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Heilbad in Bad Endbach: Wo Gift heilen kann: In dieser Therme setzt man auf Kneipp - und Arsen

Bad Endbach ist einer von zwei Orten in Hessen, der gleich zwei Bäder-Titel hat: Er ist Kneipp-Kurort und gleichzeitig Heilbad. Noch besser als die Thermalbecken der Lahn-Dill-Bergland-Therme sind aber ihre Saunen. Dort gibt's nämlich nicht nur Entspannung, sondern auch ab und zu Brötchen oder Leberkäse.
Foto: Jens Graubner level-one-foto.de Kneippen hat in Bad Endbach eine lange Tradition. Deshalb darf auch in der Therme ein Kneipp-Becken nicht fehlen.
Bad Endbach.  Im klassischen Sinne ist nur ein einziges der vier Becken in der Lahn-Dill-Bergland-Therme ein Heilwasserbecken: 36 Grad hat es und wird aus einer Quelle gespeist, die einige Meter außerhalb des Bades in einem Park liegt. Dort kann man sich das Wasser auch in Flaschen abfüllen. Aber nicht zu viel: Weil der Arsen-Gehalt recht hoch ist, sollte man nicht mehr als einen Liter Heilwasser pro Tag trinken.

Das Wasser in den übrigen Becken kommt aus der Leitung – wird aber mit mineralhaltigen Stoffen angereichert: Zweimal am Tag wirft sie ein Mitarbeiter kellenweise ins Becken. Möglichst publikumswirksam. „Dann kann er viel mehr Leuten die gesundheitsfördernde Wirkung erklären“, sagt Johannes Gruber von der Tourist-Information. Im Hauptbecken etwa stärken Lithium und Selen das Immunsystem, im Sprudelbecken sorgen Sulfat, Magnesium und Zink für feste Fingernägel und Knochen.

Verführerischer Duft

Am schönsten ist das Kneipp-Becken eingerichtet: Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass einem Plastikblumen entgegenwachsen. „Wir haben in Bad Endbach eine lange Kneipp-Tradition, deshalb darf dieses Becken nicht fehlen“, sagt Gruber. Bevor im Herbst 2009 die Therme eröffnet wurde, stand an dieser Stelle ein Bewegungsbad.

Hier finden Sie alle Teile unserer Heilbäder-Serie!

Rund 160 000 Besucher hat die Lahn-Dill-Bergland-Therme pro Jahr. Doch sogar Johannes Gruber sagt, dass viele von ihnen wohl eher die Sauna als das Thermalbad besuchen.

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Hier entspringt die Thermalquelle.
Geschätzt die Hälfte der Menschen sitzt nur wegen der Brötchen in dieser Sauna. Man erkennt sie daran, dass sie immer wieder ungeduldig zum Ofen schauen. Fast 100 Grad hat die Backhaus-Sauna, es ist die heißeste der fünf Saunen. Dafür duftet es verführerisch: Zweimal am Tag werden hier Brötchen gebacken. Oder Leberkäse, wenn Oktoberfest-Zeit ist. Oder Plätzchen, vor Weihnachten. „Es gab auch schon Kartoffeln mit Sour Cream“, sagt Gruber. „Wir wollten den Gästen etwas bieten, sonst wird es langweilig.“

Deshalb bekommt man in Bad Endbach zwischen zwei Aufgüssen auch mal ein selbstgemachtes Peeling aus Zucker, Salz und Orangensaft. Oder gleich einen selbstgemachten Aufguss. „Ich würde sagen Salbei, Rosmarin und irgendwelche Blätter“, sagt Dietrich Wirth aus Siegen, der aus der Forstsauna kommt, mit 40 Plätzen die größte der Therme. „Es hat toll gerochen.“ Seit sechs Jahren komme er immer wieder nach Bad Endbach, „weil es hier nicht nur so ein 08/15-Programm gibt, sondern auch mal Überraschungen“. Etwa den Salbei-Rosmarin-Thymian-Birkenblätter-Aufguss der Mitarbeiterin Michelle.

Gute Atmosphäre

Man kennt sich, sagt Du zueinander, Stammgäste dürfen sich auch mal was wünschen. „Die Atmosphäre hier ist einfach gut“, sagt Erhard Hill aus Marburg. Und: „Die Hygiene wird sehr hoch geschätzt.“ Dass es wenige Schwätzer während der Aufgüsse gebe, komme noch dazu.

Normalerweise hätte ein Thermen-Bistro keine eigene Rubrik verdient. Doch im Restaurant von Michael Ferron ist alles anders. „Wir wollten uns von den Fertiggerichten mit Selbstbedienung abheben, die man aus Bädern kennt“, sagt Ferron. „Aber trotzdem alle Gäste erreichen.“

Bild-Zoom Foto: Jens Graubner level-one-foto.de
Wer es in der Backhaus-Sauna aushält, bekommt zur Belohnung Brötchen.
Also gibt es Pommes – und Riesengarnelen auf Rauke-Feldsalat, Schnitzel – und Ribeye-Steak. Alles ist frisch und unbehandelt, „nicht nur die Therme, auch wir sind auf Kneipp ausgerichtet“.

Seit 41 Jahren betreiben die Ferrons die Gastronomie im Bad, seit 26 Jahren ist Michael Ferron der Chef. „Wir haben uns mittlerweile positioniert“, sagt er. „Fast die Hälfte der Gäste sind keine Thermengäste.“

Ferron ist froh, dass sein Konzept aufgegangen ist. Denn eigentlich wollte er einen ganz anderen Lebensweg einschlagen und hat das Restaurant nur aus Loyalität zur Familie übernommen. „Aber jetzt bin ich sehr zufrieden mit dem, was ich hier aufgebaut habe.“

  • Bad Endbach liegt fernab jeder Autobahn. Von Frankfurt fährt man am besten über die A 5 und die A 45 bis zur Ausfahrt Ehringshausen und folgt dann den Schildern nach Bischoffen. Ab dort ist Bad Endbach ausgeschrieben.
  • Ein Tagesticket für die Therme kostet 11,50 Euro (ermäßigt 9,50 Euro), inklusive Sauna liegt der Eintritt bei 22 Euro (ermäßigt 19 Euro). Noch bis 1. September sind die Preise etwas niedriger. Weitere Informationen unter www.lahn-dill-bergland-therme.de.
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