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Finanzpolitischer Sprecher seiner Fraktion: Vom Hinterbänkler nach oben und zurück

Von Vor drei Jahrzehnten zog er als 30-Jähriger erstmals in den Hessischen Landtag ein und machte schnell Karriere.Heute sitzt der einstige FDP-Spitzenpolitiker wieder in der letzten Reihe des Landtags und findet als finanzpolitischer Sprecher seiner Fraktion und eine Art „Elder Statesman“ Gehör.
EBS-Untersuchungsausschuss Foto: Daniel Reinhardt (dpa) Jörg-Uwe Hahn
Wiesbaden. 

Vor drei Jahrzehnten zog er als 30-Jähriger erstmals in den Hessischen Landtag ein und nahm, wie es sich für einen Neuling gehört, zunächst als Hinterbänkler im Parlament Platz. Dann machte Jörg Uwe Hahn schnell Karriere – vom stellvertretenden FDP-Fraktionschef über den Parlamentarischen Geschäftsführer, den Fraktions- und den Landesvorsitz der Liberalen, das Präsidium der Bundespartei, das Amt des hessischen Justizministers und stellvertretenden Ministerpräsidenten reichen die Stationen. Heute sitzt der einstige FDP-Spitzenpolitiker wieder in der letzten Reihe des Landtags und findet als finanzpolitischer Sprecher seiner Fraktion und eine Art „Elder Statesman“ Gehör. Am Samstag wird im Wiesbadener Landtag das Jubiläum von Hahns 30 Jahren Landtagsmandat gefeiert.

Als Noch-Fraktionschef Florian Rentsch jüngst ankündigte, in die Wirtschaft zu wechseln, hat Hahn hat keinen Gedanken daran verschwendet, die Gelegenheit zu nutzen, für dessen Nachfolge zu kandidieren und noch einmal an die Spitze der Fraktion zurückzukehren. „Damit würde ich weder mir noch der FDP eine Gefallen tun, man muss wissen, wann seine Zeit ist“, sagt er und betont: „Ich möchte meinen Platz in der letzten Landtagsreihe behalten, ich fühle mich da wohl.“ Für einen Rückzug aufs Altenteil ist Hahn mit 61 Jahren noch zu jung. Und ob er bei der nächsten Landtagswahl 2018 noch einmal antritt, lässt er vorerst offen.

In der Rückschau nennt Hahn das Jahr 2008 mit der damaligen Mehrheit von Rot-Rot-Grün und dem gescheiterten Versuch der Sozialdemokratin Andrea Ypsilanti, Ministerpräsidentin zu werden, sein spannendstes. Unter der seinerzeit nur noch geschäftsführenden CDU-Alleinregierung Roland Koch gelang es ihm, die FDP so zu profilieren, dass sie bei der anschließenden Neuwahl mit Hahn als Spitzenkandidat sagenhafte 16,3 Prozent und damit das beste Landesergebnis seit Jahrzehnten holte.

Ins neue Kabinett Koch trat der FDP-Landesvorsitzende als Minister für Justiz, Integration und Europaangelegenheiten und stellvertretender Ministerpräsident ein. Er reformierte die Gerichtsorganisation, schaffte das erste systematische Integrationsprogramm samt Modellregionen dafür, rief die Partnerschaft mit der türkischen Region Bursa ins Leben und ließ die heute als vorbildlich geltende Landesvertretung bei der EU in Brüssel bauen. Im Bundesrat avancierte Hahn als Koordinator der FDP zu einer Art Fraktionschef der sechs Landesregierungen mit Beteiligung der Liberalen.

Dem tiefen Sturz bei der Landtagswahl 2013, als die FDP nur denkbar knapp mit 5,1 Prozent ins Parlament kam, folgte der Rückzug Hahns von allen herausragenden politischen Ämtern. Seitdem muss er nach eigenen Angaben „zehn Minuten früher losfahren, weil ich ja ohne Dienstwagen erst einen Parkplatz suchen muss“. Doch das stört ihn weniger als der Verlust an Gestaltungsmöglichkeiten. Hahns Trost: „Meine Familie und mein Arzt sind dafür viel zufriedener mit mir“ als beim vorausgegangenen Dauerstress.

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