Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 7°C

Wohnen und Lernen im Rhein-Main-Gebiet: Weniger hessische Studenten mit Bafög

Mehr junge Menschen studieren, doch weniger bekommen Bafög, auch in Hessen. Das liegt nicht daran, dass sie genug Geld hätten, sondern daran, dass die Bedingungen zu schlecht sind, sagen Fachleute.
Studenten im Hörsaal Foto: Uwe Anspach (dpa) Studenten in einem Hörsaal der Neuen Universität in Heidelberg (Aufnahme mit Zoom-Effekt)
Frankfurt. 

Die Zahl der Studentinnen und Studenten steigt, aber weniger junge Menschen bekommen Bafög. Dieser deutschlandweite Trend, den das Statistische Bundesamt am Freitag bekannt gab, gilt auch für Hessen: 58 000 junge Menschen erhielten im Jahr 2016 Geld vom Staat, im Jahr zuvor waren es noch 61 500 gewesen. Knapp 80 Prozent davon studieren, rund 20 Prozent besuchen eine Schule, meist eine Berufsfachschule.

Zahlen zum Bafög

Bafög (Bundesausbildungsförderungsgesetz) für Schüler und Studenten gibt es seit 46 Jahren. Seit 2015 finanziert allein der Bund die Förderung, die Länder wurden davon entlastet. 2016 waren die Sätze erhöht worden.

clearing

Während das Land Hessen davon spricht, dass mehr junge Leute studieren und auch mehr einen Antrag auf die Förderung gestellt haben, machen die Studentenwerke in Frankfurt und Gießen, über die die Anträge laufen, andere Erfahrungen: Bei ihnen seien weniger Anträge eingegangen. Gießen, wozu auch die Technische Hochschule Mittelhessen mit dem Standort Friedberg gehört, meldet einen Rückgang von acht Prozent, der dem Minus bei den Geförderten entspricht.

Gründe nicht bekannt

Warum weniger junge Leute das Geld vom Staat beantragen, obwohl sie die Hälfte geschenkt bekommen und die andere Hälfte als zinsloses Darlehen erst spät zurückzahlen müssen, ist schwer zu klären. „Wir kennen die Gründe nicht“, sagt Sabine Dahlke, die beim Frankfurter Studentenwerk die Abteilung für Ausbildungsförderung leitet.

Keine Statistik, aber eine Erklärung hat der Pressesprecher der Studierendenvertretung Asta an der Frankfurter Goethe-Universität: Wer Bafög bekomme, dürfe nicht genug hinzuverdienen. „Der Freibetrag muss angepasst werden“, sagt Valentin Fuchs. Denn die Studierenden müssten nebenbei arbeiten, weil das Bafög nicht ausreiche. Wenn sie aber derzeit mehr als 5400 Euro innerhalb von zwölf Monaten verdienen, wird ihnen Geld vom Bafög abgezogen.

In der Kritik am zu niedrigen Bafög-Satz sind sich Studentenvertreter und Studentenwerk einig. Selbst mit dem Höchstsatz von 735 Euro „dürfte es im Rhein-Main-Gebiet ausgeschlossen sein, leben zu können“, sagte Dahlke. Wie auch der Dachverband Deutsches Studentenwerk (DSW) fordert sie mehr Geld. „Die jüngste Bafögerhöhung kam zu spät, und sie fiel zu niedrig aus“, teilte das DSW am Freitag mit. Den Höchstsatz bekommt in Hessen knapp die Hälfte der Geförderten, der Durchschnitt liegt bei 459 Euro im Monat.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnt vor einer „sozialen Spaltung“ und fordert höhere Bafögsätze. Zudem müssten die Grenzen für das Einkommen der Eltern erhöht werden: „Die Freibeträge müssen dabei mit der realen Entwicklung der Bruttolöhne Schritt halten“, erklärte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hananck. Einig sind sich die Fachleute darin, dass mehr für das Geld vom Staat geworben werden sollte. Sie könnten die jungen Leute „nur ermutigen, diese Form der Studienfinanzierung für sich jeweils individuell zu prüfen“, schreibt das Studentenwerk Gießen: „Wo sonst gibt es quasi ,Geld geschenkt’“?

Zur Startseite Mehr aus Rhein-Main & Hessen

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse