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Frankfurter "Project Shelter": Aktivisten besetzen Paradieshof in Altsachsenhausen

Von Aktivisten des Frankfurter „Project Shelter“ sind gestern in den Paradieshof in Alt-Sachsenhausen eingedrungen. Den Plan, darin ein Zentrum für Flüchtling einzurichten, vereitelte die Polizei aber in kürzester Zeit. Bei dem Einsatz setzte sie auch Pfefferspray ein.
Projekt Shelter Hausbesetzung des Paradieshof am 13. Februar 2016, in Frankfurt. Bilder > Foto: Bernd Kammerer Projekt Shelter Hausbesetzung des Paradieshof am 13. Februar 2016, in Frankfurt.
Frankfurt/Main. 

Ein Willkommens- und Beratungszentrum mit Wohnungen für obdachlose Flüchtlinge und Migranten bleibt ein erklärtes Ziel der Frankfurter Gruppe „Project Shelter“. Am Samstag gegen 15.30 Uhr drangen vermummte Aktivisten der Gruppe in den leerstehenden Paradieshof in Alt-Sachsenhausen ein und errichteten Barrikaden am Gebäude. Auf den Transparenten, die sie aus den Fenstern des Hauses mit der Adresse Paradiesgasse 23 hängten, standen Parolen wie: „Stadt für alle!“ und „Solidarität, Freiräume, Selbstbestimmung“. 

Die von Anwohnern verständigte Polizei zog schnell ein größeres Aufgebot zusammen und machte sich – wie in Frankfurt seit Jahren üblich – daran, die Hausbesetzung schnell zu beenden. An den Barrikaden, die überwiegend aus Holzpaletten bestanden, befanden sich nach Angaben des Polizeipräsidiums mehrere Personen, die den Weg zum Gebäude blockierten. Die Einsatzkräfte hätten sich „gegen den Widerstand der Blockierer und mit kurzzeitigem Einsatz von Pfefferspray“ Zugang zu dem Haus verschaffen müssen.

Zu einer Räumung im engeren Sinne kam es dann aber nicht. Wie die Polizei mitteilte, hatten die  Besetzer das Haus schon von selbst verlassen. Die Gruppe aus etwa 50 Aktivisten, die zwischen den Platanen auf dem Paradiesplatz gelbe Bänder gespannt hatte, hielt eine Kundgebung unter freiem Himmel ab, während die Polizei das Haus absperrte und vor einem abermaligen Eindringen schützte.
 

Bilderstrecke "Project Shelter" besetzt Paradieshof in Altsachs
Hausbesetzung des Paradieshof  in Altsachs durch das Projekt Shelter. Als die Polizei eintraf, war eine Räumung allerdings nicht mehr nötig, weil keine Aktivisten mehr im Haus waren.Projekt Shelter hatte angekündigt in dem Haus  „ein Willkommens- und Beratungszentrum mit Wohnmöglichkeiten für obdachlose Geflüchtete und Migranten” einzurichten.Es folgen weitere Bilder des Einsatzes. Projekt Shelter Hausbesetzung des Paradieshof am 13. Februar 2016, in Frankfurt.

Während Aktivisten im Hinblick auf den ebenfalls abgesperrten Platz von einem „Polizeikessel“ sprach, heißt es aus dem Präsidium, dass es den Teilnehmern der Kundgebung jederzeit freigestanden habe, den Versammlungsort zu verlassen.
Die Polizei nahm Kontakt zu den Aktivisten und Sympathisanten des „Projekt Shelter“ auf. Diese brachen gegen 19 Uhr zu einem spontanen Protestmarsch mit mehr als 100 Personen auf, der von Elisabethenstraße über die Alte Brücke zur Konstablerwache führte und sich um 19.30 Uhr auflöste. Durch die Einsatzmaßnahmen musste Polizei die Elisabethenstraße/Paradiesgasse zeitweise sperren, wodurch es zu Verkehrsbehinderungen kam.

Der Paradieshof in Alt-Sachenhausen war zuletzt als Bühnenhaus für die „Fliegende Volksbühne“ des Theatermachers Michael Quast im Gespräch. Dann platzte das Projekt aber aus finanziellen Gründen. Im Dezember hatte das „Project Shelter“ ein Haus in der Berger Straße besetzt. Die Aktivisten teilten  am Samstag mit, dass alle Bemühungen um ein selbstverwaltetes Zentrum an der Stadt gescheitert seien. Diese verweist regelmäßig darauf, dass sie sich mit enormer  Kraftanstrengung um die Unterbringung von Flüchtlingen bemühe und dabei auch erfolgreich sei.

Das „Project Shelter“ kündigte nach Hausbesetzung, Kundgebung und Protestmarsch über den Nachrichtendienst Twitter an: „Wir kommen wieder.“ Angesichts des Durchgreifens der Polizei vor dem Gebäude sprach sie von „rabiater Gewalt“ und „vielen Verletzten“. Der Polizei war dagegen „nichts über verletzte Personen bekannt“.

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