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Warten am Frankfurter Hauptbahnhof: Welle der Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge

Über Facebook und Twitter wird dazu aufgerufen, die Menschen aus Ungarn am Frankfurter Bahnhof zu begrüßen. Mehr als hundert Helfer kommen, breiten Wasser, Obst und Geschenke aus - und warten.
Mit einem Willkommensgruß und selbst mitgebrachten Lebensmitteln und Getränken warten am 05.09.2015 in Frankfurt am Main (Hessen) freiwillige Helfer im Hauptbahnhof auf die mögliche Ankunft von Flüchtlingen in der Stadt. Bilder > Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) Mit einem Willkommensgruß und selbst mitgebrachten Lebensmitteln und Getränken warten am 05.09.2015 in Frankfurt am Main (Hessen) freiwillige Helfer im Hauptbahnhof auf die mögliche Ankunft von Flüchtlingen in der Stadt.
Frankfurt.  Niemand weiß, wann die Flüchtlinge aus Ungarn in Frankfurt eintreffen. Aber für mehr als hundert Helfer ist die Ungewissheit am Samstagabend kein Grund, nicht zum Hauptbahnhof zu kommen. In kurzer Zeit werden Flaschen mit Wasser, Obst und Kekse auf dem Boden ausgebreitet. Es gibt niemanden, der das organisiert. Auf Zurufe aber entsteht eine eigene Ordnung: «Getränke kommen hierher, Klamotten bitte da hinten hin!»

«Ich habe bei Facebook gelesen, dass heute Abend 700 Flüchtlinge ankommen sollen und dass für sie viel gebraucht wird», sagt Anja Scharpf. «Da will ich einfach helfen, weil mich das Schicksal der Menschen in Ungarn sehr berührt hat.» Dort saßen die aus Syrien, Afghanistan oder anderen Ländern geflohenen Menschen über Tage hinweg fest, ohne ihre Reise fortsetzen zu können. Erst in der Nacht zum Samstag ließen die ungarischen Behörden zu, dass die Flüchtlinge zur österreichischen Grenze gebracht wurden.

Die 24-jährige Verkäuferin Anja Scharpf hat in einem noch offenen Geschäft im Bahnhofsviertel eine Stiege mit Äpfeln gekauft und zum Südeingang des Hauptbahnhofs gebracht. «Jeder weiß, dass man nach einer langen Reise hungrig und durstig ist.» Die junge Frau freut sich, dass so viele Helfer gekommen sind: «Das ist toll, dass die Community in Frankfurt so lebendig ist.»

Wenige Stunden vorher gab es bei Twitter und Facebook die ersten Aufrufe, Getränke und Lebensmittel für die Ankunft der Flüchtlinge zum Hauptbahnhof zu bringen. Unter dem Twitter-Hashtag (Stichwort) «TrainOfHopeFFM» wurden Informationen geteilt, wann mit der Ankunft von Zügen zu rechnen sei.

Diese aber blieben bis zum Abend höchst vage. Eine Journalistin filmte über den Live-Video-Dienst Periscope, wie Flüchtlinge in Wien in einen Zug nach Frankfurt stiegen, unter ihnen Familien mit Babys und kleinen Kindern. Dieser Zug aber sollte erst nach Mitternacht in Frankfurt ankommen.

«Das macht nichts, ich habe Zeit», sagt Leonard Peglow. Der 22 Jahre alte Frankfurter hat nichts mitgebracht, aber er will mit anpacken - und richtet sich darauf ein, das Wochenende mit der Hilfe für die geflüchteten Menschen zu verbringen.

«Wir wollen einfach ein Willkommenszeichen setzen», sagt der 26-jährige Psychologiestudent Nils Michely. «Wir stellen uns vor, dass es einfach schön ist, dass jemand da ist, wenn die geplagten Menschen in der fremden Stadt ankommen.»

Eine Stunde nach dem Eintreffen der ersten Helfer wird getwittert: «Brauchen aktuell keine Spenden mehr am Hbf - lieber morgen direkt nach Neu-Isenburg.» In der nur acht Kilometer südlich von Frankfurt gelegenen Stadt wurde erst am Samstag eine neue Unterkunft, die Hessens Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge entlasten soll, eröffnet.

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