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Ruprecht, Krampus und Co.: Wenn der Kinderfresser kommt

Der Nikolaus hat meistens einen Begleiter dabei - und der will den Kindern nichts Gutes. Wir stellen die verschiedenen Schreckgespenster der Volkstraditionen vor.
Foto: wikicommons / llorenzo Foto: wikicommons / llorenzo

In der Nacht zum 6. Dezember kommt der Nikolaus. Traditionell fragt der Heilige die Kinder, ob sie brav und fromm waren. Bejahen sie das, werden sie vom Nikolaus beschenkt. Verneinen sie, übernehmen die Begleiter des Nikolaus. Und es wird ungemütlich: Je nach Volksglauben verprügeln sie die Kinder, entführen sie – oder verspeisen sie gleich an Ort und Stelle. Wir geben einen Überblick über die Bösewichter.

 

Knecht Ruprecht

Hans Trapp - eine Ruprecht-Figur aus dem Elsass - ca. 1953. Foto: wikicommons / Guy Frank Bild-Zoom
Hans Trapp - eine Ruprecht-Figur aus dem Elsass - ca. 1953. Foto: wikicommons / Guy Frank

Region: Gesamtdeutscher Sprachraum
Besondere Fähigkeit: Kinderverdreschen
Gruselfaktor: 3 von 5 Ruten

Knecht Ruprecht ist im gesamtdeutschen Sprachraum der populärste Begleiter des Nikolaus. Während der Heilige die Kinder für gutes Benehmen belohnt, übernimmt Knecht Ruprecht den strafenden Part: Wer Schlechtes getan oder sich danebenbenommen hat, wird verdroschen. Knecht Ruprecht ist eine Art „gezähmter Teufel“. Typischerweise führt die Figur, die im Mittelalter entstanden sein dürfte, eine Rute mit sich, ist in ein dunkles Wams gekleidet, hat einen mächtigen Vollbart und trägt oft auch einen Sack mit sich - zum Kinder-Wegstecken. Je nach Region ist Ruprecht auch unter anderen Namen bekannt, etwa Hans Muff, Hans Trapp oder Sünnerklas.

 

Krampus

Foto: wikicommons / llorenzo Bild-Zoom
Foto: wikicommons / llorenzo

Region: Alpen, Osteuropa
Besondere Fähigkeit: Kinderraub, Kinderfresserei
Gruselfaktor: 4 von 5 Ruten

Wenn Knecht Ruprecht Alpträume hat, dann träumt er vom Krampus. Letzterer ist ein Ungeheuer mit Hörnern, Krallen, Fell und einer abstoßenden Fratze. Der Krampus greift Kinder an, entführt sie und frisst sie gelegentlich auch auf. Am Vorabend des Nikolaustages – also am Abend des 5. Dezember – finden in vielen Alpendörfern Krampusläufe statt: Hierbei rennen die Monstren durch die Straßen, erschrecken Menschen, fuchteln mit Fackeln herum, kreischen oder zetteln gleich handfeste Schlägereien an. Nicht selten landen Teilnehmer und Zuschauer im Krankenhaus. Im Zusammenspiel mit dem Nikolaus übernimmt der Krampus den strafenden Part. Die Krampus-Gestalt ist aber deutlich älter als Knecht Ruprecht: Erste Vorläufer finden sich bereits in der Antike.

 

‘es Fraache

Region: Hessischer Sprachraum
Besondere Fähigkeit: --
Gruselfaktor: 2 von 5 Ruten

Im hessischen Raum, vor allem in der Gegend um Darmstadt, wird der Nikolaus vom „Fraache“ begleitet; beide zusammen werden gelegentlich als „Herrche und Fraache“ bezeichnet. Das Fraache übernimmt den strafenden Part, ist aber lange nicht so furchterregend und grotesk ausgestaltet wie die Ruprecht- oder Krampus-Figuren.

 

Der Chindlifrässer

Foto: wikicommons Bild-Zoom
Foto: wikicommons

Region: Schweizer Alpen
Besondere Fähigkeit: Frisst Kinder
Gruselfaktor: 10 von 5 Ruten

Der Chindlifrässer – Kinderfresser – ist eine seltene Begleitfigur des Nikolaus, die vor allem im schweizerdeutschen Alpenraum auftritt. Der Chindlifrässer ist eine hünenhafte Gestalt mit einem riesigen Mund. Er trägt typischerweise einen Sack mit sich, in den er unartige Kinder steckt. Was er anschließend mit ihnen tut, erschließt sich aus seinem Namen.

 

Zwarter Piet

Region: Niederländischer Sprachraum
Besondere Fähigkeit: --

Gruselfaktor: 1 von 5 Ruten

Der Zwarte Piet – der schwarze Peter – begleitet den Nikolaus in den Niederlanden und im niederdeutschen Sprachraum. Er bestraft unartige Kinder. Der Zwarte Piet ist ein dunkelhäutiger, meist großgewachsener Mann. Die Figur wurde im 19. Jahrhundert eingeführt und war rasch im Volksglauben etabliert. Der Zwarte Piet ist einerseits sehr beliebt, andererseits wegen seiner offensichtlich rassistischen Ausgestaltung sehr umstritten.

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