Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 9°C
1 Kommentar

Radschnellwege: Wenn Pendler in die Pedale treten

Kilometerlange Staus auf den Straßen und qualvolle Enge in den U- und S-Bahnen sind in der in der Rushhour im Rhein-Main-Gebiet die Regel. Durch den Trend zu hochwertigen Fahrrädern und den E-Bike-Boom legen immer mehr Menschen auch größere Entfernungen auf zwei Rädern zurück. Neue Radschnellwege sollen Entlastung bringen. Doch es gibt einiges zu beachten.
Foto: Pieren So sollen künftig auch die Radschnellwege funktionieren: Zwar gehört der Nidda-Radweg aus der Wetterau in Richtung Frankfurt offiziell nicht zu diesem Konzept – doch führt auch er direkt und kreuzungsfrei an den Main.
Frankfurt. 

In Frankfurt und Umland sind nur zehn Prozent der Pendler mit dem Rad unterwegs. Für Birgit Simon ist das zu wenig. „Attraktive Radfahrerstädte haben längst eine Quote von bis zu 20 Prozent“, sagt die erste Beigeordnete des Regionalverbandes Frankfurt Rhein/Main.

Erreicht werden soll das durch ein neues System von Radschnellwegen, die unter der Federführung des Regionalverbandes gebaut werden. Bei dem ersten neuen schnellen Radweg zwischen Darmstadt, Langen und Frankfurt soll bereits im kommenden Jahr der Spatenstich erfolgen. Für den zweiten zwischen Hanau, Maintal und Frankfurt laufen die konkreten Planungen.

Studie kostet 80 000 Euro

Nun haben sich Bürgermeister und Verkehrsdezernenten der Städte Frankfurt, Eschborn, Steinbach, Oberursel, Bad Homburg und Friedrichsdorf gemeinsam mit dem Regionalverband geeinigt, den dritten Radschnellweg vom Vordertaunus nach Frankfurt zu bauen. „Im kommenden Jahr wird die Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben“, sagt Simon. Der Regionalverband rechnet für Studie, erste vertiefende Untersuchungen, Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit mit Kosten von 80 000 Euro.

Der vom Wetterau-Landrat Joachim Arnold (SPD) geforderte Radschnellweg aus der Wetterau nach Frankfurt gehört hingegen offenbar nicht zum Gesamtkonzept des Regionalverbandes.

Fahrtzeiten verkürzen sich durch die neuen Verbindungen ...

In Deutschland stehen Radschnellverbindungen bzw. Radschnellwege noch am Anfang. Nur wenige solcher Verbindungen wurden bisher realisiert. In Hessen gibt es noch kein derartiges Projekt.

clearing

„Wir begrüßen jede Initiative, die einen Ausbau des Radwege-Netzes zum Ziel hat“, sagt die Erste Beigeordnete des Regionalverbandes. „Noch liegt aber keine offizielle Anfrage aus der Wetterau vor. Der Regionalverband hat ja bereits den Ausbau des Nidda-Radweges maßgeblich vorangetrieben.“

Keine Kreuzungen

Entscheidend und charakteristisch für einen Radschnellweg ist die Wegleitung, die ohne umständliche Haken geradlinig und vor allem möglichst kreuzungsfrei mit Straßen sein soll. Lediglich eine Verknüpfung bestehender Feld-, Forst- und Radwege genügt keinesfalls. Auch ist eine Breite von vier Metern vorgesehen.

„Dort, wo Radfahrer sicher auf einem vom Autoverkehr getrennten Weg fahren können, steigen immer mehr Menschen aufs Fahrrad um“, weiß Patrik Schneider-Ludorff vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub ADFC. „Erfahrungen aus anderen Regionen und Städten zeigen: wenn die Infrastruktur stimmt, tritt ein Sogeffekt ein, und viele Menschen satteln aufs Fahrrad um.“

Bestes Beispiel sei der parallel zur U 3 verlaufenden Radweg von Oberursel in Richtung Niederursel und weiter in andere Frankfurter Stadtteile. Zwar liegen keine offiziellen Zahlen vor, doch schwingen sich nach Schätzungen des ADFC Hochtaunus mittlerweile täglich rund 1000 Radfahrer auf den Sattel, um auf diesem Weg in die Main-Metropole zu radeln.

Bereits seit zehn Jahren fordert die Radfahrer-Lobby im Taunus deshalb auch einen durchgehenden Radweg von Friedrichsdorf, Bad Homburg, Oberursel, Steinbach und Eschborn nach Frankfurt. Der Startschuss ist nun mit der Absichtserklärung gefallen. „Die Radschnellwege sind eine Antwort auf die zunehmende Mobilität der Bürger. Zugleich bewahren sie die Lebensqualität in den Städten“, begründet Simon das Konzept.

Ein „Weiter so“ in der Verkehrspolitik und Mobilitätsplanung führt im Rhein-Main-Gebiet nach Ansicht von RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat in die Sackgasse. „Wir müssen dringend etwas tun, um den Verkehr neu zu organisieren. 58 Prozent aller Wege in Hessen werden mit dem Auto zurückgelegt“ sagte er jüngst beim Deutschen Mobilitätskongress in Frankfurt und forderte ein Umdenken. „Man darf aber nicht nur vom Auto oder nur vom ÖPNV aus denken. In der Mobilitätsplanung müssen alle Verkehrsträger, also auch Radwege und Fußwege, künftig miteinander vernetzt werden.“

Zur Startseite Mehr aus Rhein-Main & Hessen

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse