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Bistum Limburg: Wieder Geldverschwendung bei Umbau von Bischofssitz

Im Bistum Limburg ist ein neuer Fall von Geldverschwendung für Baumaßnahmen bekanntgeworden. Wegen einer überdimensionierten Planung und eines Baustopps bleibt das Bistum auf Kosten sitzen. Erinnerungen werden wach an den Skandal um Bischof Tebartz-van Elst.
Dom und Bischofssitz in Limburg. Foto: Thomas Frey/Archiv Dom und Bischofssitz in Limburg.
Limburg. 

Der Bischofssitz des früheren Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst erlangte wegen seines Luxus zweifelhafte Berühmtheit. Den zuweilen als «Protz-Bischof» titulierte Oberhirte kostete der Skandal im Jahr 2014 das Amt. Nun macht das Bistum wieder Schlagzeilen wegen Geldverschwendung bei Baumaßnahmen. Wegen einer Fehlplanung für die Umwandlung der Bischofswohnung und eines verhängten Baustopps bleibt das Bistum auf Kosten im niedrigen sechsstelligen Bereich sitzen, wie die Leitung am Mittwoch mitteilte.

Die Luxus-Wohnung, die zu Zeiten von Tebartz-van Elst entstand, sollte umgebaut werden. Angedacht ist, das Erdgeschoss der 285 Quadratemeter großen Wohnung als Erweiterung des Diözesanmuseums zu verwenden. Denn der amtierende Bischof Georg Bätzing nutzt das Domizil gar nicht. Ziel sei gewesen, die Räumlichkeiten mit «möglichst geringem finanziellen Aufwand» umzuwidmen, betonte das Bistum. Doch ein Mitarbeiter der Bischöflichen Verwaltung habe sich über diese Prämisse hinweggesetzt - mit kostspieligen Folgen.

Der Mitarbeiter schloss laut Bistum im November 2017 einen Architektenvertrag ab und beauftragte Fachplaner. Daraus seien Planungen mit einem Volumen von mehr 400 000 Euro entstanden. Nach Bekanntwerden der Pläne und der finanziellen Tragweite stoppte die Leitung das Prozedere. Das Bistum rechnet mit Ansprüchen aus Planungs- und Handwerkerkosten, die bereits erbracht worden seien, im niedrigen sechsstelligen Bereich. Diese Kosten müssen vom Bistum getragen werden.

Das Bistum hat, nachdem es Anfang März davon erfuhr, bereits mit der internen Aufklärung begonnen. «Schwerwiegende Regelverstöße» seien festgestellt worden. Unter anderem sei gegen das strenge Vier-Augen-Prinzip bei der Planungsfreigabe verstoßen worden. Auch die Beratung und Freigabe in den Gremien der diözesanen Vermögensverwaltung war den Angaben zufolge nicht erfolgt. Gegen den kritisierten Mitarbeiter seien arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet worden.

Bischof und Generalvikar wollen weiter, dass die Wohnung als Erweiterung des Diözesanmuseums genutzt wird. «Wann die ursprünglich angedachten Umnutzungsmaßnahmen durchgeführt werden können, steht aktuell noch nicht fest», teilte das Bistum mit.

Nach dem Skandal um den luxuriösen Bischofssitz von Tebartz-van Elst hatte das Bistum das Ziel genannt, die Wohnung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Deswegen soll die Fläche für das Museum genutzt werden. Eine Dauerausstellung zur Geschichte des Bistums soll dort eingerichtet werden. Die fürs Frühjahr geplante Eröffnung der Schau muss nun verschoben werden.

Das Bischofshaus auf dem Domberg ist der Amtssitz von Bischof Bätzing. Seit seiner Bischofsweihe und Amtseinführung im September 2016 haben der Bischof und seine Mitarbeiter dort ihren Arbeitsplatz. In der Kapelle wird gebetet und regelmäßig Gottesdienst gefeiert.

Der Bischofssitz stand in der Amtszeit von Vorgänger-Bischof Tebartz-van Elst für Prunksucht und Verschwendung. In den Jahren 2013 und 2014 geriet das Bistum in die Schlagzeilen, weil die Kosten für die neue Residenz explodierten. Statt der kalkulierten 5,5 Millionen verschlang der Bau mehr als 30 Millionen Euro. Die 285 Quadratmeter große Dienstwohnung schlug allein mit sechs Millionen Euro zu Buche. Tebartz-van Elst wurde unter anderem deswegen im März 2014 von Papst Franziskus abberufen. Er soll kirchliche Vorschriften und Kontrollgremien umgangen und immer wieder Sonderwünsche gehabt haben.

(dpa)

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