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Lage nicht so angespannt wie im Vorjahr: Wohnungsmarkt: Hoffnungsschimmer für Studenten

Von Im Oktober beginnt das Wintersemester, schon jetzt sind viele Studenten auf Wohnungssuche. Obwohl das insgesamt noch schwierig ist, zeichnet sich ausgerechnet in Frankfurt laut einer Studie eine ganz leichte Entspannung ab. Doch die könnte bald wieder vorbei sein.
Der Campus Westend der Frankfurter Goethe-Universität. Bilder > Foto: dpa Der Campus Westend der Frankfurter Goethe-Universität.
Frankfurt. 

Es ist eine kleine Überraschung: Obwohl der Wohnungsmarkt in Frankfurt so angespannt ist, sieht die Lage für Studenten nicht mehr ganz so düster aus wie im Vorjahr.

Nach einer gestern veröffentlichten Studie des Moses-Mendelssohn-Instituts (MMI) ist der sogenannte Anspannungsindex von 77,5 auf 70,5 Punkte gesunken. Das liege unter anderem daran, dass Studenten in Frankfurt ein höheres Einkommen haben, der Anteil der ausländischen Studenten zwar im bundesweiten Vergleich hoch, aber nicht angestiegen ist. Zwar gebe es immer noch viel zu wenige Wohnheimplätze, aber immerhin mehr als im Vorjahr.

Allerdings bleibt das Preisniveau in der Mainmetropole trotzdem sehr hoch: Die durchschnittliche Miete für ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft ist zwar von 460 Euro auf 450 Euro gefallen, aber in ganz Deutschland ist nur München noch teurer.

Alle Faktoren eingerechnet, ist Frankfurt von der zweitschwierigsten Stadt auf dem bundesweiten Wohnungsmarkt für Studenten zur fünftschwierigsten geworden, nun überrundet von Hamburg, Stuttgart und Köln.

Darmstadt relativ teuer

In anderen hessischen Universitätsstädten lässt es sich günstiger leben – wobei Darmstadt mit 368 Euro immer noch auf Platz acht der Problemstädte für studentisches Wohnen liegt. Mainz ist mit 355 Euro günstiger, landet aber immerhin auf Platz elf. Marburg unterbietet mit 330 Euro den Bundesdurchschnitt von 353 Euro.

Und auch wenn die Tendenz in Frankfurt positiv ist: Nur wenige schaffen es, dort einen Platz in einem Wohnheim zu ergattern, der zwischen 200 und 400 Euro kostet. Und das wird auch im bald beginnenden Wintersemester schwierig. „Auf unserer Warteliste stehen 2500 Studierende – etwas mehr als in den Vorjahren“, sagt Wolfgang Zündorf, Geschäftsführer des Studentenwerks Frankfurt. Dieses ist nicht nur zuständig für Goethe-Universität und die Frankfurt University of Applied Sciences, sondern auch für die Hochschule RheinMain in Wiesbaden und Rüsselsheim, die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, die Hochschule für Gestaltung Offenbach und die Hochschule Geisenheim. Er bezeichnet die Lage immer noch als „höchst angespannt“.

Die Studie des Moses-Mendelssohn-Instituts

Das Moses Mendelssohn Institut (MMI) erstellt und publiziert Gutachten und Studien zur Förderung wirtschaftlicher und kultureller Zwecke.

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Derzeit verfüge das Studentenwerk Frankfurt über 2914 Plätze bei rund 76 500 Studierenden, dazu kämen 2533 öffentlich geförderte Plätze anderer Anbieter, etwa von Kirchen und gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften. Insgesamt ergäbe das aber nur eine Versorgungsquote von etwa 6,8 Prozent. Das ist zwar mehr als die 6,3 Prozent, die das MMI für das Vorjahr in Frankfurt errechnet hat, liegt aber unter dem Bundesdurchschnitt von zehn Prozent. Zündorf betont: „Wir können die Nachfrage einfach nicht befriedigen.“

Notquartiere in Marburg

Das Studierendenwerk Mainz ist derzeit ebenfalls in der Hauptbelegungsphase und vermeldet aktuell noch freie Zimmer in den Wohnanlagen Hechtsheim und Weisenau. „Wir gehen aber davon aus, dass zu Beginn der Vorlesungszeit alle Zimmer belegt sein werden“, sagt Monika Schreiber vom Studierendenwerk.

Auch das Studierendenwerk Darmstadt erwartet eine Vollbelegung zum Semesterbeginn. Rund 1500 Bewerber stehen auf der Warteliste. Die Lage sei mit der in den Vorjahren vergleichbar, so Abteilungsleiter David Gollasch.

In Marburg ist die Nachfrage „natürlich groß“, so das dortige Studentenwerk. „Wir richten auf jeden Fall Anfang Oktober wieder unsere Notquartiere in den Studentenwohnheimen ein“, berichtet Sprecherin Franziska Busch. „In Gemeinschaftsräumen werden Bettenplätze für mehrere Personen eingerichtet, die für fünf Euro pro Nacht gemietet werden können.“ 50 Notquartiere seien zunächst geplant.

Wenn Studenten auf dem freien Markt suchen, setzen sie offenbar wenig Hoffnung in Makler. „Wir haben leider keine Anfragen von Studenten“, heißt es bei Adler Immobilien. Auch Makler Max Wissner von der Homecompany Frankfurt vermeldet geringes Studenteninteresse, seitdem diese keine möblierten Wohnungen mehr vermittele. Andere seien „zu hochpreisig“.

Doch selbst wenn in Frankfurt eine Mini-Entspannung auf dem studentischen Wohnungsmarkt zu verzeichnen ist, könnte diese bald wieder vorbei sein. „Der Brexit wirkt sich indirekt auch auf die Studenten aus“, glaubt Zündorf. „Es werden ja dadurch nicht nur Arbeitsplätze für reiche Banker entstehen, sondern auch im Dienstleistungsbereich. Und diese Arbeitnehmer konkurrieren dann mit den jungen Leuten um günstige Wohnungen.“

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