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ADAC-Experte: Vorsicht Wildunfall: Was Autofahrer jetzt beachten müssen

Mit dem Beginn der dunklen Tage steigt für Autofahrer wieder das Risiko, mit Wildtieren zu kollidieren. Wie sich solche Unfälle vermeiden lassen und was zu tun es, wenn es doch gekracht hat, erklärt ADAC-Experte Oliver Reidegeld im Interview.
Zu spät: Wer einen Wildunfall nicht verhindern konnte, sollte als erstes die Unfallstelle absichern und dann die Polizei informieren. Bilder > Foto: Wolfgang Kumm/dpa/dpa-tmn Zu spät: Wer einen Wildunfall nicht verhindern konnte, sollte als erstes die Unfallstelle absichern und dann die Polizei informieren.

Es sind alarmierende Zahlen: Alle zwei Minuten kollidiert irgendwo in Deutschland ein Auto mit einem Wildtier. Besonders tückisch, zumal nach der Umstellung auf die Winterzeit, sind jetzt die dunklen Herbstmonate. Wie Autofahrer die schlimmen Crashs vermeiden – und worauf sie achten müssen, wenn es doch passiert, erklärt ADAC-Experte Oliver Reidegeld im Interview mit Online-Redakteur Michael Forst.

Herr Reidegeld, was raten Sie Autofahrern, die in diesen dunklen Tagen auf Landstraßen unterwegs sind?

OLIVER REIDEGELD: Wir als ADAC warnen gerade jetzt nach der Umstellung auf die Winterzeit vor der Gefahr von Wildunfällen – sogar der Berufsverkehr am Nachmittag verschiebt sich ja schon in die Dämmerung und Dunkelheit, wenn das Wild besonders aktiv ist. Autofahrer sollten jetzt besonders mit Rehen, Wildschweinen und Co. rechnen, die die Straße queren wollen. Entsprechend defensiv sollte man fahren, runter vom Gas gehen und bremsbereit bleiben.

Wenn nun im Fernlicht-Scheinwerferkegel vor mir plötzlich ein Reh auftaucht – was mache ich dann?

REIDEGELD: Grundsätzlich ist es zwar ein Sicherheitsplus, wenn ich das Wild dank Fernlicht früher sehen kann. Allerdings wird es durch das helle Licht geblendet, völlig desorientiert und kann nicht mehr einschätzen, was da auf ihn zukommt. Deshalb sollte ich als Autofahrer sofort abblenden und hupen. Die Tiere sind ja sehr gehörempfindlich und flüchten dann in der Regel.

Wie sinnvoll sind Ausweich-Manöver?

REIDEGELD: Die können leider ganz schnell gefährlich werden. Vor allem, wenn sie unkoordiniert und aus einem Reflex heraus erfolgen. Da ist die Gefahr, dass ich ins Schleudern komme und dann in den Gegenverkehr oder von der Fahrbahn in den Straßengraben gerate. Und so einen schweren Unfall mit Verletzten oder noch Schlimmerem verursache.

Was mache ich, wenn ein Zusammenstoß unvermeidlich erscheint?

REIDEGELD: Dann gilt: Eine Vollbremsung hinlegen, dabei das Lenkrad gerade halten und in der Spur bleiben. Dabei muss man in Kauf nehmen, dass das Rehwild oder das Wildschwein verletzt wird. Aber das ist besser, als in den Gegenverkehr zu kommen und damit noch andere Verkehrsteilnehmer und mich selber zu gefährden.

Was gilt es versicherungstechnisch zu beachten?

REIDEGELD: Wichtig ist die sogenannte Wildunfallbescheinigung. Die bekomme ich in der Regel von der Polizei oder dem zuständigen Jagdpächter. Dafür muss ich den Wildunfall melden. Das gilt auch dann, wenn ich das Wild nur angefahren habe und es geflüchtet ist. So kann der Jäger gegebenenfalls rausfahren und das verletzte Tier suchen. Auf keinen Fall sollte ich das verletzte Wild mitnehmen – sonst kann ich mich sogar strafbar machen – wegen Wilderei.

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