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Schüsse auf Flüchtlingsunterkunft: Asylbewerber verletzt

Heute Nacht hat es Schüsse auf eine Flüchtlingsunterkunft in Dreieichenhain gegeben. Eine Kugel traf hinter einer Scheibe einen schlafenden Asylbewerber. Die Ermittler schließen einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht aus.
Polizeibeamte und Fahrzeuge stehen am 04.01.2016 in Dreieich (Hessen) vor einer weitläufig abgesperrten Flüchtlingsunterkunft. Bilder > Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) Polizeibeamte und Fahrzeuge stehen am 04.01.2016 in Dreieich (Hessen) vor einer weitläufig abgesperrten Flüchtlingsunterkunft.
Dreieich.  Bei Schüssen auf die Scheiben einer Flüchtlingsunterkunft in Dreieichenhain ist ein 23-jähriger Asylbewerber heute Nacht leicht verletzt worden. Der Mann habe im Schlaf eine Schramme am Knie abbekommen, sei im Krankenhaus behandelt und inzwischen wieder entlassen worden, teilte ein Polizeisprecher mit.

Der Vorfall ereignete sich am Montag gegen 2.30 Uhr in der Gleisstraße. Die Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar, die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Das Gebiet wurde von der Kriminalpolizei für die Spurensuche abgesperrt. Das Landeskriminalamt ist mittlerweile eingeschaltet worden.

Bilderstrecke Schüsse auf Flüchtlingsheim in Dreieich
In der Nacht auf den 4. Januar 2016 feuerte ein maskierter Täter mehrere Schüsse auf eine Flüchtlingsunterkunft in Dreieich.Ein Einschussloch im Fenster der Flüchtlingsunterkunft.Ein Asylbewerber wurde im Schlaf von einer Kugel getroffen und verletzt. Die zersprungenen Fensterscheiben am Anbau einer Flüchtlingsunterkunft in Dreieich.


Bei der Waffe handele es sich um "eine scharfe Schusswaffe", sagte ein Polizei-Sprecher auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AFP. Von wo genau die Schüsse abgefeuert wurden, ist laut einer Polizeisprecherin unklar. Ermittler untersuchten akribisch die Einschusslöcher in der gesplitterten Glasscheibe in dem ebenerdigen Flachbau.

Ein Polizeisprecher sagte zu den Hintergründen: "Es kann alles sein, wir ermitteln in alle Richtungen." Die Staatsanwaltschaft schloss einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht aus und sprach gegenüber der Hessenschau von einem "gezielten Angriff".


Ein Zeuge sprach von einem vermummten Täter, den er gesehen habe. Es habe sich um eine Einzelperson gehandelt, die sechs- bis siebenmal aus einer Faustwaffe gefeuert habe, sagte der in der Unterkunft lebende Syrer der Deutschen Presse-Agentur. Bei dem Verwundeten soll es sich ebenfalls um einen Syrer handeln.

Die Flüchtlinge sind in einem eingezäunten Gebäudekomplex - einem ehemaligen Hotel - in einem Gewerbegebiet untergebracht. In der Flüchtlingsunterkunft wohnen nach Auskunft der Stadt Dreieich derzeit 30 Personen. In dem von den Schüssen betroffenen, ebenerdigen Gebäudeteil seien 15 Männer untergebracht, 14 Syrer und ein Afghane, sagte eine Sprecherin. In dem anderen Gebäudeteil leben vier Familien.

Insgesamt lebten in Dreieich zum Jahresende 430 Flüchtlinge. Es gebe zwölf größere Unterkünfte für jeweils 15 bis 30 Flüchtlinge und 50 kleinere Einheiten für jeweils 1 bis 7 Personen. In der Stadt sei es bisher nicht zu Angriffen oder Missfallensbekundungen gegen Asylbewerber gekommen, sagte die Sprecherin. Im Gegenteil: Es gebe eine Willkommenskultur mit einem großen ehrenamtlichen Netzwerk.

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