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Sprache: Wunderschöne Wörter, die wir im Alltag öfter nutzen sollten

Stelldichein, Firlefanz, Mumpitz: Immer mehr deutsche Wörter entschwinden im Nirvana, weil sie keiner mehr benutzt. Wir finden das schade, denn viele dieser Wörter klingen nicht nur schön, sie lassen uns auch an vergangene Zeiten denken.
Foto: Anna Grösch

Backfisch

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Es gab eine Zeit, in der Mädchen im Alter von 13 bis 19 keine Teenager waren, sondern Backfische. Schon Goethe verwendete diesen Begriff in seinem Werk "Götz von Berlichingen".

Brimborium

Viel Lärm um Überflüssiges - so lässt sich dieser klangvolle Ausdruck wohl gut  beschreiben.

Ei der Daus!

Dieser Ausruf kommt wahrscheinlich vom mittellateinischen Wort "dusius", was Dämon bedeutet. "Ei der Daus" bedeutet also ungefähr "Oh mein Gott". In ICQ-Sprech auch OMG.

Fatzke

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Ein arroganter Kerl, der dazu auch nicht viel im Kopf hat. Denkbar schlechte Mischung.

Firlefanz

Das Wort ist eine Ode an überflüssige Dinge, Verzierungen oder albernes Verhalten. Eigentlich unnötig, macht aber einfach Spaß (wie dieser Artikel). Ein Hoch dem Firlefanz!

Fressalien

#foodlover, #foodporn, #foodie - Essen wird seit jeher zelebriert. Man kann jetzt natürlich einfach sagen, dass man "Nahrungsmittel" zu sich nimmt, oder eben,  dekadenter: "Fressalien".

Gedöns

Ähnlich wie Firlefanz beschreibt auch "Gedöns" Unnötiges. Allerdings wird dieses Wort eher für  Verhalten genutzt, das alles komplizierter macht, als es schon ist. Soll ja bei manchen Menschen vorkommen.

Gosse

Bei der sprichwörtlichen "Gosse" handelt es sich um die Abwasserrinne, die durch Städte floss, bevor im 20. Jahrhundert die Kanalisation erfunden wurde. Außerdem ist "Gosse" auch ein Synonym für die unterste Gesellschaftsschicht. Und statt "Alter, der is' voll der Assi", klingt doch  "Er kommt aus der Gosse" gebildeter, oder?

Hanswurst

Zuerst: Ja, auch ein Veganer kann ein Hanswurst sein. Ursprünglich war das Hansel eine Figur, die das Volk in Theaterstücken auf Jahrmärkten unterhielt. Fun fact: Stücke in denen Hans Wurst die Hauptfigur ist, werden "Hanswurstiade" genannt.

Hupfdole

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Ein abwertender Ausdruck für eine Tänzerin, die den Sprechenden wohl nicht mit ihrem Können überzeugt hat. Wer die gemeine Hupfdole in Aktion sehen will, sollte am Wochenende in so ziemlich jedem Club der Stadt fündig werden. Alkohol erhöht das Hupfolen-Potential übrigens signifikant.

Jungspund

Einen Satz, den sich der Jungspund oft anhören muss ist "Komm erstmal in unser Alter". Laut älteren Generationen hat er noch nichts von der Welt gesehen, nur Firlefanz im Kopf und erst recht keine Ahnung wie der Hase läuft. Ist der Jungspund diesem Alter entwachsen, paart er sich oftmals mit einem ehemaligen Backfisch.

Kauderwelsch

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Die Sprache, mit der Lothar Matthäus einst auf die Herren im Al-Jazeera-Studio einredete. Kauderwelsch bezeichnet laut Wikipedia eine "verworrene Sprechweise", ein "unverständliches Gemisch aus mehreren Sprachen" oder eine "unverständliche schwere Sprache". 

Luftikus

Ein Luftikus zeichnet sich durch Leichtsinn und undurchdachte Pläne aus. In der heutigen Zeit würde man ihn auch als "Traumtänzer" bezeichnen.

Kinkerlitzchen

Schon wieder ein Synonym für "Unsinn".

Maloche

Dieses Wort bezeichnet schwere, körperliche Arbeit. Es kommt aus dem Hebräischen, seit 1987 ist das Wort im Duden vertreten.

Meschugge

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Auch dieses Wort kommt aus dem Hebräischen. Wer meschugge ist, ist nicht ganz bei Verstand und ein bisschen verrückt. Aber auch hier klingt meschugge doch irgendwie netter.

Mumpitz

Es gibt soviele Ausdrücke für "Unsinn", dass man daraus eigentlich ein eigenes Listing machen könnte. Nummer 4: Mumpitz.

Potzblitz

Ein wirklich schöner Ausruf der Bewunderung oder der Überraschung. Und dabei viel stilvoller als "Alter!" oder "Digga!"

Schlafittchen

Wenn der Türsteher im Club dich "am Schlafittchen packt" ist die (Achtung, Reim!) Feierei für dich vorbei. Der putzige Ausdruck stammt übrigens von Geflügel ab: Denn Geflügel oder Flügel wird im Niederdeutschen auch "Fittgen" genannt. Damit die Gans nicht wegrennen kann, packt man sie also am Schlaffitgen.

Schlawiner

Woher dieser Name genau kommt, ist nicht sicher. Die am weitesten verbreitete Annahme ist, dass der "Schlawiner" von dem Wort "Schlawacke", eine früher Bezeichnung für Slowaken, kommt. Von dort stammende Händler galten als besonders gewitzte Geschäftsmänner.

Schluckspecht

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Der Ausdruck "Schluckspecht" stammt wohl wirklich von den Vögeln ab, die gerne ihre Schnäbel in Bäume hacken. Das tun sie um den Rindensaft zu trinken, den sie dafür Schlucken müssen. Macht Sinn, oder?

Schmock

"Schmo" ist jiddisch und bedeutet Tölpel oder Idiot. Vermutlich stammt die klangvolle Betitelung daher. Ein Schmock ist ein arroganter Mensch, der aber weder besonders klug, noch geistreich ist.

Stelldichein

Mann und Frau können auf ein Date gehen - sie können sich aber auch ein Stelldichein geben. Das ist die eingedeutschte Version des "rendez-vous" und wurde früher für Verabredungen romantischer Art genutzt. Mittlerweile droht die schöne Metarmorphose aus drei Wörtern aber auszusterben.

Tausendsassa

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Manche Menschen können einfach alles, was andere Menschen wiederum ziemlich ungerecht finden. Bewundernd wurden diese Multi-Talente früher "Tausendsassa" genannt. Übrigens: Der österreichische Ausdruck dafür ist "Wunderwuzzi", der schweizerische "Siebesich".

Unfug

Uuuuund das fünfte Wort für "Unsinn"  auf dieser Liste. Aber auch das Letzte, versprochen.

Zechgelage

Der Ausdruck "Komasaufen" ist ja relativ neu. Aber auch früher haben die Leute sich schon getroffen um mehr oder weniger viele alkoholische Getränke zu sich zu nehmen. Meist geschah das im Rahmen eines "Zechgelages". Sollte man doch mal wieder einführen, oder?

 

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