Mittelpunkt.
Für bezahlbaren Wohnraum für alle Menschen in Frankfurt sind am Samstag rund 800 Menschen auf die Straße gegangen. Unter dem Motto "Wohnraum für alle! – Solidarität statt Ausgrenzung und Verdrängung" hatten verschiedene Initiativen zu einer Kundgebung mit anschließendem Demonstrationszug durch die Innenstadt aufgerufen.
Schon der Legionär Livius plantschte fröhlich am Rande des Rheingaus. Vor mehr als 2000 Jahren haben er und seine Männer den Limes errichtet und in der Freizeit in warmen Quellen gebadet. Heute dient der weitgereiste Römer als Logo der Bäderstraße durch den Rheingau. Nur ein Katzensprung ist es von der Bäderstraße nach Bad Schwalbach, einem klassischen Mineral- und Moorbad für Frauenleiden, Rheuma sowie Herz-Kreislaufkrankheiten. Seit dem 16. Jahrhundert, als Doktor Tabernaemontanus, Arzt des pfälzischen Kurfürsten, die heilende Kraft der Quellen entdeckte, hat sich in der Stadt zwischen Rheingau und Taunus der Kurbetrieb etabliert.

So gab sich in Bad Schwalbach bald auch die Prominenz ein Stelldichein und labte sich am stark eisenhaltigen Heilwasser. „Sisi“ von Österreich, König Ludwig von Bayern, Leibniz und natürlich Goethe waren da. Einige romantisch-klassizistische Bauten wie das Kurhaus sind Zeugen aus den Zeiten, als noch gekrönte Häupter hier die Sommermonate verbrachten.

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Heilende Moor-Tunke soll vor allem bei Gelenkkrankheiten helfen.

Der Alleesaal, das einstige Hotel de la Promenade, war im 19. Jahrhundert das Juwel des damals glanzvollen Kurorts. Kaiserin Elisabeth, die russische Zarin Marie – alle gekrönten Häupter mit kleineren oder größeren Zipperlein stiegen hier ab. „Die Aristokratie kam mit ihrem ganzen Hofstaat und betrieb ihre Geschäfte von hier aus“, berichtet Roswitha Röber, die in Bad Schwalbach für Tourismus und Marketing zuständig ist und beim Rundgang durch die stuckverzierten Räume ins Schwärmen gerät.

Mehr Individualbesucher

Bad Schwalbach ist einer der quellenreichsten Orte Deutschlands. Aus nah und fern reisten Jahrhundertelang Heilungssuchende an, denn die Trinkkur und das Baden im Mineralwasser der Schwalbacher Quellen waren die einzigen Kurmittel. Von 1568 an wurde das Mineralwasser weltweit verschickt. Doch so mondän wie in alten Zeiten geht es in Bad Schwalbach schon lange nicht mehr zu. „Der Trend in Kurbädern geht dahin, dass immer weniger Klinikpatienten kommen“, berichtet Röber. Deshalb setzt auch das Physiotherapiezentrum im Stahlbadehaus verstärkt auf Wellness-Angebote.

Zum Thema: Schnupperpaket

Bad Schwalbach bietet Pakete für Individualreisende und Familien an. Ein Schnupperpaket für drei Übernachtungen inklusive Kneipp-Abendessen, Schifffahrt nach Rüdesheim, Minikur und weiteren Angeboten gibt es ab 185 Euro.

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Mit Erfolg: „Die Zahl der Individualbesucher ist gestiegen“, freut sich Röber. Reinhild Remmers, Inhaberin des modernen Badehauses, betreibt dort mit 15 eigenen Mitarbeitern sowie zwei Badefrauen und zwei Physiotherapeutinnen eine Praxis mit den klassischen Moor- und Mineralbadanwendungen.

Als das Stahlbadehaus 1829 in Betrieb ging, war das Bauwerk eines der größten und modernsten Kurzentren im Herzogtum Nassau. Davon kündet auch das Treppenhaus mit Marmor von der Lahn. Unter staatlicher Regie wurden in dem Gebäude die kohlensäurehaltigen Stahlbäder abgegeben, die das damalige Langenschwalbach berühmt gemacht haben. Im Stahlbadehaus ist mittlerweile aber auch das Moor zu Hause. „Bad Schwalbacher Moor hilft vor allem auch bei Gelenkkrankheiten und Beschwerden des Bewegungsapparats“, so Remmers. So lindert der Schlamm etwa Rheuma und orthopädische Erkrankungen.

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Aber auch Ziegenvollmilchbäder und Massagen gehören zum Angebot. „Viele kommen vor oder nach der Arbeit, um sich etwas Gutes zu tun“, erklärt die Chefin.

Vor den eleganten und schick dekorierten Baderäumen warten an diesem Mittag ein paar ältere Damen auf ihre Packungen und Massagen. Auch Roswitha Röber entspannt hier regelmäßig: „Schon nach der dritten Moorpackung waren meine Muskelschmerzen verschwunden.“

„Durch Moor und Stahl erhältst Du Kinder, ohne Zahl“ – so lautete einst das Motto von Bad Schwalbach. Der heilende Schlamm der Stadt lockte schon immer kinderlose Frauen in das Badehaus: Im Moor sind Substanzen vorhanden, die für hormonelle Wirkungen verantwortlich sind und über die Haut in den Körper gelangen. Die Wärmewirkung des Moores regt die Durchblutung der Eierstöcke an.

Doch was hat es mit dem Stahl auf sich? „Damit ist der hohe Eisengehalt in dem kohlensäurehaltigen Wasser gemeint“, erklärt Röber. Das sprudelt hier an vielen Brunnen aus der Erde, so etwa im pittoresken Weinbrunnen oder im Stahlbrunnen im Kurpark. Der liegt jetzt noch im Winterschlaf.

Nattern im Stadtwald

Im Frühling leuchten hier die Osterglocken. Trotz der frostigen Temperaturen tut sich etwas: Bad Schwalbach macht sich schick für die Landesgartenschau im kommenden Jahr. Die soll auch neue Kur- und Wellnessgäste in die Stadt holen, hofft die Tourismusbeauftragte Röber. Knapp 230 000 Übernachtungsgäste kamen 2016 bis November. Die werden auch angelockt von Natur und Outdoor-Angeboten.

„Bad Schwalbach ist rundum umgeben von Wäldern. Der Hinterlandswald ist eines der größten geschlossenen Waldgebiete“, sagt Röber. Deshalb schlängelt sich auch die seltene Aeskulapnatter durch den Stadtwald. Wie es sich für einen Kurort gehört, so sind auch in Bad Schwalbach einige Wanderwege ausgeschildert. Der Aarhöhenweg passiert Schwalbacher Grund auf seinem Weg von Taunusstein nach Diez an der Lahn. Der Schwalbacher Limes-Rundwanderweg führt auf den Spuren von Livius und seinen Legionären durch den Wald.

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