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Ermittlungen und Spekulationen: Wer erschoss Aygün Mucuk?

Rund zwei Wochen nach der tödlichen Bluttat gegen den Gießener Hells-Angels-Boss Aygün Mucuk stehen die Ermittler weiterhin vor vielen Fragezeichen. Wer ist der Täter? Was war das Motiv? Hier lesen Sie die wichtigsten Fagen und Antworten.
Hells-Angels-Boss Aygün Mucuk. Foto: Boris Roessler (dpa) Hells-Angels-Boss Aygün Mucuk.
Frankfurt.  Rund zwei Wochen nach den tödlichen Schüssen auf den Gießener Hells-Angels-Boss Aygün Mucuk suchen die Ermittler weiterhin nach dem Täter. Das Motiv liegt auch noch im Dunklen. Wer könnte hinter den mindestens 16 Schüssen stecken? Selbst Rocker-Experten sind sich in ihrer Einschätzung nicht ganz einig. Die wichtigsten Fagen und Antworten. 

Wer hat Aygün Mucuk erschossen?

Das wissen die Ermittler noch nicht. Die Suche geht «in alle Richtungen». Geforscht wird nach Angaben der Gießener Staatsanwaltschaft innerhalb, aber auch außerhalb der Rocker-Szene. Zahlreiche Zeugen wurden befragt. Die Untersuchungen sind umfangreich und schwierig. Vor allem auch, weil es um ein Milieu gehe, «wo die Kooperationsbereitschaft mit den Ermittlern gering» sei, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Bilderstrecke Hunderte Hells Angels bei Rocker-Beisetzung
Hells Angels und Mitglieder befreundeter Rockergruppierungen aus mehreren europäischen Ländern und dem gesamten Bundesgebiet werden von der Polizei zum Neuen Friedhof in Gießen eskortiert. Hier fand die Beisetzung des erschossenen Hells-Angels-Präsidenten Aygün Mucuk statt.Nach und nach treffen die Rocker auf ihren Motorrädern am Friedhof ein.Die Rocker fahren durch die Stadt zum Neuen Friedhof.

Wer steht hinter Mucuk?

Szene-Kenner Stefan Schubert sagt: «Mucuk hat das Gießener Charter der Hells Angels entgegen den Frankfurter und deutschen Hells Angels eröffnet - mit Unterstützung der sehr mächtigen skandinavischen Hells Angels-Clubs.» Strippenzieher sei ein ehemaliger aus Köln abgeschobener Rotlicht-Pate, «der jetzt aus Izmir die Fäden zieht». Mucuk sei einer seiner größten Statthalter in Deutschland gewesen. «Den jetzt zu erschießen. Das kann man nur als direkte Kriegserklärung gegen die türkischen Hells Angels und den Hintermann in der Türkei werten.» Der Mörder sei vermutlich ein Auftragskiller gewesen.

Die jungen wilden Hells Angels aus Gießen lagen mit den alteingesessenen Frankfurtern im Clinch. Könnte das der Hintergrund sein?

Mucuk (r.) mit Boxer Avni Yildirim im Hells-Angels-Clubhaus in Wettenberg Bild-Zoom
Mucuk (r.) mit Boxer Avni Yildirim im Hells-Angels-Clubhaus in Wettenberg
Buchautor Schubert («Wie die Hells Angels Deutschlands Unterwelt eroberten»), hält das durchaus für möglich. «Da ist sehr viel Feindschaft», stellt er fest. «Das ist ein knallharter Verdrängungswettbewerb um die Profite der riesigen Frankfurter Rotlichtszene.» Die Frankfurter Hells Angels seien nach Hannover die mächtigsten in Deutschland. «Da gibt es viel Geld zu verdienen, Millionensummen.» Und: «Die Osmanen Germania haben gemeinsame Sache mit Mucuk gemacht. Das hat den Graben vertieft.»

Die Hells Angels hätten zwar zunächst versucht, dies mit Gesprächen zu bereinigen. Eines dieser Gespräche sei aber ausgeartet: Einer von Mucuks Leuten habe dabei einem bekannten Frankfurter Hells Angel in einem Hotel die Nase gebrochen. Diese Auseinandersetzung gilt bei Ermittlern als Hintergrund der Schießerei am Himmelfahrtstag in der Frankfurter Innenstadt, bei der zwei Rocker verletzt wurden.

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