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Online-Kriminalität: Betrüger haben Porno-Gucker im Visier

Das hessische Landeskriminalamt warnt vor einer neuen Erpressungsmasche im Internet. Dabei verschicken Betrüger E-Mails mit der Behauptung, das Opfer über die eigene Webcam bei der Selbstbefriedigung gefilmt zu haben.
Das LKA warnt vor Betrugsmails Das LKA warnt vor Betrugsmails
Frankfurt. 

Eine neue Erpressungsmasche macht derzeit in Hessen die Runde. Internetnutzer erhalten E-Mails, in denen Unbekannte mit der Veröffentlichung unangenehmer Aufnahmen drohen. „Masturbieren ist natürlich normal, aber wenn deine Familie und Freunde davon zeugen, ist es natürlich eine große Schande“, schreiben die Onlinekriminellen etwa. „Ich habe dich eine Weile beobachtet, weil ich dich in einer Werbung auf einer Porno Website durch einen Virus gehackt habe.“

Screenshot einer Betrugsmail Bild-Zoom
Screenshot einer Betrugsmail

Die Erpresser behaupten, über die in den Computer eingebaute Kamera heimlich ein Video aufgenommen zu haben, dass den E-Mail-Empfänger bei der Selbstbefriedigung zeige. Sollte er ihnen keine 500 Euro überweisen, würden sie die Aufnahmen an alle seine E-Mail-Kontakte schicken oder auf Social-Media-Seiten veröffentlichen.

Das hessische Landeskriminalamt (LKA) warnt davor, solche Forderungen zu erfüllen: „Zahlen Sie kein Geld an die Absender, antworten Sie nicht auf derartige E-Mails und wenden Sie sich an Ihre örtliche Polizeidienststelle“, heißt es in einer gestern verbreiteten Warnmeldung des LKA. Seit einigen Wochen bekämen hessische Polizeibehörden vermehrt Mitteilungen von Bürgern, die eine solche Porno-Erpressungs-Nachricht erhalten haben. Bisher sei aber kein Fall bekannt, in denen es den Tätern tatsächlich gelungen sei, einen Computer mit einem Schadprogramm zu infizieren und ein Video aufzuzeichnen.

Onlinekriminelle würden solche Nachrichten an Adressen versenden, die sie im Internet zusammengesucht oder über dunkle Kanäle gekauft haben, erklären die Ermittler. „Die Täter hoffen, dass mit den breit gestreuten E-Mails einige Empfänger verunsichert und damit zu einer Zahlung bewegt werden können.“ Von der neuen Masche sind laut LKA sogar Computernutzer betroffen, deren Rechner über gar keine Kamera verfügt.

Die Wiesbadener Experten raten den Besuchern erotischer Internetseiten dennoch zu einer einfachen Vorsichtsmaßnahme: „Ein wirksamer Schutz vor der unberechtigten Nutzung der eigenen Web-Cam durch Kriminelle ist einfach: Kleben Sie die Web-Cam ab!“ (dg)

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