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Naturschutz: Wieder mehr Vögel in den Gärten

Der Schrecken vor einem Jahr war groß: Deutlich weniger Tiere wurden bei der „Stunde der Wintervögel“ in hessischen Gärten gezählt. Das ist in diesem Jahr anders, berichtet der Nabu. Doch langfristig geht der Trend in die andere Richtung.
"Stunde der Wintervögel" - Nabu ruft zum Mitmachen auf Foto: Stefan Sauer (dpa) Ein Rotkehlchen bei der Winterfütterung
Frankfurt. 

Meisen klingen unterschiedlich, deutsche anders als ihre Artgenossen aus dem Osten. Wer sich auskenne, könne Meisen aus dem Baltikum oder aus Sibirien an ihrer Stimme erkennen, sagt Gerhard Eppler, Vorsitzender vom hessischen Naturschutzbund (Nabu): „Sie singen in einem anderen Dialekt.“

Doch auch weniger versierte Vogelfreunde konnten am vergangenen Wochenende bei der Zählaktion „Stunde der Wintervögel“ beobachten: An den Futterplätzen in Hessen und in anderen Bundesländern waren wieder mehr Vögel als 2017 zu beobachten. Insgesamt seien ähnlich hohe Zahlen wie im langjährigen Durchschnitt gemeldet worden, zieht Eppler eine Zwischenbilanz der Auszählung: „Die besonders geringen Vogelzahlen vom Vorjahr waren also ein Ausreißer und haben sich zum Glück nicht wiederholt.“ Denn in diesem Jahr seien wieder mehr Meisen, Finken und Eichelhäher aus Nord- und Osteuropa nach Deutschland gezogen.

Im Winter füttern, im Sommer für naturnahe Gärten sorgen

Zwar finden die Vögel bei dem relativ warmen Wetter derzeit in den Siedlungsgebieten selbst genügend Futter. Dennoch könnten sie ruhig gefüttert werden, sagt Berthold Langenhorst vom

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Meisen aus Osteuropa

Bei den Meisenvögeln zeigt sich eine Besonderheit: „Die Meisen, die wir im Winter an den Futterstellen sehen, sind nicht dieselben, die im Sommer in den Gärten brüten“, sagt der Nabu-Referent für Umweltkommunikation Berthold Langenhorst. Denn während die Meisen aus dem Baltikum, Sibirien und Finnland in den meisten Jahren in den Süden und Westen gen Deutschland ziehen, machen sich die hessischen Meisen ebenfalls auf den Weg: Nicht bis nach Südspanien oder Afrika, wie die Störche, sondern nur ein kurzes Stück nach Belgien oder Luxemburg.

Insgesamt seien bis zum Dienstagmorgen in Hessen knapp 160 000 Vögel gemeldet worden, bundesweit über 2,3 Millionen, heißt es vom Nabu. Bis zum 12. Januar können die Vogelzähler ihre Ergebnisse noch melden. Am häufigsten tummelt sich der Haussperling, bekannt als Spatz, an den Futterhäuschen und in den Gärten: Im Schnitt 6,4 Exemplare, meldet der Nabu. Die Kohlmeise folgt mit 5,8 Vögeln pro Garten.

Zu wenige Insekten

Somit hat sich für das kurzfristige Ausbleiben vieler Vögel im vergangenen Jahr eine Erklärung gefunden. Doch die Aktionen „Stunde der Wintervögel“ und „Stunde der Gartenvögel“, die der Nabu zu den „größten bürgerwissenschaftlichen Mitmachaktionen Deutschlands“ zählt, seien vor allem für die langfristige Datenerhebung wichtig, sagt Langenhorst. Und die langfristig Entwicklung zeige: „In den vergangenen 20 Jahren haben sich die Brutvogelarten um mindestens zehn Prozent verringert.“

Das liege vor allem daran, dass die Elterntiere nicht genügend Insekten für ihre Jungen fänden. Denn während erwachsene Vögel sich auch von Körnerfutter ernähren könnten, bräuchten die Jungtiere in ihrer kurzen Wachstumsphase unbedingt Insekten, betont der Naturschutzexperte. Doch leider gebe es immer weniger Insekten.

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