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Landesregierung legt Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt vor: „In Hessen ist Vielfalt zu Hause“

Von Jeder Mensch soll ungeachtet seiner sexuellen Identität und Ausrichtung sein Leben gestalten können – dieses Ziel verfolgt Schwarz-Grün mit einem Aktionsplan.
Jo Dreiseitel Foto: Hessisches Sozialministerium (Sozialministerium Hessen) Jo Dreiseitel
Wiesbaden. 

Die hessische Landesregierung hat einen Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt vorgelegt, mit dem vor allem Diskriminierungen wegen der sexuellen Orientierung abgebaut werden sollen. Der Integrationsbeauftragte Jo Dreiseitel (Grüne), der den Plan am Montag in Wiesbaden präsentierte, erhofft sich davon einen „wesentlichen Beitrag zu einem respektvollen Miteinander“. Der vom Kabinett in Wiesbaden verabschiedete Aktionsplan sei unter aktiver Mitwirkung vieler Betroffener und von Organisationen, die sich gegen Diskriminierung wenden, entstanden. Insgesamt stellt die Landesregierung dafür jährlich 500 000 Euro zur Verfügung.

Wesentlich mit der Umsetzung befasst sein wird die neue Leiterin der Stabsstelle Antidiskriminierung im Hessischen Sozial- und Integrationsministerium, Susanne Stedtfeld. Die 34-jährige Soziologin hat diese Funktion im März übernommen, bisher war sie zuletzt am Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung tätig, das ebenfalls in Wiesbaden angesiedelt ist.

In dem Aktionsplan geht es vor allem um die Akzeptanz von Schwulen und Lesben, Bi- und Transsexuellen. Dazu sollen sowohl staatliche Maßnahmen als auch der Einsatz von Betroffenen und Verbänden oder Einrichtungen wie etwa der Aids-Hilfe, der Bildungsstätte Anne Frank, Pro Familia, Hessischer Jugendring und Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte beitragen.

Die wichtigste staatliche Maßnahme ist die Umsetzung des neuen Lehrplans Sexualerziehung, der ausdrücklich auch auf die Vermittlung von Wissen über und Verständnis für die Existenz unterschiedlicher Partnerschaftsformen, sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identitäten abzielt. Darüber hinaus soll es auf freiwilliger Basis an interessierten Schulen Veranstaltungen geben, in denen Betroffene anhand der eigenen Biografie über ihre Erfahrungen berichten.

Dreiseitel räumte ein, dass es gerade unter Flüchtlingen und Russlanddeutschen immer wieder Vorurteile etwa gegenüber Homosexuellen gebe. Daher sieht der Plan auch Fortbildungskurse für die eingesetzten Betreuer wie auch für die Migranten selbst vor. Außerdem wirkt eine interministerielle Arbeitsgruppe an der Förderung der Wertschätzung von Vielfalt auch in der Landesverwaltung mit. Beratungs- und Serviceangebote für Betroffene, Förderung von Selbsthilfegruppen, Fortbildung von Fachpersonal, Ausstellungen und Veranstaltungen mit Aufklärung über die Verfolgung Homosexueller nach dem Straftrechtsparagrafen 175 zwischen 1945 und 1985 gehören ebenfalls zu den Angeboten.

Staatssekretär Dreiseitel betonte, der Aktionsplan sei nicht statisch, sondern werde in einem offenen Prozess mit den Betroffenen fortgeschrieben. Ziel sei, dass Menschen mit anderer sexueller Orientierung gesellschaftlich akzeptiert seien und ein Leben ohne Benachteiligungen und Diskriminierungen führen können. Noch gebe es vielfach Vorurteile und Ablehnung bis hin zu Gewalt, das müsse überwunden werden. „In Hessen ist Vielfalt zu Hause, wir setzen uns für ein offenes, diskriminierungsfreies und wertschätzendes Leben aller Menschen in Hessen ein“, so Dreiseitel.

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